Damit jeder weiß, wann es losgeht

Es sind ja immer die gleichen Fragen, die an den Support-Hotlines auflaufen. Eine der beliebtesten: »Wann fängt eigentlich das Semester wieder an?« Oder, in der selbstverständlich viel wichtigeren Form: »Wann sind endlich Ferien?«

Freilich ließe sich diese Information den Terminlisten und Ablaufplänen jeder Lehrveranstaltung entnehmen, aber dort wird sie offensichtlich nicht gesucht. An der Uni Osnabrück haben wir einen kleinen Schritt unternommen, die Semestertermine sichtbarer zu machen. Alle Studierenden sind – solange sie sich nicht austragen – im Feedbackforum eingetragen. Also haben wir dort für den Beginn und das Ende der Vorlesungszeit ganztägige Termine angelegt. Und schon hat jeder für den 10. April 2007 groß in seinem persönlichen Terminkalender stehen: »Beginn der Lehrveranstaltungen«. Und, für alle Uni-Osnabrücker schonmal zum Vorfreuen, am 14. Juli 2007: »Ende der Lehrveranstaltungen«

5 Gedanken zu „Damit jeder weiß, wann es losgeht

  1. Giovanna Campanella

    Hallo!
    Ich bin von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und muss leider etwas zu deiesm Ausschnitt sagen:

    Es war doch immer so, dass die Studierenden sich die Informationen selbst suchen mussten und dass man als Studierender selbst wissen muss, wo bestimmte Informationen zu finden sind. Ansonsten fragt man einen Kommilitonen und zur Zeit von Stud.ip ist es wirklich das einfachste überhaupt. Man kann in Form einer News, einer Umfrage oder über Systeminterne Nachrichten andere Studierende fragen!

    Wenn man den Studenten immer alles hinterherträgt, dann werden sie nie selbständig.
    Es gibt sicherlich Verbesserungsvorschläge zu Stud.ip.
    Einige Kommilitonen und ich selbst sind hierbei Vorreiter.

    Beispielsweise kann man die Suchfunktion im Stud.ip verbessern. Man kann weitere Optionen zur Suche öffnen wie das Fach, das Modul, oder einfach nur die Uhrzeit, weil man einfach im Stundenplan eine Lücke hat und somit diese schnellstmöglich schließen könnte!

    Was den Semesterbeginn und die Rückmeldezeit betrifft schalte ich fast jedes Semester selbst eine News, um die Studenten daran zu erinnern. Trotzdem glaube ich NICHT, dass es die Aufgabe von Stud.ip selbst ist, den Studenten Informationen hinterherzutragen.

    Lieber Gruß, Giovanna Campanella.

  2. Tobias Thelen Beitragsautor

    Liebe Giovanna,

    danke für den interessanten Kommentar. Ein sehr ähnliches Argument habe ich übrigens kürzlich von einem unserer Dozenten gehört, der sich vollständig weigerte Stud.IP zu benutzen: Man müsse es den Studierenden nicht unnötig einfach machen und das Studium organisiert zu bekommen, sei ein wichtiger Lerneffekt.

    Folgen kann ich dem nicht so ganz. Ziel des Studiums ist es doch nicht, Passierschein A38 zu bekommen und an einer trickreich bürokratisierten Schnitzeljagd teilzunehmen. Die Art von Selbstständigkeit, die ein Studium im Erfolgsfalle vermitteln sollte, sehe ich eher an ganz anderer Stelle in Gefahr. Nämlich dort, wo den Studierenden die Eigenverantwortung für ihr Handeln genommen wird, wie es z.B. dort geschieht wo in bewusst schwarzmalerischer Interpretation des Bologna-Prozesses (Protest durch Übertreibung, wie mir scheint) Anwesenheitspflicht für jede Vorlesung eingeführt wird, drakonische Strafen für’s Abschreiben bei jedem Übungsblatt drohen etc.

  3. Giovanna Campanella

    Lieber Tobias Thelen,
    ich bin sicherlich nicht der Auffassung des zitierten Dozenten, denn ich nutze Studip sogar fast zu viel.
    Es gibt sicherlich viel wichtigere Informationen von neuen Beschlüssen usw., die es wert sind im Studip veröffentlicht zu werden, weil es gerade bei diesen Dingen immer missverständnisse gibt,
    aber doch nicht das Datum vom Semesterbeginn!!??!

    Wer nicht in der Lage ist sich *diese*Information* zu beschaffen, hat an einer Universität nichts verloren!

    Ich weiß nicht, in welcher Hochschule ständiges Fehlen von Studenten kein Problem darstellt, aber ich hätte wahrlich bedenken mich von einem Arzt behandeln zu lassen, der 3/4 der Studienzeit vom Unterricht ferngeblieben ist.

    Mag sein, dass einige Studenten wichtige Dinge nacharbeiten doch die Regel ist das sicherlich nicht!

    Sicherlich gibt es Fächer, die nicht so wichtig oder sogar fast überflüssig sind, doch hier stelle ich diejenigen zur Rede, die die Pflichtseminare erstellen. Sie sind dafür verantwortlich diese Seminare inhaltlich so zu wählen, dass sie für den zukünftigen Beruf der Studenten unabdingbar sind!

    Vielen Dank für die Antwort.
    Liebe Grüße, Giovanna.

  4. Carola Kruse

    Hallo,

    also inzwischen geht es hier ja um (mindestens) zwei verschiedene Dinge.

    Ich finde einen solchen Termin als Erinnerung, wie Tobias ihn oben beschreibt, ein nettes Feature. Selbiges finde ich dann weder besonders schlimm noch besonders gut. Ich bin der Meinung, dass ein Studierender, der nicht weiß, wann das Semester beginnt sich sein Studium nochmal überlegen sollte – schließlich ist das vergleichbar mit seiner Aufgabe/seinem „Job“ und das sollte man ernst nehmen.
    Ich find es aber andererseits nicht schlimm, einen solchen Eintrag zu haben, auch wenn er an sich „überflüssig“ ist oder sein sollte.

    Das zweite Thema – die Anwesenheitspflicht in Veranstaltungen – finde ich eigentlich noch interessanter, da ich einen Studiengang studiert habe, bei dem in den meisten Seminaren Anwesenheitspflicht war. Im Endeffekt hätte ich mir midnestens 50% der Veranstaltungen schenken können, aus verschiedenen Gründen.
    * Der Dozent las sein Skript vor (*gähn*)
    * Der Dozent konnte nichts vermitteln und im Endeffekt habe ich das meiste doch nur aus Büchern gelernt
    * Der Dozent musste eigentlich nichts vermitteln, da der Stoff schlicht auswendig gelernt werden musste (so viel zu Vorlesungen in der Medizin, wo es häufig um das Einschaufeln von Wissen/Begriffen geht)
    * Die Veranstaltung war für mein Studium schlicht und einfach überflüssig (Darüber kann man sicherlich streiten).

    Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Studium gehört m.E. auch, selbst zu wählen, wo ich hingehe und wo nicht. Wenn ich meine, das Ganze mit einem Seminar weniger genau so gut zu bewältigen wie mit, dann denke ich das, und entweder es klappt, oder nicht.
    Andersherum fördert man – und auch das habe ich häufig gesehen – in den meisten Fällen (über)volle Veranstaltungsräume und Dozenten, die in gelangweilte Gesichter blicken müssen. Ich kenne mehr als einen, der den Leuten so oder so einen Schein ausstellen – egal ob sie anwesend gewesen sind oder nicht. Und ehrlich: Ich arbeite auch lieber mit 10 motivierten Studierenden als mit 50 unmotivierten, die Lärm machen, essen, etc etc ..
    Die Pflicht zur körperlichen Anwesenheit bringt in meinen Augen gar nichts.

    Und zu der Sache mit dem Arzt: Der muss eine Prüfung ablegen. Auch wenn die nicht alles abdeckt, müssen bestimmte Dinge nachgewiesen werden. Und das ein Arzt mit einigen Veranstaltungen mehr ein besserer ist als einer, der selbstmotiviert gearbeitet hat, wage ich zu bezweifeln.

    Viele Grüße
    Carola

  5. Giovanna Campanella

    Ich meinte nicht, dass ein Arzt der mehr Veranstaltungen besucht ein besserer ist, als einer der selbstmotiviert gearbeitet hat. Ich sehe die Sache genauso wie du, aber du hast selbst gesagt, dass in der Prüfung nicht alles abgedeckt wird.

    Pflichtveranstaltungen sollte es gar nicht erst geben.
    Aber wenn doch, dann sollten u.a. die Inhalte gut aufbereitet sein, das Seminar wohl überlegt und jeder Student sollte die Möglichkeit bekommen in einem NICHT ÜBERFÜLLTEN Seminar das ganze zu besuchen.

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