Stud.IP-Tagung 2014: Rückschau (2)

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„Ich hätte gerne Projektsticker. Das sind Sticker, die man sich auf´s Notebook macht, und damit die Verbundenheit zu einem Projekt nach Außen zeigt.“
Diese Anfrage kam Anfang des Jahres. Interessante Idee, fand ich, und sicher gut geeignet für die Tagung! Nachdem ein Lieferant gefunden war, der Sticker herstellen konte die sich auch rückstandslos wieder ablösen lassen, entwickelte die Tagungsorga ein kleines Spiel um diese klebenden Bekenntnisse zu Stud.IP.

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Gamification hat auf der Stud.IP-Tagung Tradition: 2012 gab es ein Set Badges zum Sammeln, im vergangenen Jahr war es ein Set aus vier historischen Postkarten. In diesem Jahr nun vier verschiedene Notebooksticker. Um das Set zu vervollständigen mussten allerdings Aufgaben gemeistert werden: 1. Ein Tweet oder Post mit dem Hashtag #StudIP14 musste in einem sozialen Netzwerk platziert werden, 2. musste man sich mit der 1,40 hohen „3“ im Eingangsbereich fotografieren lassen und 3. am zweiten Tagungstag pünktlich vor 09.00 Uhr anwesend sein.

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Insbesondere letzteres hat perfekt funktioniert – um 08.45 Uhr war die Lobby der Tagung voll und fast alle Aufkleber verteilt, so dass die Workshops pünktlich beginnen konnten.

Je zwei Workshops liefen parallel, jeweils einer eher technisch, einer eher didaktisch/organisatorisch geprägt. Während sich Elmar Ludwig und Peter Thienel mit der Datrstellung von Stud.IP-Daten wie Kurs- und Modulverzeichnis oder Mitarbeiterlisten auf externen Webseiten beschäftigten, stellten Cornelia Roser und Cornelis Kater die Ideenschmiede zu Stud.IP BEYOND vor.

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Dieses Projekt des Vereinsvorstands sammelt und strukturiert Ideen, wie zukünftig Stud.IP-Systeme thematisch miteinander verknüpft werden können und welche Services zentral angeboten werden können. Ein Beispiel dafür ist das neue Hilfesystem: Hier ist vorstellbar, dass zukünftig zentral Hilfetexte, -videos und -touren erstellt werden, die dann den einzelnen Stud.IPs zur Verfügung stehen. Im November findet ein Workshop dazu statt. Die Idee geht also über die Grenzen Stud.IPs hinaus, daher der Arbeitstitel BEYOND.

Nach einer Kaffeepause hatten die Teilnehmer des Workshops „SOS – wir brauchen ein Studierendenmanagement in Stud.IP“ Schwierigkeiten Platz im Vorlesungsraum zu finden. Das Thema interessierte die Mehrzahl der Tagungsgäste, ist doch eine Komponente zum Studierendenmanagement das letzte Puzzleteil, das Stud.IP zum vollwertigen Open-Source-Campusmanagementsystem fehlt.

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Gerlinde Fischer, Geschäftsführerin des Instituts für Hochschulsoftware der Universität Bamberg, das Stud.IPs Prüfungsverwaltung FlexNow herstellt, erläuterte gemeinsam mit Suchi die Möglichkeiten und Motivationen, dann wurde im Workshop diskutiert und Meinungen zu einem solchen Großprojekt gesammelt. Ergebnis: Die Stimmung schwankt zwischen „Ist interessant“ und enthusiastischer Befürwortung. Folge: Demnächst wird ein Arbeitskreis gegründet, der sich zunächst eintägig trifft, um das Thema zu vertiefen.

Zeitgleich zum Studierendenmanagement stellten Ingrid Gecova und Frauke Hielscher den Plagiasterkennungsservice EPHORUS vor. Die Gäste aus den Niederlanden präsentierten die generelle Funktionsweise und die Integration in Stud.IP. Die ist nicht neu, neu ist aber die Neuentwicklung des Stud.IP-Plugins, die gerade bei data-quest erfolgt, sowie die Möglichkeit, Dokumente nach Überprüfung wieder aus dem Index von EPHORUS zu entfernen. Im Verlauf des Workshops und im Gespräch der EPHORUS-Anwender wurden Workflows entworfen, die direkt in die Entwicklung des neuen Plugins einfließen.

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Was wäre, wenn Stud.IP mir nach Eingabe von Rahmendaten wie Studiengang, Thema und Teilnehmerzahl gleich die passenden didaktischen Methoden vorschlagen würde? Die Idee eines Didaktikberaters in Stud.IP beschrieb Prof. Frank Ollermann von der Hochschule Osnabrück und stieß damit auf so viel Begeisterung bei den Anwesenden, dass spontan Überlegungen für Anträge disktuiert wurden.

Konzentriert ging es derweil bei André Noack her, der über Erfahrungen mit den neuen Anmeldeverfahren beim Umstieg auf Stud.IP 3 berichtete. Gemeinsam mit Hochschulen, die den Umstieg hinter sich haben und denen, der er noch bevor steht, wurden mögliche Problemstellen identifiziert und Lösungsmöglichkeiten besprochen, die in das von data-quest angebotene Roll-Out-Management einfließen.

Nach der Mittagspause ging es im Plenum weiter. Die Vorträge beschäftigten sich mit dem Einsatz von Stud.IP außerhalb der angestammten Gebiete von Lehrunterstützung an Hochschulen.

So berichtete Claudia Lehmann vom ELAN e.V. über den Einsatz von Stud.IP an Volkshochschulen. Die Plattform wird organisatorisch und inhaltlich gut angenommen, allein, es mangelt vielerorts an der Finanzierung.

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Doreen Heydenbluth-Peters und Prof. Rüdiger Steffan stellten Ihr Projekt im Rahmen des Career Service der Hochschule Wismar vor. Dabei können Studierende in Stud.IP Profile anlegen, die dann extern mit einer Datenbank mit Praktikums- und Jobangeboten von Firmen aus der Region abgelichen und ggf. vermittelt werden. Der Vortrag zeigte zudem deutlich das breite Spektrum und die Reichweite der Hochschule aus Mecklenburg-Vorpommern: Die Studierenden kommen aus allen Teilen der Welt und nehmen z.T. per Fernstudium über Stud.IP teil.

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Woher das sagenumwobene „Grüne Stud.IP“ kommt und was der Deutsche Fußballbund damit macht erläuterte Robert Schröder von der DFB Medien GmbH: Es dient der Schiedsrichterausbildung und wird dort erfolgreich eingesetzt. Mit dem Einsatz beim DFB, dem Deutschen Behindertensportbund und dem Landessportbund Niedersachsen dürfte Stud.IP damit das erfolgreichste LMS im deutschen Sport sein.

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„Stud.IP ist kein Wasserhahn, Stud.IP ist Infrastuktur“, machte Dr. Tobias Thelen vom Zentrum virtUOS in Osnabrück nochmal allen Anwesenden ebenso eindrücklich wie unterhaltsam klar. Eine Infrastruktur kann jederzeit Träger neuer Funktionalität sein und bestehende neu ordnen. Wie das aussehen kann, präsentierte Thelen in einem heftig erwarteten Vortrag mit dem PlugIn MOOC.IP, über in Stud.IP MOOCs erstellt und ausgeliefert werden können – und das unter Einhaltung deutscher Gesetzgebung, die bei anderen Plattformen erst mühselig nachprogrammiert werden muss. Thelen verkündete die Eröffnung eines Marktplatzes für Stud.IP-MOOCs. Unter www.moocip.de gibt es weitere Informationen und das MOOC.IP-PlugIn zum Download.

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Zum Abschluss der Tagung wurde noch ein kleiner Gruß aus dem fernen Bali an die Wand gezaubert: Thomas Hackl, einer der Hauptbeitragenden zum 3er-Release, sendete Grüße aus dem Urlaub. Er bedauerte, zum ersten Mal nicht bei einer Stud.IP-Tagung dabei sein zu können. Dafür gelobte er, bei der nächsten auf jeden Fall wieder dabei zu sein. Die 13. Stud.IP-Tagung findet am 16. und 17. September 2015 in Göttingen statt.

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