Die Menschen hinter Stud.IP: Hartje Kriete

14.05.2012

Mit der Reihe “Die Menschen hinter Stud.IP” wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Hartje Kriete

Hartje Kriete, langjähriges Core-Group-Mitglied, Gründungs- und ehemaliges Vorstandsmitglied des Stud.IP e.V. und zuständig für Übersetzungen, Kritik aus Dozentenperspektive und grundlegende Aufmunterungen.

Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Wie kam es dazu und was war dein erster Eindruck?

Das ist 10 Jahre her. Damals war ich im Dekanat der Mathematischen Fakultät tätig und wurde zusammen mit dem SysAdmin des Mathematischen Instituts von uns völlig fremden Personen aus einer uns völlig fremden Welt angesprochen. Sie hießen Ralf Stockmann, Stefan Suchi, Cornelis Kater und boten uns irgendein angeblich absolut geniales Tool an, was haargenau auf unsere Bedürfnisse und die unserer Studierenden passen würde – und worauf unsere Studierenden total abfahren würden. Der Name war irgendetwas merkwürdiges: Stud.IP. Nun, wir waren schon damals offen für Neues, ließen es uns vorführen und erklären – und waren sehr schnell überzeugt. 2002 haben wir’s dann für unsere Fakultät eingeführt und waren damit – glaube ich – die erste Fakultät der Georgia Augusta, die es flächendeckend eingesetzt hat.

Welche Rolle hast du bei der Stud.IP-Entwicklung gespielt?

Anfangs habe ich, ähnlich wie Marco Bohnsack, das System ausgiebig getestet sowie Verbesserungsvorschläge und -wünsche gemacht. Göttingen war damals Beta-Tester, sprich, wir von der Mathematik gehörten zu den ersten, die jede neue Version im Echteinsatz getestet haben. Bereits damals hatte ich mich mit Blick auf unsere vielen ausländischen Studierenden für eine englische Übersetzung aller Texte stark gemacht – mit dem Ergebnis, dass ich in die Core-Group hinein rutschte und dort genau diesen Aufgabenbereich übernahm.

Gibt es in Stud.IP etwas, das du entwickelt hast, worauf du ein bisschen stolz bist und das die Leser ab jetzt mit dir in Verbindung bringen können?

Nun, hier sind die Übersetzungen zu nennen. Sicherlich fehlt ihnen der Feinschliff, wie ihn nur ein/e “native speaker” produzieren kann – der bin ich nicht. Mein Fokus lag auf anderen Punkten: Konsistenz der verwendeten Begriffe, Verständlichkeit etc. Einiges davon ist auch bei den deutschen Texten eingeflossen.

Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Neben der Übersetzung in weitere Sprachen würde ich mir die Realisierung der “Hartje-Suche” wünschen (die, an die der Wunsch geht, wissen, was das ist).

Weshalb ist es deiner Meinung nach wichtig, dass Stud.IP ein Open-Source-Projekt ist?

Open-Source-Software oder Free-Software – das ist hier die Frage. Von dieser Unterscheidung ‘mal abgesehen: Die Institutionen, die Stud.IP im Bildungsbereich einsetzen, sollten die Software an ihre jeweiligen Bedürfnisse in Lehre und Studium anpassen dürfen – für eine bestmögliche Unterstützung eben von Lehre und Studium – ohne Gängelung durch Lizenzen oder Lizenzinhaber.

Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Zur Zeit beschäftige ich mich mit Photo- und Musik-Software – nicht als Entwickler sondern als User; ein total spannender Bereich, weil dort gerade in der Linux-Welt viel Tolles existiert.

Inzwischen hast du deine aktive Rolle bei der Stud.IP-Entwicklung ja leider aufgeben müssen. Wie kam es dazu? Und hast du noch einen Ratschlag für deine Nachfolger?

Manchmal muss man sein Leben sortieren und Präferenzen neu bewerten – und dann loslassen (können). Und, nein, ich werde jetzt keine ungebetenen Ratschläge geben, wie man alles anders muss und besser machen kann – jedoch schließt das spezifische Hilfestellungen bei konkreten Fragen nicht aus.

Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Musik und Tanzen.

 

Das Interview führte Tobias Thelen.

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