Archiv des Autors: Marco Bohnsack

Über Marco Bohnsack

Hat sich als Student in Stud.IP verliebt. Ist heute Chef von data-quest, CoreGroup-Mitglied und Finanzvorstand des Stud.IP e.V.

Urheberrecht: Stellungnahme zum Referentenentwurf

Der Stud.IP e.V. begrüßt den Referentenentwurf des BMJV zur Angleichung des Urheberrechts an die Wissensgesellschaft (UrhWissG)

Der Stud.IP begrüßt aus Sicht der Betreiber und Nutzer von Lernmanagementsystemen wie Stud.IP ausdrücklich den Referentenentwurf zur Reform des Urheberrechts.

Die heutige Lehre kommt – erst Recht unter den Erfordernissen der Digitalisierung von Hochschulen – nicht ohne aufwandsarme Bereitstellung von digitalen Dokumenten aus. Diese bilden zudem die Grundbausteine aller modernen Lehrformen und ermöglichen so vielfältige Lehrszenarien.

Eine Dokumentennutzung, wie sie sich Verlage und die VG Wort vorstellen, führt unter dem derzeit geltenden Recht des § 52a UrhG zu erheblichen Aufwänden in der Bereitstellung von Dokumenten und zudem zu großen Unsicherheiten in der korrekten rechtlichen Einschätzung der erlaubten Nutzung. Als Ergebnis besteht die große Gefahr, das im Alltagsgeschäft mehr und mehr auf traditionelle, papierbasierte Medien zurückgegriffen wird und damit der Sinn von Plattformen zur Unterstützung der Präsenzlehre in Frage gestellt wird.

Es ist leicht vorstellbar, dass eine moderne Lehre vor diesem Szenario nicht mehr durchführbar ist und die große Gefahr besteht, dass Deutschland hier im Vergleich zu anderen Kulturen in der Ausbildungsqualität stark zurückfällt.

Eine unnötige Bürokratisierung unter dem Label der Fairness gegenüber den Autorinnen und Autoren lässt außer Acht, dass gerade im Gegenteil jede Vereinfachung in der Organisation der Lehre dringend nötig ist, um in einer komplexer werdenden Welt und schnell veraltendem Wissen konkurrenzfähig zu bleiben.

Wir unterstützen ausdrücklich folgende Punkte des Entwurfes:

1. Pauschalvergütung: Wir sind überzeugt, dass eine Pauschalvergütung (verbunden mit validen Stichproben der genutzten Dokumente) für beide Seiten die fairste Form der Vergütung darstellt. Jede Form von Einzelabrechnung würde die Nutzung von digitalen Dokumenten stark einschränken und kann nicht im Sinne der Autorinnen und Autoren und Verlage sein.

2. Verständliche Regelungen des erlaubten Nutzungsumfanges: Die geplante Erlaubnis, bis zu 25% eines Werkes in der Lehre verwenden zu dürfen, ist leicht vermittelbar und im Alltag umsetzbar. Gleichzeitig ist der Anteil gering genug, um darüber hinaus einen Anreiz zu schaffen, vollständige Werke zu erwerben.
Die vereinfachte Regel über alle Werkarten (Monografien und Aufsätze) verhindert Unsicherheiten in der Nutzung.

3. Kein Vorrang für Verlagsangebote: Die Pflicht, Verlagsangebote vor der Breitstellung zur prüfen, ist in der Alltagsumsetzung nicht umsetzbar. Jeder weitere verpflichtende Arbeitsschritt in der Bereitstellung von Dokumenten führt zu weiteren Unsicherheiten in der digitalen Dokumentenbereitstellung. Auch diese Regelung würde zu einem verstärkten Wiederaufkommen der Bereitstellung per Fotokopie führen.

Ohne sinnvolle, vereinfachende Regelungen, wie sie im Entwurf des BMJV nun vorliegen, wird jede digital organisierte Lehre ihrer großen Vorteile – nämlich der schnellen und hochqualitativen Bereitstellung von Lernmaterial – beraubt. Gerade diesen Vorteil müssen wir jedoch ausspielen, um in immer komplexer werdenden Lernstrukturen nicht nur mit anderen Kulturen mitzuhalten, sondern den Lehrenden und Studierenden einen echten Mehrwert im Sinne der Qualität des Studiums an deutschen Hochschulen zu bieten.

Der Stud.IP e.V. unterstützt daher im Interesse der über 500.000 Nutzinnen und Nutzerer des Lernmanagementsystems Stud.IP die Neuregelung des Urheberrechtes.

Die vollständige Stellungnahme können Sie hier herunterladen:
Stellungnahme zum Referentenentwurf „Entwurf eines Gesetzes zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft“ ?

Stud.IP wünscht frohe Festtage!

Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu. Die letzte Phase des eCULT-Verbundprojekts und der Start des Folgeprojekts eCULT+, Arbeit in Workshops und Arbeitskreisen, zwei Tagungen, zwei Releases, die Ankündigung von Stud.IP 4 – das Stud.IP-Jahr war vollgepackt mit Ereignissen.

In den vergangenen Wochen hat uns zudem die Diskussion um § 52a UrhG mächtig beschäftigt. In wöchentlichen Videokonferenzen tauschten sich die Hochschulen aus und erarbeiteten Lösungen, die Stud.IP fit für die Zukunft gemacht haben. Dank eines Moratoriums kommen zumindest die Sperrfunktionen zum 01.01.17 nicht zum Einsatz, aber die Geschehnisse der letzten Wochen zeigen noch etwas anderes: Wie stark der Gemeinschaftsgedanke in Stud.IP verwurzelt ist.

Bei keiner anderen Hochschulsoftware gab es so einen engen Austausch, so eine Zusammenarbeit, und eine so schnelle Bereitstellung praktikabler Lösungen, um die Situation gemeinsam zu bewältigen. Stud.IP ist eben mehr als eine Software. Stud.IP ist auch eine Gemeinschaft, eine verbindende Idee und eine Geisteshaltung.

So lange das so ist, werden wir gemeinsam alle Herausforderungen meistern. In diesem Sinne wünscht der Stud.IP e.V. eine frohe Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr 2017.

Hilfe zum Semesterstart

Das neue Semester steht vor der Tür, und damit auch jede Menge neue Studierende an den Hochschulstandorten. Alles ist neu, und natürlich bleiben Probleme nicht aus – auch mit Stud.IP.

Manche Probleme kann vielleicht unser Handbuch lösen. Es ist online unter http://hilfe.studip.de

Viel drängender sind aber vielleicht Fragen wie:

Wo finde ich meine Veranstaltungem? Wo ist mein Stundenplan? Wie komme ich an die Skripte der Vorlesung von Prof. XY? Woher kriege ich mein Passwort?

Ganz wichtig: Es gibt nicht EIN Stud.IP für alle, sondern jede Hochschule hat IHR EIGENES, in das von Außen niemand reingucken kann.

Jede Hochschule hat eigene Supportteams, die bei allen Fragen weiterhelfen. Eine Liste der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner an den Hochschulen haben wir hier zusammengestellt:

Liste der Supportstellen

Eine Mail an die Entwickler der Stud.IP-Software (die u.a. dieses Blog schreiben) bringt eher wenig. Wir helfen gerne, aber wir keinen Zugriff auf die laufenden Stud.IPs. Wenn alle Stricke reißen und jemand total verloren ist, kann er trotzdem an studip-users@lists.sourceforge.net schreiben. Wir versuchen dann jemanden zu finden der weiterhelfen kann. An die Mailadresse können auch Verbesserungsvorschläge geschickt werden. Stud.IP ist Open Source-Software und wird gemeinsam von allen entwickelt, jedes Feedback ist willkommen.

Die Stud.IP-Entwicklungsgemeinschaft und der Stud.IP-Verein wünschen einen guten Start in ein erfolgreiches Semester!

Nachruf: Wir trauern um Olav Wilde

Foto: TUHH/RZ

Foto: TUHH/RZ

Olav Wilde hatte es sich seit 2005 als eLearning-Beauftragter zur Aufgabe gemacht, Stud.IP nachhaltig an der Technischen Universität Hamburg-Harburg einzuführen und dort zu verankern. Das gelang ihm, und seitdem betreute er die Plattform sowohl an der TUHH als auch für ELCH, dem E-Learning Consortium Hamburg, und der Hamburg Open Online University. Bei der Entwicklung von Stud.IP mischte Herr Wilde ebenfalls kräftig mit: Auf sein Engagement geht u.a. die Schnittstelle zwischen Stud.IP und ILIAS zurück, die er konzipierte, finanzierte und für deren Umsetzung er Ansprechpartner war.

Sein persönliches Engagement für das Projekt machte deutlich, dass Stud.IP für Wilde mehr war als nur eine beliebige Software. Er trat 2013 als Privatperson dem Stud.IP-Verein bei und leistete immer wieder wertvolle Beiträge zur Verbesserung. Dabei beeindruckte er mit einer freundlichen Persönlichkeit, seinem offenen und verbindlichen Wesen sowie der umsichtigen und sorgfältigen Art, mit der sich Meinungen bildete und diese dann auch vertrat.

Im Stud.IP e.V. war Wilde geschätzt als Ideengeber und Pragmatiker, der nicht davor zurückscheute deutlich darauf hinzuweisen, wenn sich aus seiner Perspektive etwas in die verkehrte Richtung entwickelte. Von seinem großen Wissen, seiner Lebenserfahrung und seiner Sorgfalt hat Stud.IP sehr profitiert. Nicht nur fachlich, auch moralisch stand er dem Projekt und dem Verein als Ratgeber und Freund zur Seite.

Mit Olav Wilde verliert der Stud.IP e.V. und die Community einen engagierten, herzlichen und überaus kompetenten Menschen, der Stud.IP und alle, die mit ihm zu tun hatten, im Guten geprägt hat. Er hat Spuren im Projekt und in den Leben derer hinterlassen, die ihn kennen durften. Die Lücke, die sich nun so unversehens aufgetan hat, ist schmerzlich, und sein Fehlen wird lange nachhallen.

Olav Wilde verstarb Anfang Oktober plötzlich und unerwartet im Alter von 63 Jahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.

Wer ist Herbert?

herbert

Herbert ist etwas ganz Neues. Was genau, das wird auf der diesjährigen Stud.IP-Tagung enthüllt. Die findet am 14. und 15. September 2016 in Göttingen statt und ist DAS Stud.IP-Event des Jahres. Die Tagung richtet sich explizit an Zielgruppen vor dem Bildschirm: Die Anwenderinnen und Anwender sowie Betreiberinnen und Betreiber von Stud.IP-Systemem.

Das Tagungsprogramm ist größtenteils in zwei Tracks organisiert. Ein Track behandelt administrative Themen und beschäftigt sich mit Werkzeugen und Prozessen zur Verbesserung der Verwaltung. Dazu gehören u.a. die Stundenplanung für die Lehre, der Modellierung von Prüfungsordnungen und das Bewerbungsmanagement in Masterstudiengängen.

Der zweite, parallele Track befasst sich mit dem didaktischen Einsatz von Stud.IP und seinen Erweiterungen. In Workshops wird gezeigt, wie Stud.IP zur Verbesserung der Lehre eingesetzt werden kann, wie Webinare aufgebaut sein müssen und was es demnächst im Urheberrecht zu beachten gilt. Dieser Track ist nicht nur für Lehrende interessant, sondern auch für alle, die Lehrende administrativ und im Support unterstützen.

In den Plenumsvorträgen geht es um den Einsatz von Stud.IP: Wie wird die Software an anderen Standorten eingesetzt, welche Prozesse sind um und in die Plattform eingestrickt, und wie begegnet Stud.IP zukünftigen Anforderungen?

Darüber hinaus bietet die Tagung einen attraktiven Rahmen um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und ganz informell auf dem Laufenden zu bleiben.

Das ganze Programm, alle Informationen zur Tagung und dem Rahmenprogramm sowie die Anmeldung sind unter http://studip.de/tagung zu finden.

Also am Besten gleich anmelden – und am 14.09. Herbert kennenlernen.