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	<title>Stud.IP-Blog &#187; Philosophie</title>
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		<title>#7 Geringstm&#246;gliche technische Anforderungen f&#252;r NutzerInnen.</title>
		<link>http://blog.studip.de/beitrag/7-geringstmogliche-technische-anforderungen-fur-nutzerinnen</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Oct 2007 22:57:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich durfte l&#228;ngere Zeit mit einer Web-Anwendung arbeiten, die ein komplexes Zusammenspiel aus Javascript, Real-Player und SVG-Plugin realisiert hat, um wirklich tolle Dinge zu leisten. Oder sagen wir bessern: H&#228;tte d&#252;rfen. Wenn mich die permanenten Plugin-Download-Aufforderungen, Plugin-Versionsproblem-Meldungen und Browserinkompatibilit&#228;ten nicht hartn&#228;ckig davon abgehalten h&#228;tten. Ich hatte den Eindruck, dass eine der Komponenten immer veraltet war, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich durfte l&#228;ngere Zeit mit einer Web-Anwendung arbeiten, die ein komplexes Zusammenspiel aus Javascript, Real-Player und SVG-Plugin realisiert hat, um wirklich tolle Dinge zu leisten. Oder sagen wir bessern: H&#228;tte d&#252;rfen. Wenn mich die permanenten Plugin-Download-Aufforderungen, Plugin-Versionsproblem-Meldungen und Browserinkompatibilit&#228;ten nicht hartn&#228;ckig davon abgehalten h&#228;tten. Ich hatte den Eindruck, dass eine der Komponenten immer veraltet war, egal, wann ich das System genutzt habe.</p>
<p>Prinzipiell l&#228;sst sich auch als Web-Anwendung fast alles realisieren, was man sich ertr&#228;umen k&#246;nnte. Insbesondere f&#252;r die Entwickler ist es einfacher, sich dabei auf mehr als HTML st&#252;tzen zu k&#246;nnen. Oder exotische Browser au&#223;en vor zu lassen. Aktuelle Versionen von jedem und allem zu fordern.</p>
<p>Aber wie sieht das bei den NutzerInnen aus? Jedes zu installierende Plugin, jede Browser-Einschr&#228;nkung schafft H&#252;rden. Stud.IP ist ein Informations- und Kommunikationssystem, das mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen genutzt wird. Zum Beispiel von einem beliebigen Rechner unterwegs. Da lassen sich keine Plugins installieren. Sollte man deshalb jemanden davon ausschlie&#223;en, sich f&#252;r eine Veranstaltung anzumelden?</p>
<p>Deshalb lautet der siebte und letzte Punkt der Stud.IP-Philosophie:</p>
<blockquote><p>Stud.IP erfordert neben einem Internetzugang und einem Webbrowser keine besonderen technischen Voraussetzungen. Das System ist mit jedem aktuell verbreiteten Browser nutzbar, Javascript und besondere Plugins werden f&#252;r die Grundfunktionen des Systems nicht ben&#246;tigt.</p></blockquote>
<p>Wir nehmen das ernst. Wirklich. Stud.IP l&#228;sst sich auch mit Urlaut-Netscapes der Versionen 4.7 (Baujahr 1999) bedienen. Nicht perfekt und manches sieht etwas unsch&#246;n aus. Aber es funktioniert. Wer jetzt g&#228;hnt, laut &#8220;Web 2.0!&#8221; schreit und sich fragt, wer denn sowas Pr&#228;historisches noch benutzt, dem sei gesagt: Wir finden h&#228;ufig Sekretariatsrechner, die seit der Jahrtausendwende kein Browserupdate mehr gesehen haben.</p>
<p>Derart alte Browser sind aber nicht der Hauptgrund f&#252;r die geringen technischen Anforderungen. Beispiel Javascript: Wir wollen weder NutzerInnen mit wenig verbreiteten Browsern aussperren, noch die, die aus Sicherheitsbedenken Javascript abgeschaltet lassen wollen. Darum funktioniert Stud.IP auch ohne Javascript. Etwas unbequemer, aber es tut alles Notwendige. Jetzt zeigt der &#8220;Web-2.0!&#8221;-Rufer wieder auf. Modernes Web hei&#223;t doch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ajax_%28Programmierung%29" target="_blank">Ajax</a> und Drag und Drop und volldynamisch und das ganze eben wie eine Desktopanwendung. Das geht nicht ohne Javascript. Wer darauf verzichtet, baut altbackene, langweilige Sachen.</p>
<p>Das mag stimmen, ein bisschen. Deshalb gibt es ab Version 1.6 auch Ajax-Effekte in Stud.IP. Und eine verbindliche Regelung f&#252;r den Umgang mit Ajax, die als StEP101 beschlossen wurde. Darin hei&#223;t es: &#8220;Das System muss weiterhin auch ohne Java-Script vollst&#228;ndig bedienbar bleiben.&#8221; Das hei&#223;t: Tolle Web-2.0-Effekte — Ja. Aber: Es muss immer noch einen Weg ohne geben. Der kann etwas umst&#228;ndlicher sein, aber – auch wenn das f&#252;r die Entwickler doppelten Aufwand bedeutet – ohne geht es nicht.</p>
<p>F&#252;r Plugins gelten diese harten Auflagen &#252;brigens nicht zwangsl&#228;ufig.  &#220;berlegen Sie deshalb als Betreiber gut, ob Sie Ihren NutzerInnen mit installierten Plugins Steine in den Weg legen, die der Einsatzzweck nicht rechtfertigt.</p>
<blockquote><p><em>Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zu <a href="http://blog.studip.de/beitrag/6-unterstutzung-fur-alle-statt-spezialfeatures-fur-wenige" title="#6 Unterst&#252;tzung f&#252;r alle statt Spezialfeatures f&#252;r wenige.">#6 Unterst&#252;tzung f&#252;r alle statt Spezialfeatures f&#252;r wenige.</a> </em></p></blockquote>
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		<title>#6 Unterst&#252;tzung f&#252;r alle statt Spezialfeatures f&#252;r wenige.</title>
		<link>http://blog.studip.de/beitrag/6-unterstutzung-fur-alle-statt-spezialfeatures-fur-wenige</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jul 2007 20:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht verwirren, sondern klare Wege anbieten! »Das Zeugsein des Zeugs besteht in seiner Dienlichkeit. Aber wie steht es mit dieser selbst? M&#252;ssen wir nicht das dienliche Zeug in seinem Dienst aufsuchen?« (Heidegger) In seiner ebenso informativen wie am&#252;santen Reihe zu den Stud.IP-Anf&#228;ngen erl&#228;utert Cornelis sehr sch&#246;n, was zum einen Triebfeder der Entwicklung war und zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="float: left; margin-right: 8px; margin-bottom: 8px"><a href="http://blog.studip.de/wp-content/uploads/2007/07/babel_klein.jpg" title="Der Tumbau zu Babel"><img src="http://blog.studip.de/wp-content/uploads/2007/07/babel_klein.jpg" alt="Der Tumbau zu Babel" /></a><br />
<span style="font-size: 80%">Nicht verwirren, sondern klare Wege anbieten!</span></p>
<p><em>»Das Zeugsein des Zeugs besteht in seiner Dienlichkeit. Aber wie steht es mit dieser selbst? M&#252;ssen wir nicht das dienliche Zeug in seinem Dienst aufsuchen?«</em> (Heidegger)</p>
<p>In seiner ebenso informativen wie am&#252;santen <a href="http://blog.studip.de/beitrag/studip-01-eine-arbeitserleichterung-muss-her">Reihe zu den Stud.IP-Anf&#228;ngen</a> erl&#228;utert Cornelis sehr sch&#246;n, was zum einen Triebfeder der Entwicklung war und zum anderen heute noch Hauptunterschied zu anderen Plattformen ist: Stud.IP ist nicht von der Theorie komplexer E-Learning-Szenarien her gedacht, sondern vom »normalen« Nutzer, der in der »traditionellen« Pr&#228;senzlehre deutscher Universit&#228;ten zu Hause ist und elektronische Unterst&#252;tzung sucht.</p>
<p>Das hei&#223;t: Stud.IP geht nicht von umfassend medienerfahrenen Nutzern aus, f&#252;r die ein Mehr an Gestaltungs- und Konfigurationsm&#246;glichkeiten, ein Mehr an unterst&#252;tzten didaktischen Szenarien, ein Mehr an fein abgestuften Varianten automatisch ein Gewinn an pers&#246;nlicher Freiheit und Entfaltungsm&#246;glichkeiten ist. Sondern: Stud.IP unterst&#252;tzt besonders denjenigen, der sich langsam herantasten will an etwas Neues, der dankbar ist, wenn ihm eine Umgebung angeboten wird, die bereits so eingerichtet ist, dass er vertraute Begriffe wiederfindet und die M&#246;glichkeiten und Funktionen nicht f&#252;r jede Veranstaltung neu suchen und einrichten muss, sondern sich schnell und sicher zurechtfindet.</p>
<p>Deshalb lautet der sechste Punkt der Stud.IP-Philosophie:</p>
<blockquote><p>NutzerInnen mit technischem Know-How und ambitionierten Sonderw&#252;nschen brauchen Stud.IP weniger dringend als Studierende und Lehrende mit Ber&#252;hrungs&#228;ngsten oder wenig Lust und Zeit zur Einarbeitung in komplexe Abl&#228;ufe. Stud.IP richet sich vor allem an NutzerInnen, die von der Technik eine grundlegende, einfach nutzbare und &#252;berschaubare Unterst&#252;tzung ihrer inhaltlichen Arbeit erwarten. Deshalb soll nur behutsam von der M&#246;glichkeit Gebrauch gemacht werden, beispielsweise aufwendige Content-Projekte mit Stud.IP zu koppeln.</p></blockquote>
<p>Wir halten diesen Punkt f&#252;r einen weiteren wesentlichen Baustein des Stud.IP-Erfolges. E-Learning-Spezialwerkzeuge f&#252;r E-Learning-Spezialisten gibt es viele. E-Learning-Basiswerkzeuge f&#252;r erfahrene Praktiker in der Pr&#228;senzlehre nur wenige.</p>
<p>Doch die Zeit steht nicht still und die Stud.IP-Entwicklung ebensowenig. Musste man vor zehn, f&#252;nf oder auch nur drei Jahren noch davon ausgehen, dass normale Lehrende und Studierende unserer Hochschulen wenig Erfahrung im Umgang mit Online-Medien verf&#252;gen und daher auch nur wenige Sonderw&#252;nsche konkret formulieren k&#246;nnen, hat sich das Bild inzwischen etwas gewandelt. Zum Teil auch dank Stud.IP, denn an den Hochschulen, die das System seit l&#228;ngerem einsetzen, ist die Basisunterst&#252;tzung und -nutzung selbstverst&#228;ndlich geworden. Der Blick der Nutzer weitet sich und die W&#252;nsche werden spezieller. Hinzu kommt der derzeitige Trend zur Systemintegration. Die Anforderung, Stud.IP mit den vor Ort betriebenen Systemen X, Y und Z zu koppeln, geh&#246;rt zum Standardanforderungskatalog neu hinzukommender Betreiber.</p>
<p>Dieser sechste Punkt der Stud.IP-Philosophie ist zweifelsohne der, gegen den die Entwickler in der Vergangenheit in gewisser Weise am h&#228;ufigsten versto&#223;en haben. Zu leicht landen Features im System, die f&#252;r einen Standort oder eine bestimmte Nutzergruppe genau richtig und perfekt angepasst sind, anderen aber nur zum Teil schmecken. Diesem prinzipiellen Problem begegnen wir auf zwei Weisen:</p>
<p>Eine Plugin-Schnittstelle erlaubt es, beliebig spezialisierten Code zu produzieren, der nicht zur Stud.IP-Grundausstattung geh&#246;rt, aber von den Betreibern vor Ort einfach hinzugeladen werden kann. Unter <a href="http://plugins.studip.de" target="_blank">http://plugins.studip.de</a> findet sich eine stetig wachsende Liste ver&#246;ffentlichter Plugins. Wer die einsetzt muss sich dar&#252;ber im Klaren sein, dass dort nicht alle Punkte der Stud.IP-Philosophie in gleichem Ma&#223;e gelten und die L&#246;sungen h&#228;ufig spezifische F&#228;lle abdecken, die nicht mit den eigenen &#252;bereinstimmen. Aber dort wie sonst auch gilt: Die Entwickler sind nur eine handvoll Klicks entfernt und helfen gern und schnell.</p>
<p>Die zweite M&#246;glichkeit, speziellere individuelle Anspr&#252;che an Stud.IP als E-Learning-System erf&#252;llen zu k&#246;nnen, besteht in der so genannten E-Learning-Schnittstelle. Mit ILIAS und PmWiki lassen sich zwei Systeme, die multimedial aufbereitete E-Learning-Inhalte samt Autorenumgebung vorhalten k&#246;nnen, direkt an Stud.IP anbinden. Zwar findet ein gewisser Bruch statt, das Layout ist nicht identisch, ein neues Fenster &#246;ffnet sich, aber damit auch beliebige Gestaltungsoptionen. Spezielle vorgefertige Skins und Templates mildern den Bruch ab und das wichtigste: Alle Fragen der Nutzerauthentifizierung und -authorisierung werden unsichtbar im Hintergrund erledigt.</p>
<p>Mit diesen beiden Optionen wird Stud.IP auch f&#252;r Sonderanforderungen, Spezialanwendungen und ganz individuelle E-Learning-Szenarien zur Schaltstelle und Drehscheibe. Denn das wird von allen Nutzern an »Stud.IP-Hochschulen« immer wieder als <em>der</em> alles schlagende Vorteil genannt: Endlich alles an einem Platz, endlich alles einheitlich geregelt, endlich alles verst&#228;ndlich und sauber immer und von &#252;berall zug&#228;nglich.</p>
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		<title>#5 Dezentrale Erfassung und Pflege von Daten</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2007 22:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Quelle: www.aboutpixel.de / Idefix Das Recht auf freie Meinungs&#228;u&#223;erung hat den Nachteil, dass mitunter auch Widerspr&#252;chliches, Falsches, Dummes oder gar Beleidigendes oder B&#246;sartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als dieses Recht abzuschaffen. Mehr noch: Wir verteidigen es als wichtigtige Errungenschaft und erziehen unsere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="margin-right: 12px; float: left"><img src="http://blog.studip.de/wp-content/uploads/2007/04/tauben_12.jpg" alt="tauben_12.jpg" /><br /><span style="font-size:75%">Quelle: <a href="http://www.aboutpixel.de/index.php4?toppage=imagedetails&#038;image_id=4362">www.aboutpixel.de / Idefix</a></span></div>
<p>Das Recht auf freie Meinungs&#228;u&#223;erung hat den Nachteil, dass mitunter auch Widerspr&#252;chliches, Falsches, Dummes oder gar Beleidigendes oder B&#246;sartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als dieses Recht abzuschaffen. Mehr noch: Wir verteidigen es als wichtigtige Errungenschaft und erziehen unsere Kinder dazu, sich in einer Welt vielf&#228;ltiger Meinungen zurechtzufinden.</p>
<p>Die freie Meinungs&#228;u&#223;erung in Stud.IP findet ihren Platz an vielen Stellen: In Foren und Wikis, im Chat und auf den pers&#246;nlichen Homepages. Unter dem Schlagwort <a href="http://blog.studip.de/beitrag/studierende-ernst-nehmen">»Studierende ernst nehmen«</a> hat sich bereits der zweite Satz der Stud.IP-Philosophie mit dieser Art von Freiheit befasst. Weitergesponnen verlangt der rote Faden durch Stud.IP – n&#228;mlich jedem Nutzer selbst Freiheit zu lassen und jeden Nutzer selbst in die Verantwortung zu nehmen – nach Freiheit und Selbstverantwortung auch f&#252;r andere Informationen, die nicht individuelle Meinung sind, sondern eher offiziellen Charakter haben.</p>
<p>Die <a href="http://www.wikipedia.de">Wikipedia</a> macht es vor: Seri&#246;se und verl&#228;ssliche Informationen k&#246;nnen auch dann entstehen, wenn jeder, der glaubt zu wissen, auf reden darf und Kontrolle eher von unten statt von oben ausge&#252;bt wird. Eric Raymonds <a href="http://www.catb.org/~esr/writings/cathedral-bazaar/">The Cathedral and the Bazaar</a> argumentiert f&#252;r die Softwareentwicklung, dass viele kleine Standbetreiber etwas Verl&#228;sslicheres zustande bringen k&#246;nnen, als ein &#252;ber allem thronender Baumeister. F&#252;r Informationen in Stud.IP hei&#223;t das: Lasst diejenigen Veranstaltungsdaten, Sprechstundentermine und akademische Titel eintragen, die es am besten wissen, also Dozenten und Sekretariate anstelle zentral bestellter Administratoren. Auch auf die Gefahr hin, dass mitunter Uneinheitliches, Halboffizielles oder Anma&#223;endes erscheint. Die Administratoren kann es trotzdem geben, und sie k&#246;nnen eingreifen wenn n&#246;tig – aber sie sind nicht das Nadel&#246;hr, durch die jede Information vor ihrer Ver&#246;ffentlichung (und das hie&#223;t dann oft: kurz nach dem Verfallsdatum) gehen muss. Und so hei&#223;t es im f&#252;nften Punkt der Stud.IP-Philosophie:</p>
<blockquote><p>5. Dezentrale Erfassung und Pflege von Daten.</p>
<p>Nur wenn Informationen auch dort ver&#228;ndert werden, wo sie anfallen, kann ein aktuelles und zuverl&#228;ssiges Informationssystem entstehen. Die Erfassung und Pflege von Daten erfolgt daher so dezentral wie m&#246;glich und so zentral wie n&#246;tig: jede NutzerIn pflegt ihre pers&#246;nlichen Daten, Lehrende betreuen ihre Veranstaltungen, FachbereichsadministratorInnen verwalten die Mitarbeiterlisten ihrer Einrichtungen, eine RaumadministratorIn vergibt von allen genutzte R&#228;ume. Zentrale Eingriffe und Beschr&#228;nkungen durch AdministratorInnen geschehen transparent, d.h. Nutzer werden &#252;ber Ver&#228;nderungen ihrer Daten informiert und k&#246;nnen jederzeit einsehen, was &#252;ber sie gespeichert ist.</p>
</blockquote>
<p>Wenn ein solches Modell eingef&#252;hrt wird, sind &#196;ngste da: Dass jemand f&#252;r Fehler verantwortlich gemacht wird, die nicht in seinem Einflussbereich liegen. Dass renitente Professoren versuchen, Absprachen und Regelungen zu umgehen. Dass Studierende sich Titel anma&#223;en und Verwirrung stiften. An der Universit&#228;t Osnabr&#252;ck beginnt gerade das achte Semester nach der Umstellung vom Kathedralen- auf das Basar-Modell. Das Ergebnis: Ja, es gibt Fehler, es gibt Ungereimtheiten, es gibt Einzelne, die sich freuen, Extraw&#252;rste nicht nur braten, sondern auch an den Mann bringen zu d&#252;rfen. Aber es gibt auch: Fr&#252;here Ungereimtheiten, die pl&#246;tzlich auffallen, weil Informationen f&#252;r jeden sichtbar sind. Oder das Gef&#252;hl von eigener Verantwortung, weil die Studierenden jetzt beim Dozenten selbst nachfragen, warum die Informationen nicht da sind, wo sie sein sollten. Und: Fehler und Unstimmiges gab es fr&#252;her auch, denn die verl&#228;ssliche, immeraktuelle und konsensfindende zentrale Verwaltung von Daten kostet viel mehr, als sich eine Universit&#228;t leisten kann oder sollte.</p>
<p><em>Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zu: <a href="http://blog.studip.de/beitrag/4-orientierung-an-den-strukturen-deutscher-hochschulen">#4 Orientierung an den Strukturen deutscher Hochschulen</a></em></p>
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		<title>#4 Orientierung an den Strukturen deutscher Hochschulen.</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Dec 2006 09:45:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Echtes E-Learning, das wissen wir ja inzwischen, ist, wenn man SCORM importieren kann und jeder Kurs eine individuelle Navigation bekommt. Alles andere ist Verwaltung. Also &#8211; auch das haben wir inzwischen oft genug geh&#246;rt &#8211; ist Stud.IP &#252;berhaupt gar nicht mal ein ganz kleines bisschen so etwas wie eine richtige echte Lernplattform. Erstaunt hat die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Echtes E-Learning, das wissen wir ja inzwischen, ist, wenn man SCORM importieren kann und jeder Kurs eine individuelle Navigation bekommt. Alles andere ist Verwaltung. Also &#8211; auch das haben wir inzwischen oft genug geh&#246;rt &#8211; ist Stud.IP &#252;berhaupt gar nicht mal ein ganz kleines bisschen so etwas wie eine richtige echte Lernplattform.</p>
<p>Erstaunt hat die E-Learning-Experten allerdings, dass Stud.IP so ein gro&#223;er Erfolg geworden ist. Und das an genau der Stelle, wo andere Projekte gescheitert sind: Beim &#220;bergang vom engagierten, hochsubventionierten Einzeleinsatz zur fl&#228;chendeckenden Nutzung f&#252;r ganze Fakult&#228;ten, ganze Hochschulen. Warum ist hier Stud.IP offensichtlich besser als andere Plattformen? Wir meinen: Weil es sich an den Strukturen deutscher Hochschulen orientiert:</p>
<blockquote><p>Stud.IP ist daf&#252;r ausgelegt, gro&#223;e Mengen von Veranstaltungen gesamter Hochschulen beherbergen zu k&#246;nnen. Deshalb bilden bew&#228;hrte Kategorisierungen die Grundlage der Organisation und Rechtestruktur und erleichtern die Orientierung in gro&#223;en Datenbest&#228;nden: Fakult&#228;ten und F&#228;cher, Studieng&#228;nge und Studienbereiche sowie Semester werden in Stud.IP 1:1 abgebildet.</p></blockquote>
<p>An unserer kleinen aber feinen Universit&#228;t Osnabr&#252;ck beherbergt das Stud.IP mittlerweile 20.000 Kurse. Zwanzigtausend. Au&#223;erdem mehrere hundert Einrichtungen. Und es gibt &#252;ber 100 Administratorinnen und Administratoren, die sie hegen und pflegen. Das funktioniert, weil sich die Begriffe und Strukturen in Stud.IP wiederfinden, die auch den Alltag der &#8220;echten&#8221; Hochschule pr&#228;gen.</p>
<p><em> Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zu <a href="http://blog.studip.de/beitrag/eine-attraktive-und-konsistente-benutzeroberflache">Eine attraktive und konsistente Benutzeroberfl&#228;che</a>.<br />
</em></p>
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		<title>E Learning Platt Form</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Oct 2006 20:41:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Sonst noch was...]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Orthograph in mir kann nicht l&#228;nger schweigen. Von der CampusSource-Tagung wird inhatlich noch zu berichten sein, aber was mir auf gro&#223;en Plakaten entgegensprang, l&#228;sst mich nicht in Ruh. &#8220;Open Source e-Learning Plattformen und Werkzeuge f&#252;r Ihr Wissensmanagement.&#8221; Hallo Bindestrich? Gestern zu lang gefeiert und es heute nicht mehr aufs Plakat geschafft? Die E Learning [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Orthograph in mir kann nicht l&#228;nger schweigen. Von der CampusSource-Tagung wird inhatlich noch zu berichten sein, aber was mir auf gro&#223;en Plakaten entgegensprang, l&#228;sst mich nicht in Ruh.</p>
<p><strong>&#8220;Open Source e-Learning Plattformen und Werkzeuge f&#252;r Ihr Wissensmanagement.&#8221;</strong></p>
<p>Hallo Bindestrich? Gestern zu lang gefeiert und es heute nicht mehr aufs Plakat geschafft? Die E Learning Branche scheint besonders an f&#228;llig zu sein f&#252;r das Deppen Leer Zeichen, wie mir schon h&#228;ufig auf gefallen ist. Nicht, dass je mand nach her behauptet, ich w&#252;rde die Kollegen von der Campus Source Initiative im Besonderen durch den Kakao ziehen wollen. Das machen alle so.</p>
<p>What to the vulture sind z.B. online Kursteilnehmer? Die k&#246;nnen im Gegen Satz zu Onlinekurs-Teilnehmern nicht mal offline sein, z.B. um mal f&#252;r kleine K&#246;nig&#8217;s Tiger&#8230; oder so. Da f&#252;r k&#246;nnen sie aber on line bei einem off line Kurs im Lern Management System Teil nehmen.</p>
<p>So eine Lern Platt Form ist eh ein kompli ziertes Ding, was man da nicht alles vorher beachten muss: Prozess Ketten Optimierung, Work Flow Management, E Learning Incentives, Nutzer Support Zentren, Cost Benefit Analysen, Online Material Auto Renn Systeme und, und, und. Klar, dass da runter die ortho Graphie leidet. Aber dann bitte kon sequent: &#8220;Open Source E Learning Platt Formen und werk Zeuge f&#252;r Ihr Wissen Management.&#8221;</p>
<p>Mehr unter: <a target="_blank" href="http://www.deppenleerzeichen.de">http://www.deppenleerzeichen.de </a></p>
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		<title>#3 Eine attraktive und konsistente Benutzeroberfl&#228;che.</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Sep 2006 19:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ad pulcritudinem tria requiruntur, integritas, consonantia, claritas. Dreierlei ist der Sch&#246;nheit wesentlich, Ganzheit, Harmonie und Ausstrahlung.

Als ich an einem tr&#252;ben M&#228;rznachmittag im Jahre 2003 auf Stud.IP gesto&#223;en bin, war es nicht die erste Lernplattform, die mir vor die F&#252;&#223;e fiel. Seit knapp einem halben Jahr hatten wir uns mehr schlecht als recht mit WebCT (Campus Edition 3.6) angefreundet, immer wieder mal einen Klick in der Blackboard-Installation unserer Oldenburger Kollegen gewagt und auch das ein oder andere ILIAS benutzt. An jenem M&#228;rztage allerdings hat mich, sehr schnell und sehr nachhaltig, die Anmutung von Stud.IP in den Bann geschlagen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float: left; margin-right: 8px; margin-bottom: 6px"><img alt="Stud.IP" id="image25" src="http://blog.studip.de/wp-content/uploads/2006/09/studipoberflache.jpg" /></div>
<p><em>Ad pulcritudinem tria requiruntur, integritas, consonantia, claritas. Dreierlei ist der Sch&#246;nheit wesentlich, Ganzheit, Harmonie und Ausstrahlung.</em> (<a title="James Joyce" href="http://de.wikipedia.org/wiki/James_Joyce">James Joyce</a>, Ein Portrait des K&#252;nstlers als junger Mann).</p>
<p>Als ich an einem tr&#252;ben M&#228;rznachmittag im Jahre 2003 auf Stud.IP gesto&#223;en bin, war es nicht die erste Lernplattform, die mir vor die F&#252;&#223;e fiel. Seit knapp einem halben Jahr hatten wir uns mehr schlecht als recht mit WebCT (Campus Edition 3.6) angefreundet, immer wieder mal einen Klick in der Blackboard-Installation unserer Oldenburger Kollegen gewagt und auch das ein oder andere ILIAS benutzt. An jenem M&#228;rztage allerdings hat mich, sehr schnell und sehr nachhaltig, die <em>Anmutung</em> von Stud.IP in den Bann geschlagen. Es war auf Anhieb zu merken, dass dahinter etwas anderes steckte als eine oberfl&#228;chlich zusammengeklebte Sammlung von Tools unterschiedlichster Herkunft. N&#228;mlich: Etwas konsequent Durchdachtes.</p>
<p>Man mag nun das Blau, die Icons, die Bilder angenehm finden oder auch nicht; zumindest dass sie zueinander passen und ein Ganzes ergeben, das l&#228;sst sich nicht abstreiten. Man mag der Meinung sein, dass es langweilig sei, in jeder Veranstaltung die gleiche Oberfl&#228;che vorzufinden; zumindest aber dass es die einmal gefundene Orientierung erleichtet, das l&#228;sst sich nicht abstreiten. Und man mag es unertr&#228;glich finden, die Oberfl&#228;che nicht mit drei Handgriffen ver&#228;ndern zu k&#246;nnen, hier eine andere Farbe, dort ein anderes Bild und wieder anderswo eine andere Schriftart einzustellen; zumindest dass es, so wie es ist, farblich und grafisch aufeinander abgestimmt ist, l&#228;sst sich nicht abstreiten.</p>
<p>Die Frage, was an Stud.IP denn anders sei als an anderen Plattformen, endet h&#228;ufig bei der Oberfl&#228;che. Die Erfahrung zeigt &#8211; und das zigtausendfach: Benutzer kommen damit zurecht, im Gro&#223;en und Ganzen. Allumfassende individuelle Anpassbarkeit mag etwas sein, das die Kompetenz der Entwickler, gestaltungsunabh&#228;ngig zu programmieren im besonderen Ma&#223;e herausstellt. Aber das darf und sollte freilich nicht dazu f&#252;hren, die Verantwortung f&#252;r ein benutzbares System auf Systemadministratoren und Benutzer abzuw&#228;lzen. (Leider habe ich keinen Screenshot mehr von dem WebCT-Kurs, dessen Dozent der Meinung war, Exkursionsank&#252;ndigen geh&#246;rten pink, Buchempfehlungen hellbau und besonders wichtige News saftiggr&#252;n auf sonnengelb dargestellt.)</p>
<p>Die Frage, was an Stud.IP ganz besonders idiotisch, widersinnig und haarstr&#228;ubend sei, endet ebenso h&#228;ufig bei der Oberfl&#228;che. &#220;blicherweise sind es &#8220;Web-Profis&#8221;, die Stud.IP ganz furchtbar unintuitiv finden, weil es sich nicht an diesen oder jenen De-Facto-Webforum-Standard halte, man nicht einmal HTML eingeben k&#246;nne oder die Navigation nicht vertikal angeordnet ist. Ja. Und was sagt uns das? (Ein wenig erinnert mich das manchmal an den alten <a href="http://www.zeit.de/stimmts/1998/1998_19_stimmts">Witz von der Hummel</a>.)</p>
<p>Nat&#252;rlich ist Stud.IP nicht perfekt gestaltet, ich k&#246;nnte hier ein halbes dutzend Design- und Usabilitykatastrophen aufz&#228;hlen, sicherlich, die abgestellt geh&#246;ren (die drei eben genannten Punkte geh&#246;ren nicht dazu). Wir arbeiten daran und sind bis dahin &#252;berzeugt vom dritten Punkt der Stud.IP-Philosophie:</p>
<blockquote><p>Einfache Benutzbarkeit und ein ausgewogenes, durchdachtes Design stehen &#252;ber der M&#246;glichkeit, jeder Veranstaltung ein individuelles Gesicht zu geben. Eine konsistente Bedienung des Systems sorgt daf&#252;r, dass Inhalte vor Gestaltung und Finden vor Suchen stehen. Bedienung, Funktionsumfang und Design bilden dabei jedoch nicht drei &#8220;konkurrierende&#8221; Pole, sondern bedingen und unterst&#252;tzen einander.</p></blockquote>
<p><em>Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zu: <a href="http://blog.studip.de/beitrag/studierende-ernst-nehmen">Studierende ernst nehmen</a> und wird fortgesetzt in <a href="http://blog.studip.de/beitrag/4-orientierung-an-den-strukturen-deutscher-hochschulen">Orientierung an den Strukturen deutscher Hochschulen</a>.</em></p>
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		<title>#2 Studierende ernst nehmen.</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Sep 2006 21:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.studip.de/beitrag/studierende-ernst-nehmen</guid>
		<description><![CDATA[Wenn Lernmanagementsysteme verglichen werden, begrenzt sich der Vergleich allzu leicht auf Listen von Funktionen, Features und Erweiterungen. Wie immer kommt es aber darauf an, was man daraus macht und das hei&#223;t in erster Linie: Wie geht das System mit seinen Nutzern um? F&#252;r welche Nutzer ist es &#252;berhaupt konzipiert und optimiert? In meinem zweiten Artikel &#252;ber die Stud.IP-Philosophie m&#246;chte ich erl&#228;utern, warum f&#252;r Stud.IP die Studierenden im Vordergrund stehen und was sie, die Dozenten und die Hochschulen davon haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="margin-right: 8px; margin-bottom: 5px; text-align: center; float: left"><img id="image21" alt="Kontrolle" src="http://blog.studip.de/wp-content/uploads/2006/09/kontrolle2.jpg" /><br />
So nicht! (<em>Photo: <a href="http://www.aboutpixel.de">Chival</a></em>)</div>
<p>Wenn Lernmanagementsysteme verglichen werden, begrenzt sich der Vergleich allzu leicht auf Listen von Funktionen, Features und Erweiterungen. Wie immer kommt es aber darauf an, was man daraus macht und das hei&#223;t in erster Linie: Wie geht das System mit seinen Nutzern um? F&#252;r welche Nutzer ist es &#252;berhaupt konzipiert und optimiert? In meinem zweiten Artikel &#252;ber die Stud.IP-Philosophie m&#246;chte ich erl&#228;utern, warum f&#252;r Stud.IP die Studierenden im Vordergrund stehen und was sie, die Dozenten und die Hochschulen davon haben.</p>
<p>In der Beschreibung eines ganz zuf&#228;llig ausgew&#228;hlten E-Learning-Angebotes konnte ich vorhin als stolzen <a target="_blank" href="http://www.k-med.org/">Bericht</a> &#252;ber ein enthaltenes Feature lesen:</p>
<blockquote><p>User tracking: Benutzerspezifische Daten des LMS erm&#246;glichen es, die Navigation im Kurs, die Lernzeiten wie auch den Lernerfolg in Test- und &#220;bungsaufgaben zu erfassen und im Hinblick auf die Lernwirksamkeit der Darstellung auszuwerten.</p></blockquote>
<p>Bei Stud.IP gibt es so etwas nicht. Kein User-Tracking. Keine Speicherung von &#8220;Lernwegen&#8221;. Wir glauben nicht, dass sich so etwas Komplexes wie die &#8220;Lernwirksamkeit&#8221; eines E-Learning-Szenarios aus gemessenen Verweildauern, Klick-Pfaden und Aufrufh&#228;ufigkeiten ableiten l&#228;sst. Wir glauben auch nicht, dass Lehrende bessere Betreuung anbieten k&#246;nnen, wenn sie f&#252;r jeden Einzelnen en detail nachvollziehen k&#246;nnen, wann er wie oft und in welcher Reihenfolge was getan hat. Stattdessen glauben wir an Freiheit (<a target="_blank" href="http://www.gnu.org/">as in &#8220;free speech&#8221;, not as in &#8220;free beer&#8221;</a>). Wir glauben, dass erfolgreiche elektronische Unterst&#252;tzung von Lehr-/Lernprozessen kein Mehr an Kontrolle ben&#246;tigt, sondern im Gegenteil vieles unternommen werden muss, den kalten technischen Raum angenehm und vertrauensw&#252;rdig zu machen. Und deshalb hei&#223;t es in der Stud.IP-Philosophie &#252;ber die wichtigste Nutzergruppe:</p>
<blockquote><p>2. Studierende ernst nehmen.</p>
<p>Studierende sind in Stud.IP keine verwalteten, beobachteten und beaufsichtigten Objekte, sondern die wichtigste Gruppe, die aktiv, eigenverantwortlich und kreativ das &#8220;Leben&#8221; im System bestimmt. Deshalb hei&#223;en Studierende in Stud.IP &#8220;AutorInnen&#8221;: Sie verfassen Diskussionsbeitr&#228;ge, stellen Dateien und Lernmodule zur Verf&#252;gung und k&#246;nnen wie Lehrende auch Informationen &#252;ber sich selbst frei und flexibel ver&#246;ffentlichen.</p></blockquote>
<p>Man muss angesichts dieses Absatzes nicht gleich die Anarchie ausbrechen sehen, angestaubte 68er-Ideale in den K&#246;pfen junger Programmierer angekommen w&#228;hnen oder bef&#252;rchten, dass Stud.IP g&#228;nzlich an der Realit&#228;t deutscher Hochschulen vorbeizielt. Im Gegenteil. Auf unseren Hochschulfluren stehen keine Stempeluhren f&#252;r vorbeikommende Studierende, die Kopierer merken sich nicht, wer was kopiert hat und kein Buch fl&#252;stert dem Dozenten, ob Erwin Meier es wirklich gelesen hat. Stattdessen sind unsere Hochschulen Orte, an denen die Studieren sich einbringen k&#246;nnen und lernen sollen, sich einzubringen. Zumindest sollten sie es sein. Und vielleicht &#8211; so hoffen wir &#8211; hilft Stud.IP ein St&#252;ck mit, dass sie auch und gerade im Internet-Zeitalter solche Orte bleiben oder wieder werden.</p>
<p><em>Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zu: <a href="http://blog.studip.de/beitrag/ein-offenes-kommunikatives-system-fur-alle">Ein offenes kommunikatives System f&#252;r alle.</a> und wird fortgesetzt von: <a href="http://blog.studip.de/beitrag/eine-attraktive-und-konsistente-benutzeroberflache">Eine attraktive und konsistente Benutzeroberfl&#228;che.</a> </em></p>
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		<title>The Sprache of eLearning</title>
		<link>http://blog.studip.de/beitrag/the-sprache-of-elearning</link>
		<comments>http://blog.studip.de/beitrag/the-sprache-of-elearning#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Sep 2006 18:58:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.studip.de/beitrag/the-sprache-of-elearning</guid>
		<description><![CDATA[Das Wort „eLearning” bezeichnet etwas Modernes, denn es besteht aus einem kleinen e und etwas gro&#223;em Englischen. So wie eCommerce, eBook, eGovernment, ePaper, eConnectivity, eConsulting, eCruiting, eDating, eWaste-Recycling, eCompetence, eLiteracy, eProcurement, eCollaboration, eLogistics oder eVoting. Gehen die E-Learning-Aktivisten zu sorglos mit der deutschen Sprache um oder gibt es gute Gr&#252;nde f&#252;r alle die englischen Begriffe?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float: left; margin-right: 5px; margin-bottom: 5px"><img id="image16" alt="Emaille - Judit Sauerland" src="http://blog.studip.de/wp-content/uploads/2006/09/emaille_judit_sauerland.jpg" /><br />
<em> Zeichnung: Judit Sauerland</em></div>
<p>Das Wort „eLearning” bezeichnet etwas Modernes, denn es besteht aus einem kleinen e und etwas gro&#223;em Englischen. So wie eCommerce, eBook, eGovernment, ePaper, eConnectivity, eConsulting, eCruiting, eDating, eWaste-Recycling, eCompetence, eLiteracy, eProcurement, eCollaboration, eLogistics oder eVoting. Gehen die E-Learning-Aktivisten zu sorglos mit der deutschen Sprache um oder gibt es gute Gr&#252;nde f&#252;r alle die englischen Begriffe?</p>
<p>Bei der elektronischen Post sieht es mit der Schreibung schon etwas anders aus. Niemand schreibt doch heute noch „eMail”. Lieber EMail oder gar Email. Der Duden will E-Mail, denn das dazugeh&#246;rige Verb hei&#223;t schlie&#223;lich nicht emaillieren, sondern &#8230; emailen? eMailen? Nein, E-Mail ist schon so etabliert, dass das e sogar entfallen darf. Eine Mail forwarden, ein Attachment mailen, beim Surfen schnell noch Mails checken. Wer tut das nicht?</p>
<p><strong>Per U-Boot zum E-Learning</strong></p>
<p>Der Sprachkritiker wei&#223;: Selbstverst&#228;ndlich geh&#246;rt das alles mit E- geschrieben. So wie U-Boot, S-Bahn, D-Zug oder E-Werk. Das sind solide Dinge. Einem dZug w&#252;rde niemand vertrauen – bei einem InterCityExpress sieht das interessanterweise schon anders aus. Suggeriert nicht „E-Learning” bleierne Seriosit&#228;t? Springt nicht „eLearning” Sie hingegen an und ruft: „Hey, ich bin fresh, ich bin der Hype! Gestern hie&#223; ich vielleicht anders, morgen bin ich vielleicht tot. Spring auf und lebe jetzt!”</p>
<p>Sind Sie immer noch nicht &#252;berzeugt, dass educational blogging ein must have ist? Dass technology enhanced learning und instructor led teaching sich nicht ausschlie&#223;en? Dass Videoconferencing unter Cost-Benefit-Gesichtspunkten Rich-Media-Content &#252;berlegen sein kann und au&#223;erdem social incentives bietet, die eTeaching, eTutoring und selfpaced learning wirklich rewarding machen? Dass mit massively multiplayer online role playing games (MMORPGs) unsere Kids game based eLearning l&#228;ngst leben?</p>
<p><strong>Sind sie ein early adopter?</strong></p>
<p>Oder &#228;rgern Sie als heimlicher early adopter sich ma&#223;los, den Begriff „blended learning” nicht erfunden zu haben, obwohl Sie das schon seit 1999 praktizieren? Sie gr&#252;beln noch &#252;ber den Unterschied zwischen klassischen Learning-Management-Systemen und Web-Based-Learning-Content-Management-Systemen? Verpassen Sie gerade die Diskussion um rapid eLearning? &#220;berlegen Sie hin und her, ob nicht auch Sie ein Blog brauchen, weil niemand mehr eine „Homepage” hat? Dabei ist blogging l&#228;ngst out, podcasting auch: vlogs werden demn&#228;chst das Fernsehen abl&#246;sen!</p>
<p>E-Learning- und Denglisch-Bashing ist einfach, sozial akzeptiert und lustig. Cave! Schaum wird &#252;berall geschlagen. Wer mutma&#223;t, dass all der glitzernde E-Learning-Schaum nur davon ablenken solle, dass au&#223;er Schaum nichts sei, macht es sich zu einfach.</p>
<p>Elektronische Medien und elektronische Kommunikation haben unsere Gesellschaft ver&#228;ndert und ver&#228;ndern auch unsere Universit&#228;t. Das wirbelnde E-Learning-Gesch&#228;ft beginnt sich zu konsolidieren. Die derzeit spannendsten Entwicklungen sind nicht (mehr) von technischem Fortschritt gesteuert: Blogs (keine Sorge, die sind nicht wirklich out) h&#228;tte es technisch schon vor 10 Jahren geben k&#246;nnen. Doch es dauert seine Zeit, bis technische M&#246;glichkeiten ausgelotet sind, sich Sinnvolles von Sinnlosem trennt. Das Spielen mit immer neuen Begriffen und Moden geh&#246;rt dazu.</p>
<p><strong>The Sprache of E-Learning</strong></p>
<p>Wir bem&#252;hen uns &#8211; bei der Stud.IP Entwicklung im Ganzen und in diesem unseren kleinen, feinen Blog im Besonderen &#8211; f&#252;r Sie ein wenig vorzusortieren, gem&#228;&#223;igt und bewusst mit der Sprache of E-Learning umzugehen und Wissenswertes allgemeinverst&#228;ndlich darzustellen. Krampfhaftes Eindeutschen aller Begriffe erschwert jedoch die Diskussion, verwirrt und raubt Manchem den zwinkernden Charme des optimistischen Suchens nach Wegen in die Zukunft. Also: Wenn Sie und Ihre Buddys nicht hoffnungslos vernoobt bleiben wollen, loggen Sie sich ein und formen Sie das, was jetzt E-Learning hei&#223;t, mit.</p>
<p align="right">Dieser Artikel ist in leicht abweichender Fassung zuerst erschienen in: <a target="_blank" href="http://www.virtuos.uni-osnabrueck.de/Content/LearnMedia"><em><br />
learnmedia@uos.de &#8211; Informationen, Diskussionen und Praxisberichte rund um elektronisch unterst&#252;tztes Lernen und Lehren in Osnabr&#252;ck.</em></a> Ausgabe 1, 2006, S. 16.</p>
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		</item>
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		<title>#1 Ein offenes kommunikatives System f&#252;r alle.</title>
		<link>http://blog.studip.de/beitrag/ein-offenes-kommunikatives-system-fur-alle</link>
		<comments>http://blog.studip.de/beitrag/ein-offenes-kommunikatives-system-fur-alle#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2006 20:56:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Thelen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.studip.de/beitrag/ein-offenes-kommunikatives-system-fur-alle</guid>
		<description><![CDATA[Platon, Aristoteles, Euklid, Diogenes, Pythagoras und Zarathustra, um nur einige zu nennen, waren schlaue Kerlchen, die sich betimmt allerlei zu erz&#228;hlen gehabt h&#228;tten. Aber damit sie sich zu einer gem&#252;tlichen Kl&#246;nrunde treffen konnten, mussten sie ein gutes Dutzend Jahrhunderte warten, bis Raffael sie in der Schule von Athen versammelte. Heute nennt man dergleichen virtuellen Raum oder prosaischer: Kommunikationsplattform. Die &#252;berbr&#252;ckt zwar keine Jahrhunderte, aber sie f&#252;hrt Menschen zusammen, die sich nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufhalten. Der Vergleich mit Gr&#246;&#223;en der Antike und Rennaissance mag etwas pathetisch daherkommen, aber auch hier geht es um etwas Grundlegendes. Die Stud.IP-Philosophie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="padding-right: 12px; padding-bottom: 6px; float: left"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schule_von_Athen"><img width="210" border="0" id="image8" alt="280px-raffael5.jpg" src="http://blog.studip.de/wp-content/uploads/2006/09/280px-raffael5.jpg" /></a><br />
Raffael: Die Schule von Athen</div>
<p>Platon, Aristoteles, Euklid, Diogenes, Pythagoras und Zarathustra, um nur einige zu nennen, waren schlaue Kerlchen, die sich betimmt allerlei zu erz&#228;hlen gehabt h&#228;tten. Aber damit sie sich zu einer gem&#252;tlichen Kl&#246;nrunde treffen konnten, mussten sie ein gutes Dutzend Jahrhunderte warten, bis Raffael sie in der Schule von Athen versammelte. Heute nennt man dergleichen virtuellen Raum oder prosaischer: Kommunikationsplattform. Die &#252;berbr&#252;ckt zwar keine Jahrhunderte, aber sie f&#252;hrt Menschen zusammen, die sich nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufhalten. Der Vergleich mit Gr&#246;&#223;en der Antike und Rennaissance mag etwas pathetisch daherkommen, aber auch hier geht es um etwas Grundlegendes. Die Stud.IP-Philosophie.</p>
<p>Mit der Umstellung auf das neue Entwicklungsmodell im letzten Jahr habe ich gewagt die Frage zu stellen: Was sind eigentlich die Grunds&#228;tze von Stud.IP? Das, was f&#252;r uns die Seele der Software darstellt? Das, was bei allen Erweiterungen, Umbauten und Erg&#228;nzungen nicht verloren gehen darf? Herausgekommen ist nach erstaunlich kurzer Diskussion eine Liste von sieben Grunds&#228;tzen. Deren erster lautet:</p>
<p><strong>Ein offenes kommunikatives System f&#252;r alle.</strong></p>
<blockquote><p>Stud.IP-Nutzer sind nicht allein in den Weiten des Netzes, sondern haben die M&#246;glichkeit, sich im Austausch mit anderen einzubringen. Aktivit&#228;t steht gegen&#252;ber passiver Informationsaufnahme im Vordergrund. Alle NutzerInnen haben die gleichen Grundfunktionen und werden gleichrangig behandelt.</p></blockquote>
<p>Die Frage &#8220;Ja, was denn sonst?&#8221; ist nur ansatzweise angebracht. Zwar hat heute auch der letzte E-Learning-Prophet gemerkt, dass neue Schl&#228;uche den N&#252;rnberger Trichter nicht pl&#246;tzlich zu etwas machen, das erfolgreich Wissen und Bildung in die K&#246;pfe der Menschen bringt. Lernen ist ein sozialer Prozess und E-Lernen ergo ein sozialer elektronischer Prozess, der nach ad&#228;quaten elektronischen Ausdrucksm&#246;glichkeiten verlangt. Die Natur hat die Menschen ohne Ansehen ihrer Rolle mit den gleichen Grundfunktionen ausgestattet und sie &#252;berl&#228;sst es ihnen, die Regeln ihrer Kommunikation selbst auszuhandeln. Aber dennoch folgt die Masse der E-Learning-Software einem anderen Modell, das vorgefertigtes Wissen in den Mittelpunkt stellt und sich angestrengt bem&#252;ht, den Konsumprozess in leicht handhabbare Bahnen zu lenken. Als <em>spiced ham</em> der kosteng&#252;nstigeren Massenversorgung wegen in Dosen gepresst unters Volk geworfen wurde, hielt man das f&#252;r eine revolution&#228;re Ern&#228;hrungsidee. Heute ist Spam zum Inbegriff f&#252;r unverdauliche &#8220;Information&#8221; geworden, mit der wir von allen Seiten unerw&#252;nscht und ohne Abwehrm&#246;glichkeit beworfen werden. Wollen wir hoffen, dass dem Begriff <em>E-Learning</em> nicht das gleiche Schicksal widerf&#228;hrt.</p>
<p>Wir glauben n&#228;mlich an die Schule von Athen, den virtuellen Ort, an dem Menschen voneinander und miteinander lernen und der die realen Orte, an denen wir miteinander reden und einander zuh&#246;ren, erg&#228;nzt. In seinem Kern ist Stud.IP f&#252;r uns ein solcher Ort.</p>
<p><em>Dieser Beitrag wird fortgesetzt in: <a href="http://blog.studip.de/beitrag/studierende-ernst-nehmen">Studierende erst nehmen.</a></em></p>
]]></content:encoded>
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