Archiv des Autors: Tobias Thelen

Die Menschen hinter Stud.IP: Hartje Kriete

Mit der Reihe “Die Menschen hinter Stud.IP” wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Hartje Kriete

Hartje Kriete, langjähriges Core-Group-Mitglied, Gründungs- und ehemaliges Vorstandsmitglied des Stud.IP e.V. und zuständig für Übersetzungen, Kritik aus Dozentenperspektive und grundlegende Aufmunterungen.

Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Wie kam es dazu und was war dein erster Eindruck?

Das ist 10 Jahre her. Damals war ich im Dekanat der Mathematischen Fakultät tätig und wurde zusammen mit dem SysAdmin des Mathematischen Instituts von uns völlig fremden Personen aus einer uns völlig fremden Welt angesprochen. Sie hießen Ralf Stockmann, Stefan Suchi, Cornelis Kater und boten uns irgendein angeblich absolut geniales Tool an, was haargenau auf unsere Bedürfnisse und die unserer Studierenden passen würde – und worauf unsere Studierenden total abfahren würden. Der Name war irgendetwas merkwürdiges: Stud.IP. Nun, wir waren schon damals offen für Neues, ließen es uns vorführen und erklären – und waren sehr schnell überzeugt. 2002 haben wir’s dann für unsere Fakultät eingeführt und waren damit – glaube ich – die erste Fakultät der Georgia Augusta, die es flächendeckend eingesetzt hat.

Welche Rolle hast du bei der Stud.IP-Entwicklung gespielt?

Anfangs habe ich, ähnlich wie Marco Bohnsack, das System ausgiebig getestet sowie Verbesserungsvorschläge und -wünsche gemacht. Göttingen war damals Beta-Tester, sprich, wir von der Mathematik gehörten zu den ersten, die jede neue Version im Echteinsatz getestet haben. Bereits damals hatte ich mich mit Blick auf unsere vielen ausländischen Studierenden für eine englische Übersetzung aller Texte stark gemacht – mit dem Ergebnis, dass ich in die Core-Group hinein rutschte und dort genau diesen Aufgabenbereich übernahm.

Gibt es in Stud.IP etwas, das du entwickelt hast, worauf du ein bisschen stolz bist und das die Leser ab jetzt mit dir in Verbindung bringen können?

Nun, hier sind die Übersetzungen zu nennen. Sicherlich fehlt ihnen der Feinschliff, wie ihn nur ein/e „native speaker“ produzieren kann – der bin ich nicht. Mein Fokus lag auf anderen Punkten: Konsistenz der verwendeten Begriffe, Verständlichkeit etc. Einiges davon ist auch bei den deutschen Texten eingeflossen.

Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Neben der Übersetzung in weitere Sprachen würde ich mir die Realisierung der „Hartje-Suche“ wünschen (die, an die der Wunsch geht, wissen, was das ist).

Weshalb ist es deiner Meinung nach wichtig, dass Stud.IP ein Open-Source-Projekt ist?

Open-Source-Software oder Free-Software – das ist hier die Frage. Von dieser Unterscheidung ‚mal abgesehen: Die Institutionen, die Stud.IP im Bildungsbereich einsetzen, sollten die Software an ihre jeweiligen Bedürfnisse in Lehre und Studium anpassen dürfen – für eine bestmögliche Unterstützung eben von Lehre und Studium – ohne Gängelung durch Lizenzen oder Lizenzinhaber.

Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Zur Zeit beschäftige ich mich mit Photo- und Musik-Software – nicht als Entwickler sondern als User; ein total spannender Bereich, weil dort gerade in der Linux-Welt viel Tolles existiert.

Inzwischen hast du deine aktive Rolle bei der Stud.IP-Entwicklung ja leider aufgeben müssen. Wie kam es dazu? Und hast du noch einen Ratschlag für deine Nachfolger?

Manchmal muss man sein Leben sortieren und Präferenzen neu bewerten – und dann loslassen (können). Und, nein, ich werde jetzt keine ungebetenen Ratschläge geben, wie man alles anders muss und besser machen kann – jedoch schließt das spezifische Hilfestellungen bei konkreten Fragen nicht aus.

Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Musik und Tanzen.

 

Das Interview führte Tobias Thelen.

Die Menschen hinter Stud.IP: Nico Müller

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Nico Müller, Jahrgang 1976, Core-Group-Mitglied aus Oldenburg, zuständig für Funktionalitäts-Tests, dynamisches Campusmanagement und Berlinerisches

Kannst  du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Wie kam es dazu und was  war dein erster  Eindruck?

Ich glaube es war im Jahr 2005. Für mich war Stud.IP damals eine Art Konkurrenzprodukt. Im Zuge eines DFG-Projektes musste ich ein Web-Portal aufbauen, was als Campusmanagementsystem dienen sollte und einige Funktionen die damals bereits in Stud.IP umgesetzt waren, waren auch fürs Portal vorgesehen.

Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team  insgesamt und in Oldenburg?

6 Jahre später gehöre ich zur Stud.IP-Coregroup und bin für die Funktionstests verantwortlich. In den letzten 2 Jahren habe ich einige bewerte Funktionen, die hier in Oldenburg als Plugin entwickelt wurden, direkt in den Kern eingebaut. Aktuell schreibe ich gemeinsam mit den Kollegen von data-quest gerade an einem neuen Konzept  für eine Studienmodulstruktur (auf Grundlage von Bologna) die in dem Stud.IP- Kern eingebaut werden soll.

Für Oldenburg ist Stud.IP mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die gesamte Veranstaltungs- und Modulplanung wird über das System abgewickelt. Für die zentrale Raumverwaltung dient Stud.IP ebenfalls als nicht mehr wegzudenkender Bestandteil bei der Raumvergabe. Die Studierenden erhalten alle wichtigen Informationen zu ihrem Studiengang direkt und personali- siert in Stud.IP. Sie können ihre Noten einsehen und sich zu Prüfungen anmelden. Bekommen gezeigt, welche Studienmodule sie für das aktuelle Semester für ihren Studiengang belegen sollten und welche sie bereits abgeschlossen haben.

Gibt es in Stud.IP etwas, das  du entwickelt hast,  worauf du ein bisschen stolz bist und das  die Leser  ab jetzt mit dir in Verbindung bringen  können?

Im Bereich „globale Einstellungen“ gibt es ab der 2.0 – 2.2 neue Funktionen und Masken, die den Stud.IP-Alltag für einen Administrator oder einer Administratorin ein wenig leichter machen. Wenn die neuen Studienmodulstrukturen und die neuen Anmeldeverfahren eingebaut sind, habe ich zumindest geistige Anteile daran.

Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Den gesamten Quellcode auf Trails umgestellt zu haben.

Weshalb ist es deiner  Meinung  nach  wichtig, dass Stud.IP ein Open-Source-Projekt ist?

Weil es Hochschulen die Chance bietet, für wenig Geld viele ihrer hochschulspezifischen Bedürfnisse über Stud.IP abbilden zu können.

Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Seit kurzem bin ich ein großer Fan von Gnome 3.0. Ich war selten von einer Oberfläche so beeindruckt wie von dieser. Weiterhin freue ich mich schon auf den zeitnahen Einsatz der Dokumentationssoftware datango2 . Sie wird uns hoffentlich das Leben im Bereich Kunden- Support erleichtern.

Wenn weder  Stud.IP noch Job anstehen – was  macht  dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht  für dich das  Leben  lebenswert?

Ganzen oben stehen natürlich die Familie und Freunde. Dicht gefolgt von der Fußball-Bundesliga
;-).

Wo steht ihr in 5 Jahren  – also du und Stud.IP?

Hier möchte ich meinen Kollegen aus Osnabrück, Frank Ollermann zitieren:

Stud.IP wird in fünf Jahren technisch runderneuert, einheitlich, zeitgemäß und mobil bedienbar und noch besser auf die Anforderungen von Lehrenden und Stu- dierenden angepasst sein.

Und ich werde hoffentlich immer noch hier in Oldenburg für dieses System verantwortlich sein.

Die Menschen hinter Stud.IP: Marco Bohnsack

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Marco Bohnsack, Schatzmeister des Stud.IP e.V., Core-Group-Mitglied aus Göttingen, zuständig für PR, Motivatorisches und gamehistorische Vergleiche.

1. Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Was war dein erster Eindruck und wie kam es dazu, dass du vom reinen Nutzer zum Mit-Macher geworden bist?

Meine Erstkontakt fand in einem Seminar an der Uni statt. Ich war Student, und Stud.IP wurde von einem jungen Dozenten eingesetzt, den ich sehr schätze. Das System schien mir auf Anhieb alles zu bieten, was ich mir schon lange wünschte: Dateiordner im Netz, Adresslisten der Kommilitonen, Kommunikationsmittel – perfekt. Und dann bekam ich mit, das der geschätzte Dozent – es war Ralf Stockmann – und sein Hiwi – das war Cornelis Kater – diese Software selbst entwickelten! Ich schrieb dann einem weiteren Mitstreiter der Stud.IP-Entwicklung, Stefan Suchi, nächtelang Fehlerbeschreibungen und Anregungen. So lange, bis er mich zum Betatester machte. Das war das richtige für mich, weil ich nicht programmieren konnte und bis heute nicht kann. Später habe ich dann die Hilfeseiten in ihrer ersten Version erstellt bzw. überarbeitet.

2. Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team? Was machst du ansonsten beruflich?

Heute bin ich der PR-Beauftragte der CoreGroup. Zu meinen Aufgaben gehört die Pflege der Portalseite, die Formulierung von Pressemitteilungen und die Verbreitung von Informationen über Twitter, Facebook, News, usw.

Ansonsten bin ich beruflich Geschäftsführer der data-quest GmbH, die – passend – Dienstleistungen und Support für Stud.IP anbietet. Ich konnte also mein Freizeitvergnügen zum Beruf machen. Die Begeisterung für das Freizeitvergnügen hat sich übrigens ins Tagesgeschäft übertragen und ist immer noch genauso stark wie früher.

3. Benutzt du Stud.IP eigentlich selbst? Wofür?

Wir nutzen in der Firma ein modifiziertes Stud.IP als Allroundplattform. Stud.IP bringt alles mit, was wir im Unternehmen brauchen, vom Kalender über Datei- und Infoablage bis hin zum Adressbuch. Ausserdem benutze ich natürlich die jeweils allerneueste Entwicklungsversion um mit der Coregroup zu kommunizieren und die jeweils neueste Releaseversion für Präsentationen.

4. Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Ich möchte für Stud.IP endlich vernünftigen Zugang auf Mobilgeräten haben. Entweder als App oder als optimierte Website, Hauptsache Mobil. Das ist die Zukunft, ohne das geht es nicht. Leider kann data-quest das nicht einfach mal so nebenbei entwickeln – wir brauchen dazu Partner, die mit Ideen und evtl auch finanziell unterstützen.

5. An Open-Source-Software finde ich immer besonders faszinierend, dass es dank der freien Lizenz Leute gibt, die die Software hernehmen und für etwas zurechtbiegen, womit keiner der Entwickler gerechnet hätte. Du hast da ja glaube ich einen ganz guten Überblick: Welcher Stud.IP-Einsatz hat sich besonders überrascht?

Mich hat der Einsatz an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt überrascht, wo Stud.IP unter dem Namen „Buschtrommel“ für interne Kommunikation, Projektkoordination und die Verwaltung der Dienstwagen genutzt wird. Faszinierend ist auch der Augsburger Digicampus, unter dessen Oberfläche Stud.IP als Herz des ganzen läuft, oder das Institut für klinische Studien am Göttinger Klinikum, wo Forschungsstudien mit dem System verwaltet werden.

6. Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Außer an Stud.IP arbeite ich natürlich an vielen Firmenprojekten mit, aber das zählt, glaube ich, nicht für diese Frage 🙂

Ich benutze gerne und oft „Pages“ und „Keynote“ auf dem Mac und bin – einer der wenigen  – Fans von MobileMe. Diesen „Exchangeserver für Privatnutzer“ finde ich so gut gemacht, dass ich dafür sogar Geld zahle.

7. Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Ich lebe da ziemlich krasse Gegensätze aus – auf der einen Seite bin ich ein Film- und Gamenerd, der Dir die Handlung von „Deus Ex“ im Detail nacherzählen kann, auf der anderen Seite reise ich gerne, um mir zuvor angelesenes Wissen über Kunstgeschichte und Architektur in Natura anzusehen.

8. Wo steht ihr in 5 Jahren – also du und Stud.IP?

Stud.IP wird die wichtigste Plattform zur Aus- und Weiterbildung in allen Bereichen in den nördlichen Bundesländern sein. Ich werde nach wie vor stolz sein, Teil eines so großen Projektes sein zu können und versuchen, Stud.IP auch in Bayern bekannt zu machen.

 

Das Interview führte Tobias Thelen.

Die Menschen hinter Stud.IP: Frank Ollermann

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Frank Ollermann, Jg. 1977, Core-Group-Mitglied aus Osnabrück. Zuständig für Anwenderdokumentation und GUI-Richtlinien, Usability-Betrachtungen und Psychologisches.

1. Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Was war dein erster Eindruck und wie kam es dazu, dass du vom reinen Nutzer zum Mit-Macher geworden bist?

Meine erste Begegnung mit Stud.IP war im Jahr 2003, als ich im damaligen Zentrum zur Unterstützung virtueller Lehre (virtUOS) arbeitete. An der Universität Osnabrück hatten wir zuerst ein kommerzielles System im Einsatz, das sehr sperrig zu bedienen war. Als ich dann das erste Mal Stud.IP gesehen habe, habe ich gleich gemerkt, dass es viel besser „flutscht“, und war von Anfang an sehr angetan. Zum Mitmacher bin ich „dienstlich“, also über meine Arbeit im virtUOS geworden.

2. Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team? Was machst du ansonsten beruflich? Team heißt immer auch: Verteilte Aufgaben und Kompetenzen. Was können die anderen besser als du und wo bist du besonders gut?

Ich bin in der Core-Group für Usability-Fragen und für die Nutzerdokumentation zuständig. Außerdem muss natürlich auch immer wieder über neue Features u.ä. diskutiert werden. Eine Abschätzung des zeitlichen Aufwandes fällt mir schwer, weil das alles sehr stark mit anderen Arbeitsabläufen verschränkt ist. Im Rahmen des Verbundprojekts eCULT bin ich dafür zuständig, sämtliche Entwicklungsarbeiten, die im Rahmen dieses Projekts anfallen, zu koordinieren. Da werde ich sicherlich wieder mehr mit Stud.IP zu tun haben als in den letzten Monaten.

„Ansonsten“ bin ich Leiter des Geschäftsbereichs Virtuelle Forschung und Lehre im virtUOS. Da geht es unter anderem um übergeordnete Aufgaben der Arbeitsorganisation und um strategische Planungen rund um die Themen E-Learning und E-Science.
Was meine Rolle im Team angeht, so sehe ich meine Stärken und Schwächen auf den beiden Seiten derselben Medaille: Ich bin kein Programmierer und kann daher nicht mal eben schnell Korrekturen oder Erweiterungen am Quellcode vornehmen. Andererseits laufe ich nicht so sehr Gefahr, Probleme aus Sicht eines Programmierers anzugehen, sondern kann Stud.IP mehr von außen betrachten.

3. Benutzt du Stud.IP eigentlich selbst? Wofür?

Im virtUOS benutzen wir Stud.IP für verschiedene Aufgaben, vor allem für die Außendarstellung über die externen Seiten. Ich selbst setze Stud.IP jetzt für einen Lehrauftrag ein.

4. Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Dass Stud.IP auch mobil gut bedienbar ist.

5. Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Ich benutze gerne Facebook und Google+, vor allem um mit Menschen in Kontakt zu bleiben, bei denen mir das, z.B. aufgrund der großen Distanz, sonst schwer fallen würde. An anderen Softwareprojekten arbeite ich eigentlich nicht, jedenfalls nicht direkt. Stud.IP ist da gewissermaßen mein ein und alles.

7. Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Ich betreibe Familienforschung und komme dabei mit vielen netten entfernten Verwandten in Kontakt. Das macht mir derzeit sehr viel Spaß. In diesem Zusammenhang lese ich auch sehr gerne Sachbücher mit geschichtlichen Themen. Außerhalb meiner vier Wände bin ich gerne in der Natur oder auf Reisen, um Energie zu tanken und neue Eindrücke zu sammeln. Leider bleibt mir dafür nicht so viel Zeit, wie mir lieb wäre.

8. Wo steht ihr in 5 Jahren – also du und Stud.IP?

Fünf Jahre ist ja nun zufällig genau die Projektlaufzeit von eCULT. Am Ende dieser Zeit werde ich Stud.IP noch sehr viel besser kennengelernt haben und jede Frage beantworten können. Stud.IP wird in fünf Jahren technisch runderneuert, einheitlich, zeitgemäß und mobil bedienbar und noch besser auf die Anforderungen von Lehrenden und Studierenden angepasst sein.

 

Das Interview führte Tobias Thelen.

Die Menschen hinter Stud.IP: Cornelis Kater

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Cornelis Kater
Cornelis Kater, Jg. 1977, erster Vorsitzender des Stud.IP e.V., Core-Group-Mitglied aus Göttingen/Hannover und zuständig für GUI-Richtlinien, Anmahnen fehlender Ränder und Bewahrung des Ur-Spirits.

1. Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Wie kam es dazu, dass du zum Mit-Macher geworden bist?

Ich glaube, Stud.IP ist mir nicht begegnet, ich war zuerst da 🙂 Zumindest kann ich nicht davon sprechen, welchen Eindruck es gemacht hat – immerhin war ich daran beteiligt, dafür zu sorgen, dass es überhaupt erst anderen begegnen konnte.
Tatsächlich war ich damals Teil der Gruppe von Personen, die die ersten Ideen zusammengetragen haben und auch der Name war ein Ergebnis eines rasanten Brainstormings zwischen Ralf Stockmann und mir, um eine wichtige Headline zu schaffen. In den Jahren danach war ich an der Entwicklung vieler Kernfunktionen beteiligt und finde noch immer vieles davon im System wieder, was zuweilen ein wenig seltsames Gefühl hinterlässt….

2. Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team?

Ich habe mehrere Rollen: Als Vorsitzender des Stud.IP e.V. kümmere ich mich darum, die Ausrichtung des Projektes und das Zusammenwirken der verschiedenen Hochschulen zu organisieren. Der Stud.IP e.V. richtet zudem CodeCamps und Entwicklerwochenenden aus und spielt im eCult-Projekt, das unter anderem die Weiterentwicklung von Stud.IP zum Ziel hat, eine wichtige koordinierende Rolle.

Ein anderer Hut ist die Mitgliedschaft in der CoreGroup. Als einer der ersten Programmierer im Projekt bin ich noch immer an der Entwicklung beteiligt. Mittlerweile kümmere ich mich vor allem um das Design des Systems, Navigationsstruktur und andere visuelle Elemente, auch außerhalb der eigentlichen Software.

3. Benutzt du Stud.IP eigentlich selbst? Wofür?

Meistens nutze ich es eher weniger, da ich weder in Lehre tätig bin noch die Rolle des Nutzers allzu oft einnehmen kann. Ich kenne es vor allem vom Entwicklerserver, auf dem wir unsere Diskussionen rund um die Software führen und werde darüber hinaus von meinem Mitarbeitern an der Leibniz Universität als sowas wie ein Stud.IP-Universallexikom missbraucht, um bei Fragen und neuen Anwendungsfällen schnell Ideen oder Lösungen zu präsentieren. Die Nutzung ist dabei also eher ein wenig abstrakt, was mir jedoch immer wieder die Möglichkeit gibt, die Software von außen kritisch zu beäugen und damit neue Ideen zu entwickeln.

4. Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Ich würde gerne einfach durch einen Fingerstreich einige ältere Bereiche aufräumen und einheitlich gestalten. Es gibt mittlerweile sehr viele ausgereifte Ideen und konkrete Vorstellungen, wie sich die Software anfühlen sollte, wie der Nutzer geführt wird und wie sich ansonsten viele Bereiche frisch und leicht verständlich präsentieren lassen. Ein anderer Wunsch wäre, eine neue Oberfläche zu entwickeln, die auf berührungsbasierten Geräten dem Nutzer Stud.IP direkt in die Hand legt und das unmittelbare Arbeiten an Dokumenten und Inhalten vereinfacht.

Hmm, eigentlich habe ich nur einen Wunsch frei… aber vielleicht wird der eine oder andere Wunsch schon sehr bald im Rahmen der eCult-Projektförderung Wirklichkeit und ich kann diesen besondere Wunsch für ganz andere Dinge verwenden…

5. An Open-Source-Software finde ich immer besonders faszinierend, dass es dank der freien Lizenz Leute gibt, die die Software hernehmen und für etwas zurechtbiegen, womit keiner der Entwickler gerechnet hätte. Du hast da ja glaube ich einen ganz guten Überblick: Welcher Stud.IP-Einsatz hat sich besonders überrascht?

Am meisten überrascht hat mich das DFB-Projekt, das „grüne“ Stud.IP, in dem die Software für die Schriedsrichteraubsildung eingesetzt wird.

6. Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Zur Zeit gefällt mir besonders gut Dropbox zum Austausch von Dateien, Mindmeister zur Strukturierung von Projekten und ToDos via Mindmaps und zahlreiche Apps, insbesondere im Tablet-Bereich. Es ist sehr faszinierend, welche wichtige Sprung der Vereinfachung der Bedienung von Computer hier gerade passiert.

7. Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Das sind so einige Dinge: Lesen, die Mitarbeit am Studententheater in Göttingen, Schreiben oder, ganz aktuell, ein eigener Podcast, rund um Architektur und Stadtkultur (http://schoene-ecken.de). Und wenn gar nichts ansteht fahre ich einfach raus und schaue mir mir unbekannte Städte, Landschaften oder Länder an.

8. Wo steht ihr in 5 Jahren – also du und Stud.IP?

In 5 Jahren werden wir erfolgreich das eCult-Projekt umgesetzt haben und Stud.IP auf innovative und trotzdem zur Philosophie des Projektes passende Art und Weise um viele neue Möglichkeiten erweitert haben. Wir werden auf ganz andere Art und Weise mit digitalen Medien aus Stud.IP arbeiten und interagieren und bis dahin vielleicht auch den einen oder anderen neuen Standort für die Software begeistern können. Wie ich mich kenne werde ich selbst vermutlich eine Reihe von Dingen im Kopf haben, die mit derzeit noch völlig fremd sind und die ich mit dem Projekt teilen kann. Ich bin sehr gespannt, was mich und was uns erwartet und was wir bis dahin noch gemeinsam erleben werden.

Die Menschen hinter Stud.IP: Tobias Thelen

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Tobias Thelen, Jg. 1972, ehemaliges Core-Group-Mitglied aus Osnabrück. Bis vor kurzem zuständig für den Hilfe-Server, Entwickler-Dokumentation, Entwickler-Regeln, große Ideen und Philosophisches.

1. Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Was war dein erster Eindruck und wie kam es dazu, dass du zum Mit-Macher geworden bist?

Das war im Februar 2003, als ich einem Kollegen das Campussource-Portal zeigen wollte. An der Uni Osnabrück hatten wir damals gerade eine kommerzielle Lernplattform im Testbetrieb, mit der wir nicht sehr zufrieden waren. Stud.IP hat mich ganz spontan angesprochen, weil es ganz offensichtlich einen Gestaltungswillen gab und nicht nur die üblichen zusammengeklatschten HTML-Formulare. Auf den zweiten Blick hat mich begeistert, dass der Alltag deutscher Hochschulen super unterstützt wird. Das fängt bei Begriffen an – dass es überhaupt Semester, Fakultäten und Seminar gibt, war bei den anderen Plattformen schlichtweg nicht der Fall. Diesen pragmatischen Ansatz finde ich ganz wichtig: Etwas bieten, das eigentlich allen Lehrenden und Studierenden etwas bringt können, nicht nur denen, die sich viele und aufwendige Gedanken um E-Learning gemacht haben.

Ein paar Tage später habe ich mal in den Quellcode geschaut und meine erste Erweiterung eingebaut, das Wiki. Zum Glück konnte Stud.IP unsere Hochschule überzeugen, so dass wir in Osnabrück jetzt seit 8 Jahre fleißig mitentwickeln.

2. Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team?

Meine offizielle Rolle als Core-Group-Mitglied musste ich leider vor kurzem aufgeben, weil ich derzeit zu viele andere berufliche Verpflichtungen habe. Dem Projekt fühle ich mich aber weiterhin sehr verbunden und versuche in anderer Weise nützlichen Input zu liefern: Als Dozent, der das System im Lehralltag nutzt und als E-Learning-Entwickler, der intensiv auch mit anderen Systemen arbeitet  (manchmal eher: arbeiten muss) und Lehr- und Lernszenarien außerhalb von Hochschulen untersucht.

3. Benutzt du Stud.IP eigentlich selbst? Wofür?

Ich bin seit drei Semestern glücklicherweise wieder verstärkt selbst in der Lehre tätig und nutze für meine Informatik-Vorlesungen und -Übungen Stud.IP intensiv als Kommunikations- und Organisationswerkzeug. Es ist immer wieder erstaunlich, wie selbstverständlich das für alle Beteiligten in den letzten 8 Jahren geworden ist und wie z.B. hervorragend solche Dinge wie die Einbindung von Vorlesungsaufzeichnungen funktionieren. Ich stelle aber auch immer wieder fest, dass es viele Funktionen, die ich als Dozent gerne hätte, einfach nicht gibt.

4. Was sind denn das für Funktionen, die dir fehlen? Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Ich lege viel Wert auf ein ordentliches Vorlesungsskript, auf Beispielcode, Übungsaufgaben mit Musterlösungen usw. Das Script kann ich gar nicht in Stud.IP entwickeln, sonder muss dafür ein externes System verwenden und den Rest meiner Vorlesungsumgebung muss ich jedes Jahr wieder neu aufbauen. Mit dem Übungsplugin Vips kann ich keine Dateien abgeben und meine Dateien und andere Inhalte der Veranstaltung nicht selektiv nach außen freigeben.

5. Stud.IP soll ja vor allem ein vielseitiges und anregendes Werkzeug für die Nutzer sein und sie nicht in zu enge Bahnen lenken. Welche aus Entwicklersicht unerwartete Stud.IP-Nutzung hat dich besonders überrascht?

Die größte Überraschung lag für mich ganz am Anfang, als wir Stud.IP nur in wenigen Lehrveranstaltungen und ganz ausdrücklich nur testweise angeboten haben. Ganz schnell hat sich eine Gruppe von Geographie-Studierenden und –Lehrenden gefunden, die daraus eine Plattform gemacht hat, über die sie ihren Protest gegen die drohende Schließung und Verlagerung des Faches erfolgreich organisiert haben. Mir hat das gezeigt: So ein Kommunikationssystem für Hochschulen trifft eine Lücke, auf die die Menschen nur gewartet haben.

Eine zweite Überraschung sehr viel später war, dass die Studiengruppen tatsächlich so gut angenommen werden und die Studierenden darin ein Werkzeug sehen, dass ihnen für ihr Studium etwas bietet, was Facebook, StudiVZ und Co. nicht können. Sie machen Stud.IP (wieder mal) zu einem Ort, wo Studierende sich vernetzen um gemeinsam zu lernen.

6. Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Ich benutze gerne eine UNIX-Shell mit vi-Editor, um in Python zu programmieren oder an LaTeX-Dokumenten zu basteln. Ich freue mich jedesmal über Picasa, wenn ich es benutze. WordPress finde ich angenehm, bei PmWiki  begeistert mich immer wieder die Einfachheit des Systems, mit der so vieles möglich wird und natürlich fühle ich mich in Stud.IP wohl.

Als Entwickler befasse ich mich mit Moodle, WordPress und PmWiki, allerdings in allen Fällen nur als Plugin-Entwickler, der höchstens mal einen Bugfix zum Release beisteuert. In Python verfeinere ich immer wieder einen selbstgebauten Webserver samt MVC-Framework, den ich in meinen Vorlesungen zu Anschauungszwecken verwende.

7. Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

 Vor allen Dingen meine Familie, Reisen, Wandern, Radtouren, gute Bücher, gute Musik, gute Luft.

8. Wo steht ihr in 5 Jahren – also du und Stud.IP?

 Dank des eCult-Projektes, das für die nächsten 5 Jahre eine ganz gute Finanzierung bereitstellt, hat Stud.IP eine Riesenchance dringend zu Modernisierendes anzupacken und sich in seiner eigenen Nische weiter gut gegen Campus-Management, reine Lernplattformen und Social Networks abzugrenzen. Ich hoffe, dass Stud.IP auch außerhalb von Hochschulen gut passt und ich es in den nächsten fünf Jahren in vielen Projekten einsetzen und damit auch insgesamt voranbringen kann.

 

Tobias Thelen interviewte sich selbst.

Die Menschen hinter Stud.IP: Rasmus Fuhse

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Rasmus Fuhse, Jg. 1982, Core-Group-Mitglied aus Göttingen. Zuständig für Javascript, beherzten Pragmatismus und Mathematisches

1. Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Was war dein erster Eindruck und wie kam es dazu, dass du vom reinen Nutzer zum Mit-Macher geworden bist?

Ich war 2003 im zweiten Semester und irgendein Professor der Mathematik hat Unterichtsmaterial in ein System gestellt, das sich Stud.IP nannte (und niemand wusste, wie man das korrekt aussprechen soll). Bei dieser einen PDF-Datei blieb es für einige Zeit. Aber da ich im zweiten Semester schon Dinge zu bearbeiten hatte, die es wert waren, sich mit anderen Dingen davon abzulenken, bin ich einfach durch dieses Stud.IP gestriffen und habe mir angeschaut, was das System noch so kann. Da gab es persönliche Homepages, Umfragen, News, Gästebücher, Chats, einen Messenger und vor allem Nutzer, die auch online waren. Es dauerte wohl einen Monat, bis ich komplett süchtig danach war, mit völlig fremden Menschen im Kulturforum zu diskutieren, ihre Umfragen zu beantworten, neue Leute kennen zu lernen und so weiter. Das war damals das, was heute Facebook ist. Und ich habe tatsächlich einige Freunde kennen gelernt, mit denen ich auch heute noch gut befreundet bin.

Nach meinem Diplom fiel meine Bewerbungsphase in die Finanzkrise und Jobs für Mathematiker waren rar. Da ich keine Lust hatte, komplett ohne Arbeit zu sein, während ich die Krise aussitzen musste, habe ich die Firma, die hinter Stud.IP steckt (data-quest) gefragt, ob ich für die mal was programmieren soll oder kann. 10 Minuten nach Abschicken der Mail wurde ich angerufen und einen Tag später hatte ich eine unbefristete Stelle bei data-quest bekommen. Hier kann ich den ganzen Tag im Stud.IP verbringen und werde auch noch dafür bezahlt! Voll cool. Das macht mir den Job ziemlich angenehm, auch wenn er nicht so viel mit meinem Studium zu tun hat.

2. Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team?

Heute bin ich Beauftragter für Javascript in Stud.IP bei den Kernentwicklern. Wenn der Dateibereich oder die Neuigkeiten nicht mehr plötzlich aufklappen, sondern langsam nachgeladen werden, bin ich dahinter verantwortlich. Die Schnellsuchen habe ich komplett neu gemacht. Aber beruflich bin ich die meiste Zeit mit Plugins beschäftigt, die nur in manchen Stud.IP-Installationen zum Einsatz kommen. Der normale Nutzer, meine Freunde, sehen also nur wenig von meiner Arbeit, was natürlich schade ist.

3. Benutzt du Stud.IP eigentlich selbst? Wofür?

Ich benutze Stud.IP in der Firma intern zum Erfassen von meiner Arbeitszeit und als Koordination mit den anderen Kernentwicklern. Ansonsten schaue ich ab und an noch in meinen Studienaccount rein. Aber da passiert nicht mehr viel, was vielleicht auch gut ist. Mehr als acht Stunden am Tag sollte man vielleicht auch nicht mit Stud.IP verbringen.

4. Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Stud.IP müsste wieder mehr für die Studenten da sein anstatt für die Administratoren. Dafür fehlt aber das Geld. Wenn die Leute an der Uni fragen, was man an Verbesserungen in Stud.IP einbauen soll, dann reden sie immer mit den Admins des Systems und deswegen wird das meiste im Verwaltungsbereich erneuert und verbessert. Den Messenger, den Chat, die Homepages, die Seminarübersichtsseite des Nutzers – das alles müsste man mal dringend neu machen, damit es den modernen Nutzungsgewohnheiten entspricht.

5. Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Im Netz benutze ich die üblichen Kommunikationskanäle wie Facebook, Google+, Twitter und lese natürlich Nachrichten. Richtig begeistern konnte mich im letzten Jahr allerdings nur Jamendo.de, eine Seite, bei der es CreativeCommons Musik kostenlos zum runterladen und privaten Gebrauch gibt. Da fließt sehr viel Kreativität von freien Bands zusammen, die man in den Charts seit einiger Zeit vermisst.
Ich selbst baue in der Freizeit noch eine eigene Kommunikationsplattform, die für ein Strategierollenspiel verwendet wird. Das ist aber ein eher kleines Projekt.

6. Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Sport, Filme, Rollenspiel und ich mache auch selbst Musik.

7. Wo steht ihr in 5 Jahren – also du und Stud.IP?

Keine Ahnung. Ist Stud.IP das beste System der Welt? Ich denke nicht. Gut möglich, dass irgendwann was Neues da ist und ich dann woanders arbeite. Aber bisher sieht es gut aus und ich habe noch Spaß bei der Arbeit. Und solange bleibt es erst einmal dabei.

 

Das Interview führte Tobias Thelen.

Die Menschen hinter Stud.IP: Thomas Hackl

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Thomas Hackl, Jg. 1977, Core-Group-Mitglied aus Passau, zuständig für Schnittstellen, Re-Integration orangener Stud.IPs und Süddeutsches.

1. Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Was war dein erster Eindruck und wie bist du zum Mit-Macher geworden?

Im Rahmen unseres „Campus-Management-Projekts“ an der Uni Passau war ich Ende 2005 damit beauftragt, verschiedene LMSe auf ihre Funktionen, Optik und Tauglichkeit für unsere Zwecke zu untersuchen und eine Empfehlung zu geben. Über CampusSource bin ich dann unter anderem auch auf Stud.IP gestoßen und habe es letztlich als meinen „Testsieger“ empfohlen. Ich fand es ziemlich mächtig und viel intuitiver als andere Systeme in der Bedienung. Vor allem die externen Seiten haben mir damals gut gefallen. Und dass es OpenSource ist und wir eben auch selber was dran- und umbauen konnten, hat dann den letzten Kick gegeben. Durch meinen Job hier war ich quasi von Anfang an Entwickler, zuerst komplett isoliert hier in Passau.

2. Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team? Wie viele Stunden in der Woche beschäftigt dich das? Team heißt immer auch: Verteilte Aufgaben und Kompetenzen. Was können die anderen besser als du und wo bist du besonders gut?

Ich bin heute der Stud.IP-Admin in Passau und mache neben der Betreuung des Systems (Bugfixing usw.) auch die Serveradministration mit. Das heißt auch, dass quasi meine gesamte normale Arbeitszeit in irgendeiner Form für Stud.IP oder verwandte Dinge draufgeht, inklusive der Arbeit für die Community. Einen großen Punkt stellen dabei die Arbeiten dar, die unsere
ganz eigene Stud.IP-Version wieder zurück zum Release führen sollen. Ich bin glaube ich ganz gut, wenn es darum geht, Schnittstellen zu anderen Systemen zu bauen. Andererseits bin ich manchmal auch ein bisschen „Old School“ in meinem Code und überlasse es gerne anderen, neue, schicke Javascript-Spielereien mit Drag&Drop und sowas zu bauen.

3. Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Mein Traum wäre, einmal mit den Fingern zu schnippen, und die Passauer Version ist vollständig integriert mit der „echten“.

4. An Open-Source-Software finde ich immer besonders faszinierend, dass es dank der freien Lizenz Leute gibt, die die Software hernehmen und für etwas zurechtbiegen, womit keiner der Entwickler gerechnet hätte. Welcher Stud.IP-Einsatz hat sich besonders überrascht?

Ehrlich gesagt war das die Installation an einer Schule in Brasilien. Dort einfach Stud.IP nutzen zu können, trotz der völlig anderen Umgebung und der unterschiedlichen Voraussetzungen im Vergleich zu normalen deutschen Hochschulen, finde ich toll.

5. Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Jobmäßig arbeite ich (vor allem technisch als System- und Serveradministrator, aber auch teilweise als Entwickler) mit ILIAS, Unizensus, dem ViMP-Videoportal und Typo3 oder den Schnittstellen zwischen diesen Systemen. Privat mag ich ganz gerne (natürlich) Facebook und bin regelmäßig Gast auf Flickr. Programmiertechnisch bin ich in keinem größeren Softwareprojekt aktiv, ich baue immer mal wieder kleinere Homepages oder pflege ein kleines „Framework“ zur Verwaltung von Terminen
(private Pokerrunde und Rotes Kreuz zur Terminbuchung).

6. Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Ich bin leidenschaftlicher Leser, vor allem von (englischsprachiger) Fantasy, mein absoluter Favorit ist „A Song of Ice and Fire“, aber in meinem Regal steht so ziemlich alles, was in der Fantasy Rang und Namen hat. Daneben schreibe ich auch selbst an zwei Fantasyromanen, der eine ist ein Gemeinschaftsprojekt mit einem Freund, der andere ist eine Eigenproduktion. Wenn ich nicht lese, ist das Fotografieren ein wichtiges Hobby von mir, hauptsächlich Natur- und Tierfotografie. Ansonsten bin ich Experte für Horrorfilme, schaue aber auch gerne Bollywood, die Lindenstraße sowie den Eurovision Song Contest. Mein Musikgeschmack bewegt sich sehr in Richtung Metal, meistens mit Folk-Einflüssen, ich höre aber radiotauglichen Pop oder sogar teilweise heimatliche bayerische und österreichische Klänge.

7. Wo steht ihr in 5 Jahren – also du und Stud.IP?

Stud.IP steht hoffentlich als verbreitestes OpenSource-LMS an deutschen Hochschulen da. Und ich wäre gerne live dabei, als stolzer Stud.IP-Opa mit einem eigenen Entwicklerteam hier in Passau.

 

Das Interview führte Tobias Thelen.

DOQO#1: Qualitätsoffensive für die Admin-Dokumentation

DOQO#1 Wenig auf der Welt ist wirklich perfekt. Oder anders gewendet: Es gibt immer was zu tun. Meist so viel, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll und dann liegt viel Angefangenes herum und wartet darauf, perfekt – oder zumindest: fertig – zu werden. So ähnlich ist auch der Gesamtzustand der Stud.IP-Dokumentation. Stud.IP ist ein lebendiges Software-Projekt, das sich schnell weiterentwickelt, das angesichts der vielen Ideen und Baustellen bei der Dokumentation immer an ein wenig zu wenig leidet: Zu wenige Mitschreiber, zu wenig Zeit, vor dem nächsten Release die Überarbeitung abgeschlossen zu haben.

Seit 2006 ist die Stud.IP-Anwenderdokumentation nicht mehr Teil der Distribution, sondern wird zentral in einem Wiki gepflegt: http://hilfe.studip.de. Die damals verfolgten Grundideen sind aufgegangen: Viele lokale Anstrengungen, eine bessere Stud.IP-Dokumentation zu schreiben konnten zusammengeführt werden. Jetzt profitieren alle davon, weniger Arbeit wird doppelt gemacht und es ist eine zentrale Anlaufstelle für die Dokumentation entstanden. In gewisser Weise war das Vorhaben erfolgreicher als gedacht: Nicht nur die Anwender-Dokumentation, sondern auch neue Admin-, Entwickler- und Plugin-Dokumentationsecken sind entstanden. Das alte Hilfe-Wiki war dafür gar nicht richtig ausgelegt, hat das Prinzip der standortbezogenen Sichten zu weit gefasst und zu wenig transparent gemacht: In Teilen der Hilfe war eher chaotisches Wuseln als planvoll gehegtes Wachsen an der Tagesordnung.

Jetzt wird alles noch besser! Mit dem neuen Dokumentations-Portal, das pünktlich zum Release von Stud.IP 2.0 an den Start gegangen ist, werden die verschiedenen Dokumentations-Teile sauberer getrennt, das Layout ist moderner und lecht sich soweit wie möglich an das Stud.IP-Portal an. Nun, da die Technik einigermaßen rund läuft, kann es ans Eingemachte, also die Inhalte gehen.

Seit dem 22.2. läuft die Dokumentations-Qualitätsoffensive DOQO. Jeden Monat nehmen wir uns ein Stück der Stud.IP-Dokumentation vor, sortieren, entrümpeln, korrigieren, ergänzen und polieren sie.

Den Anfang macht die Admin-Dokumentation unter http://docs.studip.de/admin. Hier erfahren Stud.IP-Betreiber, wie sie eine eigene Installation von Stud.IP aufsetzen, welche Konfigurationsoptionen es gibt und wie das eigene Stud.IP so eingerichtet werden kann, dass zu den Gegebenheiten vor Ort passt. Die Admin-Dokumentation wendet sich also weder an Dozenten, noch Studenten oder Software-Entwickler, sondern an Rechenzentren, E-Learning-Support-Einrichtungen und natürlich auch all die Experimentierwilligen, die sich ein eigenes Stud.IP zu Test- und Versuchszwecken halten wollen.

Wir haben uns vorgenommen, in den nächsten 4 Wochen endlich einmal eine vollständige und aktuelle Admin-Dokumentation zu schaffen. Die allermeisten Informationen sind schon vorhanden, aber in den Tiefen der Stud.IP-Developer-Foren verstreut. Lasst sie uns zusammentragen und einem der Hauptprobleme der Stud.IP-Betreiber begegnen: Dass eigentlich all ihre Wünsche erfüllbar sind, sie aber die richtigen Zaubersprüche nur nicht finden.

Wer mitmachen will, aber noch keinen Bearbeitungs-Account hat, wende sich bitte an Tobias Thelen.

Und hier geht’s aufs Schlachtfeld: http://docs.studip.de/admin.

82 Stunden Stud.IP-Entwickler-Workshop

Stud.IP-Entwicklertagung 2009 in Osnabrück

Stud.IP-Entwicklertagung 2009 in Osnabrück

Der diesjährige Stud.IP-Entwickler-Workshop im Zentrum virtUOS der Uni Osnabrück ist vorbei. Vier aufregende Tage voller spannender Vorträge, intensiver Diskussionen und hochmotivierter Weiterentwicklungen. Inhaltliche Resumés folgen noch; hier zunächst nur einige Impressionen der letzten vier Tage.

Donnerstag, 26.3., 8.00 Uhr

Carola und Ansgar sind schon fleißig, schleppen Kisten und Kabel in den Senatssitzungssaal. Dank ihrer perfekten Vorbereitung in den letzten 14 Tagen kann ich nur danebenstehen, und, wenn Not am Mann ist, mit zupacken. Schließlich steht alles bereit, Kaffee ist gekocht und die Gäste können eintrudeln. Kaffee, Saft und Kekse werden vom Stud.IP e.V. gesponsert, so dass der übliche Hut, der bei solchen Gelegenheiten kreist, um die Unkosten zu decken, in der Ecke liegen bleiben kann. An dieser Stelle ein Dank an alle Vereinsmitglieder, insbesondere die (derzeit drei) Mitgliedshochschulen, die mit ihren Beiträgen unter anderem Entwicklerworkshops ermöglichen und motivierender gestalten helfen!

Donnerstag, 26.3., 11.00 Uhr

Konzentriertes Zuhören bei den Vorträgen

Konzentriertes Zuhören bei den Vorträgen

Es geht los. Knapp dreißig Teilnehmer lauschen hochkonzentiert den Vorträgen und sind jederzeit bereit, bis ins Detail nachzufragen. Ein halbes Dutzend Nachzügler lässt die Teilnehmerzahl bis zum Mittag auf stolze 35 ansteigen. Beinah jeder Vortrag, jeder Einzelworkshop ist zu kurz. Bei Stud.IP-Entwicklervorträgen gibt es keine Hochglanz-Präsentationen, dafür werden aktuellste Entwicklungen vorgestellt. Manchmal sind sie bereits im Einsatz vor Ort, manchmal halbfertig, manchmal nur Ideen. Jeder Vortragende kann sich sicher sein: Das Publikum ist hochkompetent, begeisterungsfähig und kritisch. Präsentationsmängel werden leichter verziehen als halbgare Ideen. Deshalb sind Entwicklerworkshops Spezialistentagungen. Wer ganz neu dazustößt braucht eine Weile, um sich zu ortientieren. Aber er kann sich sicher sein: Es findet sich spätestens in der Pause zu jeder Frage jemand, der sie geduldig beantwortet.

Donnerstag, 26.3., 15 Uhr

Diskussion im virtUOS-Studio

Diskussion im virtUOS-Studio

Das »Schnitzel Florida« aus der Mensa ist verdaut, es herrscht angeregte Diskussionsatmosphäre. Für die Einzelworkshops wird das Plenum geteilt und je eine Gruppe verzieht sich ins angrenzende virtUOS-Filmstudio.  Manch einer wollte vor lauter spannender Videotechnik ringsum erstmal hinter die Kulissen kriechen, musste damit aber bis zum Abend warten. Während nach 6 Stunden intensiven Arbeitens die Core-Group noch eine zweistündige Sitzung zu absolvieren hatte, konnten sich die anderen in der Uni Osnabrück herumführen lassen und Aktuelles wie Historisches über virtUOS und Schloss erfahren.

Donnerstag, 26.3., 22 Uhr

Noch gut 20 Entwickler und andere Stud.IP-Interessierte sitzen im Unikeller bei Speis und Trank und können kaum von den angefangenen Diskussionen des Tages lassen. Neue Ideen werden zusammengesponnen, Erfahrungen ausgetauscht, aber auch ganz „normale“ Kneipengespräche füllen die gemütlichen Gewölbe. Für die Einen ist es willkommenes Wiedersehen, andere lernen zum ersten Mal die Gesichter und Menschen hinter den tagtäglichen Forumsdiskussionen des Developerservers kennen. Irgendwann weit nach Mitternacht ruft das Hotelbett, denn morgen steht ein weiterer Workshoptag an.

Freitag, 27.3., 9 Uhr

Große Runde am Freitagmorgen

Große Runde am Freitagmorgen

Dass alle pünktlich um 9 auf ihren Plätzen sitzen und meiner kritischen Betrachtung der formalen Regeln beim Entwickeln und Neue-Features-Einbringen lauschen, werte ich als höchst erfreuliches Zeichen. Das persönliche Engagement der Entwickler wird selbst bei vermeintlich trockenen Themen spürbar. Hier geht es darum, wie wir alle gemeinsam weiterarbeiten und wie und ob die selbstauferlegten Regeln nicht Kreativitätshemmnis, sondern verlässliche Orientierung sein können. Weiter geht es mit einer kurzweiligen Runde, in der im 5-Minuten-Takt kleine Plugins und lokale Erweiterungen vorgestellt werden.  „Verständnisfragen sofort, Diskussion in der Pause!“ muss ich die Teilnehmer ermahnen und der Zeitplan rutscht trotzdem nach hinten.

Freitag, 27.3., 14.00 Uhr

Letzter offizieller Programmpunkt: André gibt eine launige Einführung in die Stud.IP-Entwicklung. Was ist zu beachten, wo lauern Altlasten, die man verstehen aber nicht mehr weiterverwenden sollte, wie orientiere ich mich im Dschungel aus Dateien, Funktionen und Klassen? Manch Neuling wünschte sich diese Runde für den Anfang der Tagung, aber auch alte Hasen sind sich einig: Einen solchen Überblick, zumal gewürzt mit Anekdoten und persönlichen Statements können wir häufiger (v)ertragen. Jeder, selbst wenn er wie ich in den vergangenen 5 Jahren vermutlich jede Stud.IP-Ecke schonmal gesehen hat, kann noch etwas mitnehmen und an der einen oder anderen Stelle einen zusätzlichen Motivationsschub für das anschließende Entwicklerwochenende bekommen.

Freitag, 27.3., 16.00 Uhr

Entwickler-Wochenende

Entwickler-Wochenende

Der offizielle Teil ist beendet, viele Teilnehmer müssen leider schon abreisen. Aber insgesamt ein gutes Dutzend Entwickler und anderweitig an der Stud.IP-Zukunft Interessierte können und wollen noch bleiben. Nach dem erfolgreichen ersten Stud.IP-Code-Camp auf dem Veganer-Hof in Laer im vergangenen August haben die Osnabrücker Entwickler zu einem rein freiwilligen und privaten Entwickler-Wochenende geladen. Wir ziehen mit unseren Notebooks in die Besprechungsräume des virtUOS um und sofort ist wieder diese knisternde Arbeitsatmosphäre aus Laer da: „Zeig mal, was du gebaut hast…“, „Guck dir mal diese Idee an…“, „Hast du Lust, mit mir zusammen endlich mal dieses Ärgernis anzugehen…“. Satzfetzen wie diese begleiten die Platzsuche und bald wird es seltsam still. Tastaturen klappern, technische Details werden halblaut ausgetauscht und alle haben etwas gefunden, an dem sie hochkonzentriert arbeiten. Zwischendurch immer wieder etwas für alle: Was zum Vorzeigen, zum Lachen, zum Rätseln, zum Beurteilen. Dass nach 23 Uhr kein Bringdienst mehr liefert, wäre uns beinah zum Verhängnis geworden, denn kaum jemand hat noch auf die Uhr geschaut. Die meisten gehen erst nach 3 ins Hotel oder ihre Wohnung zurück, noch die Worte murmelnd: Bis gleich!

Samstag, 28.3.2009, 10.00 Uhr

Aus Kaffee wird Code

Aus Kaffee wird Code

Der Start um kurz vor 10 ist noch etwas schleppend aber bald brummt und summt das Changelog im SVN wieder vor lauter Aktivität. Wie schon im letzten Jahr halten sich Aufräumen, Dokumentation verbessern und Neues-Bauen ungefähr die Waage. Draußen regnet es fast den ganzen Tag, so dass kaum jemand in Versuchung geführt wird, aus dem virtUOS zu fliehen. So geht es produktiv voran und wieder verfliegt die Zeit fast unbemerkt. „Warum ist es plötzlich so dunkel draußen?“ hört man den einen oder anderen verwundert sagen.

Samstag, 27.3., 23.00 Uhr

Die Singstar-Fraktion ist wieder aktiv. Wie auch schon gestern abend wird nebenan Lied für Lied geschmettert, nur die Sänger wechseln. Nach Lust und Laune klinkt sich der eine oder andere aus, um kurz abzuschalten. Im letzten August hatten Guitar-Hero-Sessions für Laune gesorgt, für das nächste Mal ist Rock-Band schon drohend angekündigt. Bezeichnend aber für die Code-Camp-Atmosphäre: Alles findet nebeneinander statt. Jemand starrt hochkonzentiert auch den Laptop-Bildschirm, um im Editor schließlich ein Komma einzufügen und einen neuen Datenbankdump einzuspielen, während kaum einen Meter entfernt die schlimmsten Hits der 90er nachgegröhlt werden.  So geht das – dank Zeitumstellung – bis kurz vor 4. Für alle Verbliebenen präsentiert die Stud.IP-Verschönerungsgruppe noch ihr neu entwickeltes Gewand für Stud.IP, das auf große Zustimmung stößt, für alle Nichtanwesenden aber noch bis zum Herbst verschlossen bleiben wird.

Sonntag, 28.3., 10 Uhr

Die Ostniedersachsen fahren direkt nach dem Frühstück heim, so dass nur noch Osnabrücker für den letzten Tag bleiben. Dank Regens und schlechter Busverbindungen bin ich der erste, der um 10 Uhr anfängt, die Reste zusammenzufegen, Flaschen einzusammeln und Pizzakartons zu falten. Dankenswerterweise konnte der Verein auch zum Entwicklerwochenende beitragen und Verpflegung sponsern. Merci nochmal an alle Mitglieder! Den Rest des Sonntags haben Till und ich dann damit zugebracht, den Homepagebaukasten als drigend notwendige Renovierung der persönlichen Homepages in Stud.IP nochmal ein entscheidendes Stück voranzubringen. Gesungen wurde aber nicht mehr.

Sonntag, 28.3., 18 Uhr

So. Schluss. 82 Stunden Stud.IP-Entwickler-Workshop liegen hinter uns. Die Schlafpausen waren kurz, die Konzentration hoch, die erzielten Ergebnisse liegen über den Erwartungen. Die vier Tage haben mir wieder einmal gezeigt, dass die Stud.IP-Entwickler-Gemeinde besonders aktiv, aber auch besonders kommunkativ und herzlich ist. Auf der Haben-Seite stehen jetzt mehrere Dutzend behobener Bugs der Kategorie „Nicht kritisch (denn die werden immer sofort behoben), aber nervig“, eine Menge neuer Dokumentation, entscheidende Fortschritte bei wichtigen Umbauvorhaben und viele frische Impuls und Ideen, von denen wir die nächsten Monate zehren werden.

Persönlich möchte ich mich bei allen so engagiert Beteiligten bedanken. Vor allem bei Carola und Ansgar für die Organisation, beim Verein und data-quest für die finanzielle Unterstützung. Auch bei den Arbeitgebern der  Entwickler dafür, dass es für sie so selbstverständlich ist, Reisekosten und zwei volle Arbeitstage für den Workshop in die Zukunft von Stud.IP zu investieren. Und vor allem bei denen, die wieder mal Ihre Freizeit genutzt haben, um ein Projekt, das Ihnen persönlich am Herzen liegt, voranzubringen.

Die Ergebnisse und Erfolge dieser vier Tage finden Sie, lieber Leser, wie gewohnt demnächst in Ihrer Stud.IP-Installation.