Archiv des Autors: Marco Bohnsack

Über Marco Bohnsack

Hat sich als Student in Stud.IP verliebt. Ist heute Chef von data-quest, CoreGroup-Mitglied und Finanzvorstand des Stud.IP e.V.

Stud.IP 4 ist da!

Puh, das war ein langer Weg. Eigentlich sollte Stud.IP 4 ja schon im vergangenen Herbst rauskommen, aber die wirklich umfangreichen Änderungen haben eine längere Qualitätssicherungsphase gebraucht als geplant.

Die großen Änderungen, das waren vor allem die Umstellung auf UTF8, die nach einem holprigen Start in einer kollektiven Anstrengung von der Community glattgezogen werden musste.

Zum anderen war es die, bei data-quest komplett neu entwickelte, Dateiverwaltung und ihre Anbindung an Clouddienste, die für Verzögerungen gesorgt hat. So eine Cloudanbindung braucht immer auch ihr Gegenstück auf der anderen Seite, und die Anbindun von Stud.IP an Powerfolder und Owncloud/Nextcloud sollte so bequem und vor allem so sicher sein, wie es der Stand der Technik erlaubt. Hier hat data-quest viel mit den entsprechenden Dienstleistern und Communities zusammengearbeitet, um das gemeinsam hin zu bekommen. Die Zusammenarbeit war super – brauchte aber Zeit.

Noch mehr Zeit brauchte das Testen. Wenn man zig Testsysteme auf unterschiedlichstem Stand gegeneinander laufen lässt, zickt mit Sicherheit immer irgendeine Schnittstelle herum. Dann heißt es wieder: Ursachenforschung, Fehlberbehebung, weitertesten und das Ganze wieder von vorn.

Gerade beim Dateibereich durfte da nichts schiefgehen. Er ist eine der wichtigsten Funktionen in Stud.IP, der muss einfach reibungslos und fehlerfrei laufen. Letztlich haben die Entwickler bei data-quest in den letzten vier Monate nichts anderes gemacht als das Release zu polieren, zu testen und weiter zu polieren. Die CoreGroup hat dabei unterstützt wo es ging, ist aber auch schon bei den Arbeiten zur nächsten Version. Aber erstmal musste nun die 4.0 aus der Tür.

Stud.IP steht in dem Ruf weitgehend bugfreie Releases zu veröffentlichen, und das soll auch für Stud.IP 4 gelten. Ja, wir haben den Anspruch, das auch „Punkt Releases“ richtig gut werden und nicht alle warten müssen, bis eine einsetzbare Version X.1 rauskommt.

Es wurden nicht nur gefühlt 2.000 Bugs erlegt, die längere Entwicklungszeit hatte durchaus noch weitere Vorteile. So hatten die Entwickler/innen Zeit, die wichtigsten Plugins für Stud.IP 4 anzupassen. Ältere Plugins laufen nämlich u.a. wegen der UTF8-Umstellung nicht einfach so mit Stud.IP 4. Da in den letzten Monaten nun aber schon schon drei Hochschulen auf Version 4 umgezogen sind und drei weitere für ein Update in den Startlöchern stehen, gibt es auf dem eingebauten PluginMarktplatz (der auch unter http://plugins.studip.de erreichbar ist) schon fast alle wichtigen Plugins in der neuen Version.

Mit Software ist es wie mit Texten: Irgendwann muss man sie in die Freiheit entlassen. Stud.IP 4 ist nun in der Welt, wir sind gespannt, was die davon hält.

Veranstaltungskalender 2018

Hier der Überblick der Stud.IP-Veranstaltungen 2018, deren Termine bereits feststehen:

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März: Entwicklungstagung & CodeWochenende an der Universität Bremen
Zeit: 15.-18.03.2018 (Tagung am 15. & 16., Codewochenende vom 16.-18.03.)
Ort: Bremen
Themen: Diverse
Teilnahme: Die Teilnahme ist kostenlos, die Anmeldung erfolgt hier: Anmeldung
Zielgruppe: Entwicklerinnen
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März: Mitgliederversammlung des Vereins
Zeit: 16.03.2018, 17.00 Uhr
Ort: Bremen
Themen: Diverse
Teilnahme:
Zielgruppe: Vereinsmitglieder
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Juli: Summer of Stud.IP in Birkenfeld
Zeit: 13.-15.07.2018
Ort: Umweltcampus Birkenfeld in Rheinland-Pfalz
Themen: Gemeinsam abseits des Alltagsgeschäfts für Stud.IP entwickeln.
Teilnahme: Es fallen Kosten für Übernachtung und Verpflegung an. Details und die Anmeldung auf StudIP.de
Zielgruppe: Entwicklerinnen
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September: Stud.IP-Tagung 2018

Zeit: 12./13.09.2018
Ort: Historische SUB, Göttingen
Themen: Diverse
Anmeldung: Ab April 2018 auf www.Studip.de/tagung
Zielgruppe: Interessentinnen, Betreiberinnen, Didaktikerinnen, Entwicklerinnen & überhaupt alle, die mit Stud.IP zu tun haben.

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Urheberrecht: Stellungnahme zum Referentenentwurf

Der Stud.IP e.V. begrüßt den Referentenentwurf des BMJV zur Angleichung des Urheberrechts an die Wissensgesellschaft (UrhWissG)

Der Stud.IP begrüßt aus Sicht der Betreiber und Nutzer von Lernmanagementsystemen wie Stud.IP ausdrücklich den Referentenentwurf zur Reform des Urheberrechts.

Die heutige Lehre kommt – erst Recht unter den Erfordernissen der Digitalisierung von Hochschulen – nicht ohne aufwandsarme Bereitstellung von digitalen Dokumenten aus. Diese bilden zudem die Grundbausteine aller modernen Lehrformen und ermöglichen so vielfältige Lehrszenarien.

Eine Dokumentennutzung, wie sie sich Verlage und die VG Wort vorstellen, führt unter dem derzeit geltenden Recht des § 52a UrhG zu erheblichen Aufwänden in der Bereitstellung von Dokumenten und zudem zu großen Unsicherheiten in der korrekten rechtlichen Einschätzung der erlaubten Nutzung. Als Ergebnis besteht die große Gefahr, das im Alltagsgeschäft mehr und mehr auf traditionelle, papierbasierte Medien zurückgegriffen wird und damit der Sinn von Plattformen zur Unterstützung der Präsenzlehre in Frage gestellt wird.

Es ist leicht vorstellbar, dass eine moderne Lehre vor diesem Szenario nicht mehr durchführbar ist und die große Gefahr besteht, dass Deutschland hier im Vergleich zu anderen Kulturen in der Ausbildungsqualität stark zurückfällt.

Eine unnötige Bürokratisierung unter dem Label der Fairness gegenüber den Autorinnen und Autoren lässt außer Acht, dass gerade im Gegenteil jede Vereinfachung in der Organisation der Lehre dringend nötig ist, um in einer komplexer werdenden Welt und schnell veraltendem Wissen konkurrenzfähig zu bleiben.

Wir unterstützen ausdrücklich folgende Punkte des Entwurfes:

1. Pauschalvergütung: Wir sind überzeugt, dass eine Pauschalvergütung (verbunden mit validen Stichproben der genutzten Dokumente) für beide Seiten die fairste Form der Vergütung darstellt. Jede Form von Einzelabrechnung würde die Nutzung von digitalen Dokumenten stark einschränken und kann nicht im Sinne der Autorinnen und Autoren und Verlage sein.

2. Verständliche Regelungen des erlaubten Nutzungsumfanges: Die geplante Erlaubnis, bis zu 25% eines Werkes in der Lehre verwenden zu dürfen, ist leicht vermittelbar und im Alltag umsetzbar. Gleichzeitig ist der Anteil gering genug, um darüber hinaus einen Anreiz zu schaffen, vollständige Werke zu erwerben.
Die vereinfachte Regel über alle Werkarten (Monografien und Aufsätze) verhindert Unsicherheiten in der Nutzung.

3. Kein Vorrang für Verlagsangebote: Die Pflicht, Verlagsangebote vor der Breitstellung zur prüfen, ist in der Alltagsumsetzung nicht umsetzbar. Jeder weitere verpflichtende Arbeitsschritt in der Bereitstellung von Dokumenten führt zu weiteren Unsicherheiten in der digitalen Dokumentenbereitstellung. Auch diese Regelung würde zu einem verstärkten Wiederaufkommen der Bereitstellung per Fotokopie führen.

Ohne sinnvolle, vereinfachende Regelungen, wie sie im Entwurf des BMJV nun vorliegen, wird jede digital organisierte Lehre ihrer großen Vorteile – nämlich der schnellen und hochqualitativen Bereitstellung von Lernmaterial – beraubt. Gerade diesen Vorteil müssen wir jedoch ausspielen, um in immer komplexer werdenden Lernstrukturen nicht nur mit anderen Kulturen mitzuhalten, sondern den Lehrenden und Studierenden einen echten Mehrwert im Sinne der Qualität des Studiums an deutschen Hochschulen zu bieten.

Der Stud.IP e.V. unterstützt daher im Interesse der über 500.000 Nutzinnen und Nutzerer des Lernmanagementsystems Stud.IP die Neuregelung des Urheberrechtes.

Die vollständige Stellungnahme können Sie hier herunterladen:
Stellungnahme zum Referentenentwurf „Entwurf eines Gesetzes zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft“ ?

Stud.IP wünscht frohe Festtage!

Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu. Die letzte Phase des eCULT-Verbundprojekts und der Start des Folgeprojekts eCULT+, Arbeit in Workshops und Arbeitskreisen, zwei Tagungen, zwei Releases, die Ankündigung von Stud.IP 4 – das Stud.IP-Jahr war vollgepackt mit Ereignissen.

In den vergangenen Wochen hat uns zudem die Diskussion um § 52a UrhG mächtig beschäftigt. In wöchentlichen Videokonferenzen tauschten sich die Hochschulen aus und erarbeiteten Lösungen, die Stud.IP fit für die Zukunft gemacht haben. Dank eines Moratoriums kommen zumindest die Sperrfunktionen zum 01.01.17 nicht zum Einsatz, aber die Geschehnisse der letzten Wochen zeigen noch etwas anderes: Wie stark der Gemeinschaftsgedanke in Stud.IP verwurzelt ist.

Bei keiner anderen Hochschulsoftware gab es so einen engen Austausch, so eine Zusammenarbeit, und eine so schnelle Bereitstellung praktikabler Lösungen, um die Situation gemeinsam zu bewältigen. Stud.IP ist eben mehr als eine Software. Stud.IP ist auch eine Gemeinschaft, eine verbindende Idee und eine Geisteshaltung.

So lange das so ist, werden wir gemeinsam alle Herausforderungen meistern. In diesem Sinne wünscht der Stud.IP e.V. eine frohe Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr 2017.

Hilfe zum Semesterstart

Das neue Semester steht vor der Tür, und damit auch jede Menge neue Studierende an den Hochschulstandorten. Alles ist neu, und natürlich bleiben Probleme nicht aus – auch mit Stud.IP.

Manche Probleme kann vielleicht unser Handbuch lösen. Es ist online unter http://hilfe.studip.de

Viel drängender sind aber vielleicht Fragen wie:

Wo finde ich meine Veranstaltungem? Wo ist mein Stundenplan? Wie komme ich an die Skripte der Vorlesung von Prof. XY? Woher kriege ich mein Passwort?

Ganz wichtig: Es gibt nicht EIN Stud.IP für alle, sondern jede Hochschule hat IHR EIGENES, in das von Außen niemand reingucken kann.

Jede Hochschule hat eigene Supportteams, die bei allen Fragen weiterhelfen. Eine Liste der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner an den Hochschulen haben wir hier zusammengestellt:

Liste der Supportstellen

Eine Mail an die Entwickler der Stud.IP-Software (die u.a. dieses Blog schreiben) bringt eher wenig. Wir helfen gerne, aber wir keinen Zugriff auf die laufenden Stud.IPs. Wenn alle Stricke reißen und jemand total verloren ist, kann er trotzdem an studip-users@lists.sourceforge.net schreiben. Wir versuchen dann jemanden zu finden der weiterhelfen kann. An die Mailadresse können auch Verbesserungsvorschläge geschickt werden. Stud.IP ist Open Source-Software und wird gemeinsam von allen entwickelt, jedes Feedback ist willkommen.

Die Stud.IP-Entwicklungsgemeinschaft und der Stud.IP-Verein wünschen einen guten Start in ein erfolgreiches Semester!

Nachruf: Wir trauern um Olav Wilde

Foto: TUHH/RZ

Foto: TUHH/RZ

Olav Wilde hatte es sich seit 2005 als eLearning-Beauftragter zur Aufgabe gemacht, Stud.IP nachhaltig an der Technischen Universität Hamburg-Harburg einzuführen und dort zu verankern. Das gelang ihm, und seitdem betreute er die Plattform sowohl an der TUHH als auch für ELCH, dem E-Learning Consortium Hamburg, und der Hamburg Open Online University. Bei der Entwicklung von Stud.IP mischte Herr Wilde ebenfalls kräftig mit: Auf sein Engagement geht u.a. die Schnittstelle zwischen Stud.IP und ILIAS zurück, die er konzipierte, finanzierte und für deren Umsetzung er Ansprechpartner war.

Sein persönliches Engagement für das Projekt machte deutlich, dass Stud.IP für Wilde mehr war als nur eine beliebige Software. Er trat 2013 als Privatperson dem Stud.IP-Verein bei und leistete immer wieder wertvolle Beiträge zur Verbesserung. Dabei beeindruckte er mit einer freundlichen Persönlichkeit, seinem offenen und verbindlichen Wesen sowie der umsichtigen und sorgfältigen Art, mit der sich Meinungen bildete und diese dann auch vertrat.

Im Stud.IP e.V. war Wilde geschätzt als Ideengeber und Pragmatiker, der nicht davor zurückscheute deutlich darauf hinzuweisen, wenn sich aus seiner Perspektive etwas in die verkehrte Richtung entwickelte. Von seinem großen Wissen, seiner Lebenserfahrung und seiner Sorgfalt hat Stud.IP sehr profitiert. Nicht nur fachlich, auch moralisch stand er dem Projekt und dem Verein als Ratgeber und Freund zur Seite.

Mit Olav Wilde verliert der Stud.IP e.V. und die Community einen engagierten, herzlichen und überaus kompetenten Menschen, der Stud.IP und alle, die mit ihm zu tun hatten, im Guten geprägt hat. Er hat Spuren im Projekt und in den Leben derer hinterlassen, die ihn kennen durften. Die Lücke, die sich nun so unversehens aufgetan hat, ist schmerzlich, und sein Fehlen wird lange nachhallen.

Olav Wilde verstarb Anfang Oktober plötzlich und unerwartet im Alter von 63 Jahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.