82 Stunden Stud.IP-Entwickler-Workshop

Stud.IP-Entwicklertagung 2009 in Osnabrück

Stud.IP-Entwicklertagung 2009 in Osnabrück

Der diesjährige Stud.IP-Entwickler-Workshop im Zentrum virtUOS der Uni Osnabrück ist vorbei. Vier aufregende Tage voller spannender Vorträge, intensiver Diskussionen und hochmotivierter Weiterentwicklungen. Inhaltliche Resumés folgen noch; hier zunächst nur einige Impressionen der letzten vier Tage.

Donnerstag, 26.3., 8.00 Uhr

Carola und Ansgar sind schon fleißig, schleppen Kisten und Kabel in den Senatssitzungssaal. Dank ihrer perfekten Vorbereitung in den letzten 14 Tagen kann ich nur danebenstehen, und, wenn Not am Mann ist, mit zupacken. Schließlich steht alles bereit, Kaffee ist gekocht und die Gäste können eintrudeln. Kaffee, Saft und Kekse werden vom Stud.IP e.V. gesponsert, so dass der übliche Hut, der bei solchen Gelegenheiten kreist, um die Unkosten zu decken, in der Ecke liegen bleiben kann. An dieser Stelle ein Dank an alle Vereinsmitglieder, insbesondere die (derzeit drei) Mitgliedshochschulen, die mit ihren Beiträgen unter anderem Entwicklerworkshops ermöglichen und motivierender gestalten helfen!

Donnerstag, 26.3., 11.00 Uhr

Konzentriertes Zuhören bei den Vorträgen

Konzentriertes Zuhören bei den Vorträgen

Es geht los. Knapp dreißig Teilnehmer lauschen hochkonzentiert den Vorträgen und sind jederzeit bereit, bis ins Detail nachzufragen. Ein halbes Dutzend Nachzügler lässt die Teilnehmerzahl bis zum Mittag auf stolze 35 ansteigen. Beinah jeder Vortrag, jeder Einzelworkshop ist zu kurz. Bei Stud.IP-Entwicklervorträgen gibt es keine Hochglanz-Präsentationen, dafür werden aktuellste Entwicklungen vorgestellt. Manchmal sind sie bereits im Einsatz vor Ort, manchmal halbfertig, manchmal nur Ideen. Jeder Vortragende kann sich sicher sein: Das Publikum ist hochkompetent, begeisterungsfähig und kritisch. Präsentationsmängel werden leichter verziehen als halbgare Ideen. Deshalb sind Entwicklerworkshops Spezialistentagungen. Wer ganz neu dazustößt braucht eine Weile, um sich zu ortientieren. Aber er kann sich sicher sein: Es findet sich spätestens in der Pause zu jeder Frage jemand, der sie geduldig beantwortet.

Donnerstag, 26.3., 15 Uhr

Diskussion im virtUOS-Studio

Diskussion im virtUOS-Studio

Das »Schnitzel Florida« aus der Mensa ist verdaut, es herrscht angeregte Diskussionsatmosphäre. Für die Einzelworkshops wird das Plenum geteilt und je eine Gruppe verzieht sich ins angrenzende virtUOS-Filmstudio.  Manch einer wollte vor lauter spannender Videotechnik ringsum erstmal hinter die Kulissen kriechen, musste damit aber bis zum Abend warten. Während nach 6 Stunden intensiven Arbeitens die Core-Group noch eine zweistündige Sitzung zu absolvieren hatte, konnten sich die anderen in der Uni Osnabrück herumführen lassen und Aktuelles wie Historisches über virtUOS und Schloss erfahren.

Donnerstag, 26.3., 22 Uhr

Noch gut 20 Entwickler und andere Stud.IP-Interessierte sitzen im Unikeller bei Speis und Trank und können kaum von den angefangenen Diskussionen des Tages lassen. Neue Ideen werden zusammengesponnen, Erfahrungen ausgetauscht, aber auch ganz „normale“ Kneipengespräche füllen die gemütlichen Gewölbe. Für die Einen ist es willkommenes Wiedersehen, andere lernen zum ersten Mal die Gesichter und Menschen hinter den tagtäglichen Forumsdiskussionen des Developerservers kennen. Irgendwann weit nach Mitternacht ruft das Hotelbett, denn morgen steht ein weiterer Workshoptag an.

Freitag, 27.3., 9 Uhr

Große Runde am Freitagmorgen

Große Runde am Freitagmorgen

Dass alle pünktlich um 9 auf ihren Plätzen sitzen und meiner kritischen Betrachtung der formalen Regeln beim Entwickeln und Neue-Features-Einbringen lauschen, werte ich als höchst erfreuliches Zeichen. Das persönliche Engagement der Entwickler wird selbst bei vermeintlich trockenen Themen spürbar. Hier geht es darum, wie wir alle gemeinsam weiterarbeiten und wie und ob die selbstauferlegten Regeln nicht Kreativitätshemmnis, sondern verlässliche Orientierung sein können. Weiter geht es mit einer kurzweiligen Runde, in der im 5-Minuten-Takt kleine Plugins und lokale Erweiterungen vorgestellt werden.  „Verständnisfragen sofort, Diskussion in der Pause!“ muss ich die Teilnehmer ermahnen und der Zeitplan rutscht trotzdem nach hinten.

Freitag, 27.3., 14.00 Uhr

Letzter offizieller Programmpunkt: André gibt eine launige Einführung in die Stud.IP-Entwicklung. Was ist zu beachten, wo lauern Altlasten, die man verstehen aber nicht mehr weiterverwenden sollte, wie orientiere ich mich im Dschungel aus Dateien, Funktionen und Klassen? Manch Neuling wünschte sich diese Runde für den Anfang der Tagung, aber auch alte Hasen sind sich einig: Einen solchen Überblick, zumal gewürzt mit Anekdoten und persönlichen Statements können wir häufiger (v)ertragen. Jeder, selbst wenn er wie ich in den vergangenen 5 Jahren vermutlich jede Stud.IP-Ecke schonmal gesehen hat, kann noch etwas mitnehmen und an der einen oder anderen Stelle einen zusätzlichen Motivationsschub für das anschließende Entwicklerwochenende bekommen.

Freitag, 27.3., 16.00 Uhr

Entwickler-Wochenende

Entwickler-Wochenende

Der offizielle Teil ist beendet, viele Teilnehmer müssen leider schon abreisen. Aber insgesamt ein gutes Dutzend Entwickler und anderweitig an der Stud.IP-Zukunft Interessierte können und wollen noch bleiben. Nach dem erfolgreichen ersten Stud.IP-Code-Camp auf dem Veganer-Hof in Laer im vergangenen August haben die Osnabrücker Entwickler zu einem rein freiwilligen und privaten Entwickler-Wochenende geladen. Wir ziehen mit unseren Notebooks in die Besprechungsräume des virtUOS um und sofort ist wieder diese knisternde Arbeitsatmosphäre aus Laer da: „Zeig mal, was du gebaut hast…“, „Guck dir mal diese Idee an…“, „Hast du Lust, mit mir zusammen endlich mal dieses Ärgernis anzugehen…“. Satzfetzen wie diese begleiten die Platzsuche und bald wird es seltsam still. Tastaturen klappern, technische Details werden halblaut ausgetauscht und alle haben etwas gefunden, an dem sie hochkonzentriert arbeiten. Zwischendurch immer wieder etwas für alle: Was zum Vorzeigen, zum Lachen, zum Rätseln, zum Beurteilen. Dass nach 23 Uhr kein Bringdienst mehr liefert, wäre uns beinah zum Verhängnis geworden, denn kaum jemand hat noch auf die Uhr geschaut. Die meisten gehen erst nach 3 ins Hotel oder ihre Wohnung zurück, noch die Worte murmelnd: Bis gleich!

Samstag, 28.3.2009, 10.00 Uhr

Aus Kaffee wird Code

Aus Kaffee wird Code

Der Start um kurz vor 10 ist noch etwas schleppend aber bald brummt und summt das Changelog im SVN wieder vor lauter Aktivität. Wie schon im letzten Jahr halten sich Aufräumen, Dokumentation verbessern und Neues-Bauen ungefähr die Waage. Draußen regnet es fast den ganzen Tag, so dass kaum jemand in Versuchung geführt wird, aus dem virtUOS zu fliehen. So geht es produktiv voran und wieder verfliegt die Zeit fast unbemerkt. „Warum ist es plötzlich so dunkel draußen?“ hört man den einen oder anderen verwundert sagen.

Samstag, 27.3., 23.00 Uhr

Die Singstar-Fraktion ist wieder aktiv. Wie auch schon gestern abend wird nebenan Lied für Lied geschmettert, nur die Sänger wechseln. Nach Lust und Laune klinkt sich der eine oder andere aus, um kurz abzuschalten. Im letzten August hatten Guitar-Hero-Sessions für Laune gesorgt, für das nächste Mal ist Rock-Band schon drohend angekündigt. Bezeichnend aber für die Code-Camp-Atmosphäre: Alles findet nebeneinander statt. Jemand starrt hochkonzentiert auch den Laptop-Bildschirm, um im Editor schließlich ein Komma einzufügen und einen neuen Datenbankdump einzuspielen, während kaum einen Meter entfernt die schlimmsten Hits der 90er nachgegröhlt werden.  So geht das – dank Zeitumstellung – bis kurz vor 4. Für alle Verbliebenen präsentiert die Stud.IP-Verschönerungsgruppe noch ihr neu entwickeltes Gewand für Stud.IP, das auf große Zustimmung stößt, für alle Nichtanwesenden aber noch bis zum Herbst verschlossen bleiben wird.

Sonntag, 28.3., 10 Uhr

Die Ostniedersachsen fahren direkt nach dem Frühstück heim, so dass nur noch Osnabrücker für den letzten Tag bleiben. Dank Regens und schlechter Busverbindungen bin ich der erste, der um 10 Uhr anfängt, die Reste zusammenzufegen, Flaschen einzusammeln und Pizzakartons zu falten. Dankenswerterweise konnte der Verein auch zum Entwicklerwochenende beitragen und Verpflegung sponsern. Merci nochmal an alle Mitglieder! Den Rest des Sonntags haben Till und ich dann damit zugebracht, den Homepagebaukasten als drigend notwendige Renovierung der persönlichen Homepages in Stud.IP nochmal ein entscheidendes Stück voranzubringen. Gesungen wurde aber nicht mehr.

Sonntag, 28.3., 18 Uhr

So. Schluss. 82 Stunden Stud.IP-Entwickler-Workshop liegen hinter uns. Die Schlafpausen waren kurz, die Konzentration hoch, die erzielten Ergebnisse liegen über den Erwartungen. Die vier Tage haben mir wieder einmal gezeigt, dass die Stud.IP-Entwickler-Gemeinde besonders aktiv, aber auch besonders kommunkativ und herzlich ist. Auf der Haben-Seite stehen jetzt mehrere Dutzend behobener Bugs der Kategorie „Nicht kritisch (denn die werden immer sofort behoben), aber nervig“, eine Menge neuer Dokumentation, entscheidende Fortschritte bei wichtigen Umbauvorhaben und viele frische Impuls und Ideen, von denen wir die nächsten Monate zehren werden.

Persönlich möchte ich mich bei allen so engagiert Beteiligten bedanken. Vor allem bei Carola und Ansgar für die Organisation, beim Verein und data-quest für die finanzielle Unterstützung. Auch bei den Arbeitgebern der  Entwickler dafür, dass es für sie so selbstverständlich ist, Reisekosten und zwei volle Arbeitstage für den Workshop in die Zukunft von Stud.IP zu investieren. Und vor allem bei denen, die wieder mal Ihre Freizeit genutzt haben, um ein Projekt, das Ihnen persönlich am Herzen liegt, voranzubringen.

Die Ergebnisse und Erfolge dieser vier Tage finden Sie, lieber Leser, wie gewohnt demnächst in Ihrer Stud.IP-Installation.

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