Archiv des Autors: Cornelis Kater

Das hat die Welt noch nicht gesehen!

So etwas hat es noch nie gegeben: Seit Anfang können alle Stud.IP-Nutzer gemeinsam an der größten Aktion seit Bestehen der Software teilnehmen. Egal ob Lehrende oder Studierende, aus Kiel, Halle, Trier, Passau oder anderen Standorten oder ob von Universitäten, Fachhochschulen oder anderen Einrichtungen – jeder kann diesem Sommer gewinnen!

Nach so vielen Jahren ohne Gewinnspiel haben wir uns gedacht, dass dies dringend geändert werden muss, haben dafür extra ein Jubiläum ausgerufen (wie, gut, dass Stud.IP genau in diesem Jahr zehn Jahre alt wird!) und eine eine Kiste mit vielen Preisen bis obenhin vollgestopft: Da gibt es ein Apple iPad, bereitgestellt vom Stud.IP e.V. und mehrere Nintendo DSi XL, iPod nano und Einkaufsgutscheine von Amazon, bereitgestellt von der Firma data-quest.

Ein bisschen was tun solltet ihr noch, um in die Gewinnkiste hineingreifen zu dürfen. Auch wenn wir euch keinen Preis garantieren können, gibt es gleich mehrere Gewinnmöglichkeiten:

  • Jeder, der auf der neugestalteten Portalseite an unserer Umfrage teilnimmt, erhält die Chance ein Apple iPad zu gewinnen.
  • Alle, die Stud.IP ins rechte Licht setzen wollen, können kreativ werden und einen Kurzfilm drehen, in dem Stud.IP eine zentrale Rolle spielt. Zu gewinnen gibt es für diesen Beitrag je ein Nintendo DSi XL, einen iPod oder einen Einkaufsgutschein, je nach Platzierung durch unsere Jury.

Und das ist noch nicht alles: In den nächsten Monaten kommen noch weiteren Aktionen hinzu – also lasst euch überraschen und schaut immer mal wieder auf der Portalseite vorbei.

Übrigens: In vielen Standorten hat sich für die Dauer des Jubiläums das Stud.IP-Logo geändert. Ein Klick darauf führt euch direkt zum passenden Bereich in der Portalseite.

Hier geht es zur Gewinnseite.

Es war einmal: Stud.IP 0.3 – Arbeiten am offenen Herzen

Ende 2000: Die Studierenden am frisch gegründeten Zentrum für interdisziplinäre Medienwissenschaft an der Universität Göttingen dürfen zum ersten Mal einen Blick in die Glaskugel werfen, die die Zukunft der digitalen Lernumgebungen an deutschen Hochschulen zeigt. Noch herrscht jedoch Unsicherheit ob der vielfältigen Möglichkeiten, die sich durch Stud.IP ergeben:

„Der Herr Stockmann hat gesagt, dass wir die Unterlagen zu seiner Lehrveranstaltung nur im… ähm… Studdipp bekommen, oder wie das heißt. Wie geht denn das?“
Cornelis und André unterbrechen leicht genervt die Arbeit und schauen sich an.
„Los, du bist dran. Ich muss hier noch dringend den Bildupload korrigieren.“
„Ich kann nicht, ich habe hier noch 5 Fehler im Dateibereich und in 30 Minuten gibt Ralf eine Einführung in der Grundlagenveranstaltung mit 250 Teilnehmern, da muss das wenigstens so aussehen, als würde es funktionieren. Außerdem ist deine Teemaschine schon wieder kaputt, du bist uns also noch was schuldig“

André seufzt, räumt einen Kasten Kabel weg, so dass die blutjungen Studierenden Platz genug haben um in das mit viel zu viel Computermüll vollgestellte Büro der EDV-Abteilung eintreten zu können.
Da die Nutzer kaum ahnen können, welche großen Ziele sich die Programmierer vom ersten Tag an gesetzt haben, sind sie auch mit dem halbfertigen Konstrukt ausgesprochen zufrieden. Dank der zwangsweisen Nutzung in den wichtigsten Lehrveranstaltungen des ZiM wird Stud.IP schnell angenommen. Dass allerdings tatsächlich immer mehr reale Menschen die Software benutzen, ist für die Programmierer zunächst schwer zu fassen.

„Das System läuft erst seit 6 Wochen und wir haben schon 287 Nutzer, kaum zu glauben!“
„Machen wir ein Fass auf“
„Ihr müsst heute Abend noch ein paar Bugs fixen, da ist mir heute noch so einiges aufgefallen“ kommt Ralf die Stimmung verderbend hinzu.
„Dreck, na, dann machen wir eben kein Fass auf.“
„Aber jetzt schon 288 Nutzer!“

Allerdings treibt Ralf nicht nur die Programmiererkollegen an, sondern auch sich selbst: Seine ganze Liebe gilt dem Forensystem. Bei den mittlerweile üblichen Treffen, die jede Woche Abends im kalten Hörsaalgebäude während eines Unikinos stattfinden, programmiert er mit Bier und Notebook auf den zugigen Fluren weiter, vor allem wenn wieder einmal alle Beiträge verschwunden sind oder diese willkürlich Personen zugeordnet werden.
Diese Arbeiten am offenen Herzen des neugeborenen Systems führen in der Anfangszeit des Öfteren zum Chaos: Versionsverwaltung, Testsysteme, automatischer Abgleich der Arbeit von verschiedenen Programmierern an gleichen Systemteilen sind noch lange nicht eingeführt. Jede Änderung wird direkt in den laufenden Betrieb geworfen, erbitterte Kämpfe, wer denn zuletzt die richtigste Änderung an einer Datei vorgenommen hat, gehören zum Alltagsgeschäft.

„Ich habe die ganze Nacht daran gearbeitet, dass alle Seiten die gleichen hübschen blauen Balken oben haben und du hast einfach heute alles überschrieben.“, jammert Cornelis, der sich schon zu diesem Zeitpunkt als unerbittlicher Überwacher der optischen Konsistenz gibt.
„Entschuldige, aber ich musste einfach quer durch das System etwas an den Rechteüberprüfungen machen.“ Auch bei André ist bereits die weitere berufliche Laufbahn zu erkennen, sprich, vor allem die Programmqualität der Software zu überwachen.
„Machst du wenigstens einen Tee?“
„Ich versuchs.“

Im Göttinger-Feedbackforum findet sich noch heute das erste Statement eines Nutzers zu Stud.IP:

„Stud.IP ist eine sinnvolle und praktische Sache, jeder sollte sich meiner Meinung nach (und die ist in diesem Fall zu befolgen!) hier schnellstmöglich registrieren. Denn man kann sich scher einige unnötige Wege und Fragen sparen, wenn man hier den Überblick hat. Die Homepages sind ein nettes Feature, die Seminarübersicht ist sehr gut. Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit lassen nach meinem bisherigen Erkenntnisstand ebenfalls kaum zu wünschen übrig. Wenn das wirklich erst ein Teil der angestrebten Funktionen ist, braucht ja kein Mensch mehr zur Uni kommen, wenn das hier fertig ist. Im Sinne der Erfinder? Egal…“

Aufgrund eines seltsamen Fehlers im Forum irgendwann im Jahr 2001 lässt sich das genaue zugehörigen Datum allerdings leider nicht mehr rekonstruieren…

Es war einmal: Stud.IP 0.2 – 15 Minuten für den Weltruhm

Sommer 2000: Was man auf einen ersten, unachtsamen Blick für eine Laienspieltruppe halten könnte, die zum ersten Mal mit PHP-Förmchen spielt, sich mit MySQL-Sand bewirft und seltsames HTML sabbert, entpuppt sich schnell als eine hochmotivierte und nahezu unbezahlte Arbeitsgruppe, die verbissen ihre Vision eines Lernmanagement-Systems (LMS) umsetzt. Zu diesem Zeitpunkt ist allerdings noch niemand auf die Idee gekommen, über den Tellerrand zu schauen. Man glaubt also noch, etwas konkurrenzlos Einzigartiges zu erschaffen.
Der Kommunikationswissenschaftler namens Ralf Stockmann wirft im sekundentakt neue Programmieraufgaben an seine Hiwis aus, die eigentlich für andere Aufgaben wie Kaffeekochen oder IT-Babysitting bei Dozenten eingestellt wurden, aber irgendwie in seine Fänge geraten sind. Manche freiwillig, wie der blutjunge Student Cornelis Kater, andere über geringfügige Geldversprechen. Der einzige, der Ralfs Tatendrang gelegentlich stoppt, ist der Biologe, der niemand anders ist als Stefan Suchi:
„Also, in dieser Woche müssen die Veranstaltungsverwaltung, die Nutzerhomepage, das Dateisystem, toll aussehende Reiter…“
„Wir brauchen ein Rechtesystem. “
„…Newsfunktion, Einrichtungsverwaltung…“
„Das bringt alles nichts ohne ein Rechtesystem!“
„…Teilnehmerliste? Wer redet hier denn immer von einem Rechtesystem? Ist so was wichtig?“
„Ja. Ohne ein Rechtesystem gäbe es keinen Administrator, der du bestimmt sein willst. Also?“
Ralf gibt sich geschlagen, die Programmierer ergeben sich ihrem Schicksal und begeben sich zurück an die Arbeit in ihren düsteren Parzellen, die früher einmal Krankenhauszimmer gewesen sind.

Bevor jedoch die Version 0.2 einer breiten Öffentlichkeit – nämlich allen Studierenden in allen Veranstaltungen des frisch gegründeten Zentrums für interdisziplinäre Medienwissenschaft – zugänglich gemacht werden kann, müssen jedoch noch zwei wichtige Dinge gefunden werden: Ein Name für die Software und jemand, der es schafft, dass sie tatsächlich fertig wird.
Um das erste Problem zu lösen, betritt Cornelis noch nichts ahnend Ralfs Büro, in keinster Weise auf die schwere Bürde vorbereitet, die ihm nur Sekunden später aufgelastet werden wird.
„Wir müssen uns mit dem „Internet und Datenbanken“-Projekt für einen Wettbewerb bewerben und brauchen dafür einen wohlklingenden Namen. Du hast jetzt die Möglichkeit, viel Ruhm und Ehre zu ernten und dir diesen auszudenken.“
„Ok, cool. Ich grübele dann mal, kläre die internationalen Namensrechte…“
„Wir haben nur 15 Minuten. Und es müssen die Begriffe „studentisch“, „Internet“ und „Präsenzlehre“ vorkommen.“
„Uh…“
„Und, kochst du uns vorher noch einen Kaffee? Soviel Zeit muss sein!“
Wenig später ist der „Studentische Internetsupport von Präsenzlehre“ geboren (das Wort studentisch wird später allerdings klammheimlich gegen studienbegleitend getauscht) und wird fortan verkürzt als Stud.IP bezeichnet.

Ein Problem für den Fortschritt der Programmierarbeiten sind die beiden Tagelöhner, die frühzeitig als Programmierer angeheuert wurden. Der eine von beiden klaut seinen Code lediglich zusammen, während man bei dem anderen hofft, der Code wäre wenigstens von etwas halbwegs Funktionierendem geklaut.
„Die Zeit wird langsam knapp und Stud.IP ist ist noch lange nicht einsatzfähig… Wir haben lauter nette Einzelteile, ein halbfertiges Rechtesystem, eine desolate Nutzerhomepage aber viel zu wenig Programmierer und viel zu wenig Zeit“ panikt Ralf.
„Wir müssen nebenbei auch noch studieren und Schlafen soll eine feine Sache sein, haben wir gehört.“ werfen die drei Hiwis im Chor ein.
Ralf überlegt eine Weile und stellt dem Team wenig später André Noack vor, einen alten Kollegen aus den Zeiten der Computerkistenschieber, bei denen sie gemeinsam während ihres Studiums Kisten geschoben haben. Nicht wissend, wie ihm geschieht, muss André noch schneller als alle anderen Programmieren lernen. Eine Entscheidung, die für das Projekt nicht besser hätte sein können. Und das, obwohl André ein Sakrileg begehend als erstes eine Teemaschine im Projektbüro aufbaut.

Wenige Monate später fluten die Studierenden des neuen ZiM das System, das nur gefühlte Sekunden zuvor fertig geworden ist.
Diese Version zeigt auch, warum das Hintergrundbild in Stud.IP bis heute den Namen „bathtile.jpg“ trägt, denn aus unerfindlichen Gründen fühlten sich die damaligen Programmierer nur wohl, wenn sie die Software vor einem Badezimmerfliesenhintergrund gestalten durften…

Bathtile 2000

Es war einmal: Stud.IP 0.1 – Eine Arbeitserleichterung muss her!

Herbst 1999. In einer heruntergekommenen ehemaligen Kinderklinik sitzt eine kleine Gruppe von Menschen beisammen und will „etwas mit Internet und Datenbanken machen“. So verschieden die Typen auch sind – sie haben zwei Dinge gemeinsam: Alle sind für die Internetseiten ihrer Institute verantwortlich. Und alle haben eigentlich etwas besseres zu tun.

„Ich habe eine Idee!“, ruft irgendwann ein jünger Teilnehmer begeistert. „Wie wäre es, wenn wir eine Oberfläche für die Kaffeemaschinensteuerung in unseren Institutsküchen schreiben? Man könnte sehen, wie viel Kaffee noch vorhanden ist und per Internet neue Kannen aufsetzen und…“
Ein langhaariger Biologe blickt ihn ungläubig an. „Nein. Das funktioniert nicht.“
„…Kaffeerezepte über das Internet austauschen. Nicht? Warum nicht?“
„Kaffeemaschinensteuerungen sind Closed-Source. Damit können wir hier nicht arbeiten. Wir machen hier Open-Source“
Der Biologe erklärt das Konzept von OpenSource. Alle nickten betroffen und grübeln weiter.
Ein blonder Soziologe meldet sich zu Wort: „Ich habe da so ein Projekt, das nennt sich ESO und das steht für „elektronischer Seminarordner“. Klingt gut, oder? Allerdings muss man alles von Hand machen. Vielleicht kann man das irgendwie automatisieren, so dass die Studierenden ihre Dokumente selbst hochladen können?“
Plötzlich wird es unruhig im Raum, die Gesichter erhellen sich und „Arbeitserleichterung“ steht allethalben auf die Stirne geschrieben.
„Ist so etwas schwer zu programmieren? Wer kann überhaupt programmieren? Und wie soll das realisiert werden?“
Wieder ist es der Biologe, der die aufkommende Panik verhindert.
„Diese Anwendung soll in PHP geschrieben werden und eine Datenbank namens MySQL nutzen. Wir brauchen einen Linux-Server. Ich habe gesprochen.“
Der Initiator der Runde und Besitzer des Büros, ein Kommunikationswissenschaftler, bekommt Flecken im Gesicht.
„Linux? Ein kostenloses Betriebssystem? Können wir das nicht auf Windows programmieren? Da kenne ich mich wenigstens aus! Ich will das nicht. Das macht mir alles Angst!“
Der Biologe erklärt seelenruhig die Vorteile des freien Betriebssystems, duldet keine Widerrede und installiert bei dem nächsten Treffen vor staunenden Augen das fremdartige Stück Software. Alle sind begeistert. Der Biologe und der Kommunikationswissenschaftler einigen sich darauf, sofort mit den Programmierarbeiten anzufangen und die Ergebnisse so bald wie möglich in einem Seminar zum Thema Kurzfilmpraxis einzusetzen.
„Wo fangen wir nur an? Ich habe hier zwar das teuerste und dickste Buch zum Thema PHP-Programmierung gekauft, aber können wir nicht erstmal etwas einfaches und fertiges nehmen und das als Grundlage verwenden? Ich könnte zum Beispiel für mein Seminar ein Forum gebrauchen, denn meine Studierenden sollen Drehbücher diskutieren. Ich bin schließlich Kommunikationswissenschftler!“.
Der Biologe setzt sich an den Rechner und nimmt einige versierte Handgriffe vor. Nach etwa 15 Minuten hat er auf dem neuen Server ein einfaches Forum installiert. Der Kommunikationswissenschaftler kann es kaum glauben, ist aber schon nach wenigen Minuten ausprobieren unzufrieden.
„Das ist unglaublich. Allerdings muss das ganz anders. Ich hab da schon eine Handvoll Ideen. Mann muss sofort sehen können, was neu ist. Und wer am meisten geschrieben hat, damit die Studierenden untereinander in einen Wettstreit um den aktivsten Teilnehmer treten. Und jeder muss sich selbst darstellen können und…“

Wenige Tage später kommt die Kerngruppe wieder zusammen. Inzwischen existiert ein einsatzfähiges Forensystem und der Kommunikationswissenschftler ist noch immer dabei, neue Ideen zu verkünden.
Sofort werden Teilnehmer des Seminars Kurzfilmpraxis gezwungen, dieses Forum zu nutzen. Die erste Funktion des bisher noch namenlosen Stud.IP ist entstanden.

_.png