Die Menschen hinter Stud.IP: Thomas Hackl

Mit der Reihe „Die Menschen hinter Stud.IP“ wollen wir dem Stud.IP-Projekt wortwörtlich mehr Gesicht geben. Die Menschen, die sich als Entwickler, im Stud.IP-Verein oder auf vielen anderen Wegen besonders intensiv darum bemühen, Stud.IP zu verbessern, kommen selbst zu Wort.

Thomas Hackl, Jg. 1977, Core-Group-Mitglied aus Passau, zuständig für Schnittstellen, Re-Integration orangener Stud.IPs und Süddeutsches.

1. Kannst du dich noch an deine erste Begegnung mit Stud.IP erinnern? Was war dein erster Eindruck und wie bist du zum Mit-Macher geworden?

Im Rahmen unseres „Campus-Management-Projekts“ an der Uni Passau war ich Ende 2005 damit beauftragt, verschiedene LMSe auf ihre Funktionen, Optik und Tauglichkeit für unsere Zwecke zu untersuchen und eine Empfehlung zu geben. Über CampusSource bin ich dann unter anderem auch auf Stud.IP gestoßen und habe es letztlich als meinen „Testsieger“ empfohlen. Ich fand es ziemlich mächtig und viel intuitiver als andere Systeme in der Bedienung. Vor allem die externen Seiten haben mir damals gut gefallen. Und dass es OpenSource ist und wir eben auch selber was dran- und umbauen konnten, hat dann den letzten Kick gegeben. Durch meinen Job hier war ich quasi von Anfang an Entwickler, zuerst komplett isoliert hier in Passau.

2. Was ist heute deine Rolle im Stud.IP-Team? Wie viele Stunden in der Woche beschäftigt dich das? Team heißt immer auch: Verteilte Aufgaben und Kompetenzen. Was können die anderen besser als du und wo bist du besonders gut?

Ich bin heute der Stud.IP-Admin in Passau und mache neben der Betreuung des Systems (Bugfixing usw.) auch die Serveradministration mit. Das heißt auch, dass quasi meine gesamte normale Arbeitszeit in irgendeiner Form für Stud.IP oder verwandte Dinge draufgeht, inklusive der Arbeit für die Community. Einen großen Punkt stellen dabei die Arbeiten dar, die unsere
ganz eigene Stud.IP-Version wieder zurück zum Release führen sollen. Ich bin glaube ich ganz gut, wenn es darum geht, Schnittstellen zu anderen Systemen zu bauen. Andererseits bin ich manchmal auch ein bisschen „Old School“ in meinem Code und überlasse es gerne anderen, neue, schicke Javascript-Spielereien mit Drag&Drop und sowas zu bauen.

3. Wenn du einen Wunsch frei hättest für etwas, dass Stud.IP über Nacht besser, anders oder überhaupt kann: Was wäre das?

Mein Traum wäre, einmal mit den Fingern zu schnippen, und die Passauer Version ist vollständig integriert mit der „echten“.

4. An Open-Source-Software finde ich immer besonders faszinierend, dass es dank der freien Lizenz Leute gibt, die die Software hernehmen und für etwas zurechtbiegen, womit keiner der Entwickler gerechnet hätte. Welcher Stud.IP-Einsatz hat sich besonders überrascht?

Ehrlich gesagt war das die Installation an einer Schule in Brasilien. Dort einfach Stud.IP nutzen zu können, trotz der völlig anderen Umgebung und der unterschiedlichen Voraussetzungen im Vergleich zu normalen deutschen Hochschulen, finde ich toll.

5. Welche Software oder Webdienste benutzt du gerne, an welchen Softwareprojekten arbeitest du mit – abgesehen von Stud.IP?

Jobmäßig arbeite ich (vor allem technisch als System- und Serveradministrator, aber auch teilweise als Entwickler) mit ILIAS, Unizensus, dem ViMP-Videoportal und Typo3 oder den Schnittstellen zwischen diesen Systemen. Privat mag ich ganz gerne (natürlich) Facebook und bin regelmäßig Gast auf Flickr. Programmiertechnisch bin ich in keinem größeren Softwareprojekt aktiv, ich baue immer mal wieder kleinere Homepages oder pflege ein kleines „Framework“ zur Verwaltung von Terminen
(private Pokerrunde und Rotes Kreuz zur Terminbuchung).

6. Wenn weder Stud.IP noch Job anstehen – was macht dir Spaß, gibt dir neue Energie und macht für dich das Leben lebenswert?

Ich bin leidenschaftlicher Leser, vor allem von (englischsprachiger) Fantasy, mein absoluter Favorit ist „A Song of Ice and Fire“, aber in meinem Regal steht so ziemlich alles, was in der Fantasy Rang und Namen hat. Daneben schreibe ich auch selbst an zwei Fantasyromanen, der eine ist ein Gemeinschaftsprojekt mit einem Freund, der andere ist eine Eigenproduktion. Wenn ich nicht lese, ist das Fotografieren ein wichtiges Hobby von mir, hauptsächlich Natur- und Tierfotografie. Ansonsten bin ich Experte für Horrorfilme, schaue aber auch gerne Bollywood, die Lindenstraße sowie den Eurovision Song Contest. Mein Musikgeschmack bewegt sich sehr in Richtung Metal, meistens mit Folk-Einflüssen, ich höre aber radiotauglichen Pop oder sogar teilweise heimatliche bayerische und österreichische Klänge.

7. Wo steht ihr in 5 Jahren – also du und Stud.IP?

Stud.IP steht hoffentlich als verbreitestes OpenSource-LMS an deutschen Hochschulen da. Und ich wäre gerne live dabei, als stolzer Stud.IP-Opa mit einem eigenen Entwicklerteam hier in Passau.

 

Das Interview führte Tobias Thelen.

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