Archiv der Kategorie: 'Entwicklerschmiede'

Stud.IP CodeCamp 2008

05.08.2008

Die meisten Entwickler haben jeden Tag mit Stud.IP zu tun. Und entwickeln das, was entweder gerade im Tagesgeschäft ihrer Hochschule benötigt wird oder ein Kunde beauftragt hat. Zeit, eigene Ideen und Projekte in Stud.IP unterzubringen bleibt da meist nur nach Arbeitsende – und da möchte man auch gerne mal was anderes tun als für Stud.IP da zu sein. Aber die ganzen schönen Ideen und Verbesserungen für immer in der Schublade belassen?


“Man müsste mal einen Programmiermarathon veranstalten”
“Oder eine Programmierparty”
“Oder wir mieten uns für einen Woche ein Ferienhaus in Dänemark und programmieren dort alle gemeinsam!”

Das sind Ideen, mit denen am Rande der Stud.IP-Tagung, der Entwicklerkonferenz oder auf dem Developerserver schon seit langem gespielt wird. Allein daran, dass sie immer wieder diskutiert werden ist zu sehen, dass ein Bedürfnis nach einem Programmier- und Funevent da ist. Bislang ohne konkrete Umsetzung.

Bislang.
Denn vor ca. einem halben Jahr fing Tobias Thelen an, Nägel mit Köpfen zu machen. Herausgekommen ist dabei das

Stud.IP CodeCamp 2008

Vom 22.-24.08.2008 treffen sich Stud.IP-Programmierer (und gerne auch solche die es werden wollen) auf dem Veganerhof “Laerifari” in Laer bei Münster, um abseits der Zwänge des Alltags gemeinsam zu entwickeln, gemeinsam Ideen auszuprobieren, weiterzuentwickeln, zu verwerfen oder in vorher ungeahnte Richtungen laufen zu lassen. Ein paar Tage voller Kreativität und Entfaltungsmöglichkeiten.

Gesponsert wird das Ganze zum Teil vom Stud.IP e.V.

Wer dabei sein möchte, kann sich einfach auf dem Developerserver in die Veranstaltung “CodeCamp” eintragen. Der Unkostenbeitrag für Unterbringung und Verpflegung wird ca. 30 Euro betragen, Ermäßigungen sind sicherlich auch möglich – bitte einfach im Forum nachfragen.

Lift me up!

29.05.2008

Es gibt Dinge, die sind irgendwie peinlich und hat man sie endlich abgestellt, weiß man so recht gar nicht, ob man freudestrahlend jubeln darf. Mit sechs noch am Daumen zu lutschen gehört dazu. Oder mit knapp dreißig noch die Wäsche von Mama gewaschen zu bekommen.

Stud.IP ist jetzt 8. Daumenlutschen war noch nie ein Problem und Wäschewaschen wird Stud.IP trotz aller Funktionsvielfalt wohl niemals können. Trotzdem gibt es aber ein paar Eigenarten, die abgestellt gehören, so praktisch oder aus der Historie heraus verständlich und erklärbar sie auch gewesen sein mögen.

Ein Beispiel, das fast jeder Stud.IP-Nutzer schonmal leidvoll erleben musste: In vielen Fällen ist es nicht möglich, mit mehreren Browserfenstern oder Browser-Tabs parallel im System unterwegs zu sein. Entweder kommt dann eine Fehlermeldung »Sie haben kein Objekt gewählt« oder der Forenbeitrag landet gar in der falschen Veranstaltung.

Die Entwickler sind sich schon länger einig: Stud.IP muss auch mit mehreren Tabs einwandfrei funktionieren. Das Problem allerdings: Die dazu nötigen Änderungen ziehen sich quer durchs System und sind nicht mal eben in einem Rutsch zu erledigen. Das liegt an einem recht alten Konzept, der »gewählten Veranstaltung«. Die wird in den so genannten Session-Daten gespeichert und die gibt es pro angemeldetem Benutzer nur einmal. Die Lösung also: Fast alle Stellen, an denen Stud.IP-interne Links generiert werden, so umbauen, dass alle notwendigen Informationen direkt mitgegeben werden. Technisch nicht sonderlich aufwendig. Aber nicht mal eben nebenher zu erledigen.

Das bisherige Entwicklungsmodell verpackt alle Änderungsvorschläge in »StEPs«, das sind die »Stud.IP Enhancement Proposals«, über die diskutiert und abgestimmt wird und die bis zum nächsten Release in spätestens sechs Monaten entweder ganz oder gar nicht umgesetzt werden müssen. Aufwendige Umbauten quer durch das System sind damit kaum umzusetzen, weil die Entwicklerkapazitäten, um mehrere Versionen parallel zu pflegen, schlicht und einfach fehlen.

Jetzt tritt neben die »StEPs« ein neues Modell, die »Lifters«, das steht für »Laufende, inkrementelle Technikrenovierung für Stud.IP«. (Zugegeben, die Abkürzung ist deutlich eingängiger als die Langform.) Lifters müssen nicht bis zum nächsten Release fertig sein, sondern ermöglichen sozusagen den Umbau im laufenden Betrieb. Deshalb gilt für Lifters: Alter Code muss lauffähig bleiben, zumindest bis alle anzupassenden Stellen im System erledigt sind.

Erste Lifters sind schon formuliert und angenommen. Ganz oben auf der Liste steht, kaum verwunderlich: »Unterstützung von Tabbed Browsing«. Die Entwickler waren schon fleißig und auf dem Developer-Server kann bereits mit mehreren Tabs gearbeitet werden. In der Arbeitsansicht von Veranstaltungen funktioniert schon fast alles, der Administrationsbereich steht aber noch zur Umsetzung an.

Irgendwann ist dann alles fertig, die Entwickler vergewissern sich noch einmal, dass nicht vergessen wurde und mit dem folgenden Release kann dann verkündet werden: »Stud.IP geliftet! Daumenlutschen Tab-Verbot endgültig abgestellt.«

Alles neu macht der Mai

07.05.2008

Ein neuer Monat, ein frisches Stud.IP-Release. Und das neue Stud.IP 1.7 bringt nun endlich auch die Möglichkeit mit, Stud.IP als einen Dienst in einer Shibboleth-Föderation zu betreiben. Tolles Wort… klingt irgendwie nach einer Mischung aus Altem Testament und Raumschiff Enterprise. Also sehr spannend. Aber was ist das nun eigentlich?

Vielleicht sollte ich als erstes ein paar allgemeine Wort zu Shibboleth verlieren. Wie man bei Wikipedia nachlesen kann, ist Shibboleth ein “vom Internet2/MACE entwickeltes Verfahren zur verteilten Authentifizierung und Autorisierung für Web-Anwendungen und Web-Services.” Das klingt zwar alles ganz toll, aber was heißt das nun in der Praxis und was habe ich als normaler Student davon?

Im Prinzip kann man Shibboleth so auffassen, daß aus der Menge der an allen beteiligten Standorten bekannten Nutzer ein großer “Nutzerpool” gebildet wird, der dann über Shibboleth Zugriff auf verschiedene Dienste – wie statische Web-Seiten, Wikis, Foren usw. – erhalten kann. Jeder Nutzer (egal von wo) kann sich dabei an jedem Dienst (egal wo dieser liegt) mit seiner gewohnten Kennung anmelden. Ich könnte also zum Beispiel mit meiner Osnabrücker Nutzerkennung und meinem vertrauten Paßwort einen Dienst der Uni Oldenburg nutzen. Oder ein Clausthaler Student einen Dienst der TU Braunschweig. Nun gibt es aber dummerweise zur Zeit weder in Oldenburg noch in Braunschweig einen Dienst, der eine Anmeldung über Shibboleth erlauben würde, was der ganzen Sache etwas den Reiz nimmt… Aber das wird bestimmt noch, mindestens Osnabrück hat da jedenfalls noch einige spannende Dinge vor.

Um da etwas abzuhelfen und zu zeigen, wie gut das ganze funktionieren kann, steht daher ab sofort für interessierte Nutzerinnen und Nutzer aus dem Kreis der Niedersächsischen Shibboleth-Initiative (Nds-AAI) als erstes Testsystem die Stud.IP-Installation des Entwickler- und Anwenderforums zur Verfügung. Neben der Möglichkeit zur freien Registrierung kann man sich jetzt also auch über Shibboleth direkt mit der Nutzerkennung und dem Paßwort der eigenen Hochschule dort anmelden. Nun ja, jedenfalls dann, wenn die eigene Hochschule auch bereits ihren Shibboleth Identity-Provider soweit eingerichtet hat, daß dort überhaupt Nutzer bekannt sind… Derzeit scheint das leider nur in Osnabrück der Fall zu sein, aber das wird sicher auch bei den anderen Standorten nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Stud.IP 1.7: Getreide und Blitze

30.04.2008

Während auf dem Developerserver schon wieder heiße Diskussionen um Features zukünftiger Versionen, eine Renovierung des PlugIn-Marktplatzes und Langzeit-Modernisierungsprojekte toben, hat eine neue Version von Stud.IP die Welt erblickt.

Hat mal wieder, ach, Schweiß und Mühe gekostet, sich aber auch gelohnt.
Meine persönlichen Highlights der 1.7:

Shibboleth
Stud.IP ist jetzt “Shibboleth Ready”. Damit kann man Nutzer einer Installation in einer anderen zulassen und somit z.B. Hochschulübergreifende Lehre anbieten. Vernetzte Stud.IPs – das wünschen sich viele Betreiber und Dozierende schon lange.

Flash-Videos
Die Möglichkeit Flash-Videos einzubinden ist ein Nebenprodukt des Campusmedien-PlugIns. Mit dem PlugIn lassen sich Flash-Filme des Institus für Wissenschaftlichen Film direkt in einer Stud.IP-Veranstaltung recherchieren und verfügbar machen. Das Angebot an Flash-Filmen im Campusmedien-Katalog wird gerade ausgebaut, was aber jetzt schon funktioniert: Flash Filme einfach im Dateibereich von Stud.IP hochladen und gleich angucken oder ein Netzvideo an einer beliebigen Stelle (Z.B. Forum, eigene Homepage) einbinden. Funktioniert genauso einfach wie das Einbinden von Bildern.

Unter der Haube
Stud.IP 1.7 bringt diesmal nicht nur, aber auch Veränderungen unter der Haube mit. Zu den in-Deep Veränderungen gehören z.B. PDO als neue Methode des Datenbankzugriffs und ein Refactoring der PlugIn-Schnittstelle. Alles wichtig, für Nicht-Programmierer wie mich aber eher unspannend.

Weitere coole Dinge
An der Oberfläche gibt es neue Dinge, die das Leben leichter oder zumindes schöner machen:
- Die überarbeitete Personen- und Veranstaltungssuche vervollständigt automatisch Suchbegrife schon während der Eingabe
- Kleinansichten von Nutzerbildern gibt es an verschiedenen Stellen im System
- Anmeldeverfahren zu Lehrveranstaltungen wurden überarbeitet
- Wikiseiten können Inhaltsverzeichnisse anzeigen
- Bei freien Stud.IPs (d.h. nicht mit einem LDAP oder einem anderen zentralen Verzeichnisdienst) kann die Neuregistrierung auf bestimmte Mailadressen eingeschränkt werden (es können sich dann z.B. nur Personen mit einer XYZ@stud.uni-dingsbums.de-Adresse anmelden), ausserdem gibt es eine Selbstbedienungsfunktion zur Anforderung neuer Passwörter

Stud.IP 1.7 ist schon seit März an der Universität Göttingen im Einsatz und arbeitet dort unter Solaris – fehlerfrei und äußerst performant.

Fazit: eine schöne, runde Version, die nicht nur unter der Oberfläche neue Wege geht. Durch die neuen Funktionen bekommt man auch als Nutzer/-in mal wieder was von den Mühen und der vielen Arbeit mit, die die Entwickler jeden Tag in das Projekt Stud.IP stecken.

Ach ja: wer jetzt noch herausfindet woher der komische Titel dieses Posts kommt, darf sich Stud.IP 1.7 kostenlos bei Sourceforge herunterladen ;-)

Servicerelease: Stud.IP 1.6.0-3 veröffentlicht

20.04.2008

Auch wenn die meisten schon auf das neue Stud.IP 1.7 warten, jetzt gibt es erst nochmal ein Servicerelease für die 1.6er Version. Ab sofort liegt diese aktualisierte Version 1.6.0-3 auf den SourceForge-Servern zum Download bereit.
Für die Stud.IP Version 1.7 laufen noch ein paar abschließende Tests, sie wird in wenigen Tagen veröffentlicht. zwinker.gif

Flexi-Templates und Trails

05.04.2008

Für Stud.IP werden schon seit geraumer Zeit zwei meiner PHP-Projekte, die Flexi-Templates und das Minimal-Webframework Trails, verwendet. Obwohl beide der MIT-Lizenz unterliegen, schlummerten die bisher verwendeten Subversion-Repositories hinter den durch Passwörter geschützen Toren des virtUOS.

Um diesen Umstand endlich zu ändern, habe ich beide Projekte zu GitHub verlegt, so dass nun jeder nach Belieben werkeln und forken kann.

Viel Spass!

Reposted from luniki.de

Nachschau zum Entwicklerworkshop

02.04.2008

Jetzt ist er also (leider) schon wieder vorbei, der Entwicklerworkshop in Passau. Ich hoffe, wir konnten ein einigermaßen angenehmes und organisiertes Umfeld bieten.Das Social Event kam ja schon mal gut an :)

Für mich persönlich ist der Entwicklerworkshop – ebenso wie die Herbsttagung – immer ein Mega-Motivationsschub. Es ist ein richtig gutes Gefühl, Teil einer solchen Community zu sein, die nicht nur an einem Strang zieht, sondern auch auf persönlicher Ebene sehr gut klarkommt.

Neben der wichtigen Diskussion über die Lizenzen bei Plugins gab es ja auch einen Haufen interessanter Neuentwicklungen zu bestaunen sowie eine gute Perspektive darauf, wie in Zukunft große Umbauten am Code zu bewältigen sein können. Und es wurden wichtige Punkte identifiziert, die an der Stud.IP-Oberfläche zu ändern wären.

Es wird sicher viel Arbeit, gemeinsam diese großen Pakete zu bewältigen, aber am Ende wird unser Stud.IP 2.0 richtig sexy aussehen.

Was auch mal kurz angesprochen wurde: Wir haben schon einen Riesenhaufen entwickelt hier in Passau, aber nur relativ wenig wirklich öffentlich zurückgebracht für das Release. Das tut uns allen leid. Aber das blöde an einem Projekt ist halt manchmal auch, dass die Ziele und Ergebnisse zeitgebunden und schriftlich fixiert sind und deshalb dringend erledigt werden müssen :) Nach Projektende wird ein Teil unserer Kapazitäten extra für die aktive Zusammenführung unserer Version mit dem Hauptrelease zur Verfügung stehen. Versprochen.

In diesem Sinne: Danke an alle, die da waren und wieder einmal demonstriert haben, was für eine tolle Community hinter Stud.IP steht!

Live aus Passau

01.04.2008

Gerade läuft die Stud.IP-Entwicklertagung in Passau. Das Wetter ist gut, die Stimmung auch. Berichte gibt’s laufend:

Stud.IP auf der Moodle Moot 2008

10.03.2008

Stud.IP und Moodle?
Im gemeinsamen Einsatz? Was soll das denn?

Nun, viele Hochschulen setzen bereits beide Systeme parallel ein – also muss es ja irgendeinen Nutzen geben.
Tatsächlich ergänzen sich Stud.IP und Moodle so gut, dass es höchste Zeit für eine Schnittstelle ist.

Wer sich informieren möchte, ist am Donnerstag, den 13.03.2008, herzlich nach Heidelberg auf die “Moodle Moot” eingeladen. Dort stelle ich gemeinsam mit Thomas Kittel von der HAWK FH HHG das geplante Projekt “Stud.IP und Moodle – zwei Systeme, eine Schnittstelle” vor.
Interessierte Teilnehmer/-Innen von Hochschulen, die Stud.IP und Moodle einsetzen, sind herzlich eingeladen. Der Vortrag findet in der Zeit von 13.45-14.15 Uhr in Raum A107 statt.

Näheres unter http://moodlemoot.moodle.de

Stud.IP 1.6 und “Safiré”

20.12.2007

Nachdem in vorherigen Stud.IP-Versionen hauptsächlich unter der Haube rumgerührt wurde, gibt es in der 1.6 endlich auch an der Oberfläche wieder was zu bestaunen.
An der -Tadaaa- runderneuerten (!) Oberfläche.

Früher, als wir alle noch jung waren und zu Weihnachten auch mal Schnee lag, sah praktisch jede Stud.IP-Version anders aus. Dann kamen Stockmann und Kater mit dem Design “Sommerkollektion”, welches sich nun locker vier Jahre gehalten hat. War seinerzeit ganz schick, heute aber nur noch funktional. Als gefälliges oder gar modernes Design gilt was anderes.

Daher kommt mit der 1.6 “Safiré” zum Einsatz, das neue Standarddesign. Stud.IP gibt sich nun in edlem blau, mit dezenten Transparenz- und Spiegeleffekten. An der Bedienung und Navigation hat sich nicht viel geändert – bewährte Konzepte sollte man nicht einfach so wegwerfen. Oft geäußerte Anregungen wurden natürlich berücksichtigt. So lässt sich bspw. einfacher das Logo der eigenen Hochschule in der (entrümpelten) Kopfzeile unterbringen, in der nun auch Platz für standortspezifische Links ist. Der geänderte Look hat erstaunlicherweise aber doch Auswirkungen auf das Feeling bei der Benutzung. Selbst wenn man schon seit Jahren täglich mit Stud.IP arbeitet und einem das alte Aussehen schon zum Hals raushing – dank Safiré guckt man sich das System wieder gerne an.
Eine Umfrage in Göttingen bestätigt das: von 1092 Nutzenden finden 64% das neue Design besser als die “Sommerkollektion”, nur 11% beurteilen “Safiré” als schlechter.
Und die Veränderungen gehen weiter – um die weitere Verbesserung von Design und Usability kümmert sich die Arbeitsgruppe GUI in der Entwicklercommunity.
Ich zumindest bin sehr zufrieden mit dem neuen Look. Nicht nur, dass ein kleines Easteregg untergebracht wurde – Stud.IP ist auch wieder das Schönste aller LMS.
Auch an der Oberfläche.

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