Entwicklertreffen 2007: Die Sache mit den Schnittstellen

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Bei anderen gilt: Schnittstellen gut abdecken, sonst trocknet das Produkt aus. Nicht so bei Stud.IP.

Ein großes Thema beim Entwicklertreffen 2007 in Halle waren Schnittstellen im allgemeinen und die Frage nach dem Datenfluss zwischen HIS-Systemen und Stud.IP in besonderen. Gleich zwei Workshops waren dafür reserviert und das Interesse groß.

Bereits erfolgreiche Lösungen

Im ersten Teil hat Marco Bohnsack von data-quest Lösungen vorgestellt, die sich bereits jetzt im Praxiseinsatz bewähren. Die Unis Hannover und Halle sowie die TU Clausthal importieren Veranstaltungsdaten aus HIS-LSF, beschreiten dabei allerdings wenig standardisierte Wege, die im Einzelfall prima funktionieren, aber nicht ohne weiteres verallgemeinerbar sind. Die FH Osnabrück, die Uni Bremen und die Uni Oldenburg importieren ihre Veranstaltungsdaten aus selbst entwickelten Planungssystemen. Die Unis Halle, Passau und Osnabrück nutzen Stud.IP direkt als Primärsystem für alle Veranstaltungsdaten. Michael Schaarschmidt von der Uni Halle stellte in einer vielbeachteten Präsentation eine sehr ausgereift wirkende Stud.IP-Erweiterung für den Umgang mit Studienmodulen vor, die zwar Basisdaten aus einem anderen System importiert, aber Stud.IP zu einem weiterhin autark nutzbaren System zur Verwaltung und Organisation von Veranstaltungen und jetzt auch Modulen ausbaut. An vielen Hochschulen, die Stud.IP erfolgreich einsetzen, stehen Entscheidungen darüber an, wie und mit welchen Systemen zukünftig Veranstaltungsdaten verwaltet werden sollen. Ein einheitlicher Trend ist nicht erkennbar, so dass sich für das Stud.IP-Projekt die Frage stellt: Wie halten wir es mit den Schnittstellen, so dass Stud.IP sowohl als Primär- als auch als Sekundärsystem für Veranstaltungs- und andere Daten sinnvoll eingesetzt werden kann?

Der weitere Weg: Eine allgemeine Schnittstellendefinition

Diese Frage wurde im zweiten Teil des Workshops diskutiert und das Ergebnis: In den nächsten Wochen werden die Anforderungen zusammengetragen und ein allgemeiner Rahmen für Import-, Export- und Synchronisationsschnittstellen für verschiedenste Daten definiert. Ziel ist ein einheitliches Datenformat, das über verschiedene Kanälen wie Webservices oder Batchschnittstellen genutzt werden kann, um Daten mittels geeigneter Abbildungen mit anderen Systemen zu synchronisieren. Eine solche Abbildung wird z.B. zur IMS Enterprice Specification definiert, aber auch zu HIS-Datenstrukturen und -Schnittstellen, soweit sie spezifiziert sind. Auch andere Szenarien sind wichtig: Mehrere Stud.IP-Installationen miteinander kommunizieren zu lassen oder erweiterte Backupmöglichkeiten für einzelne Stud.IP-Objekte wie z.B. Veranstaltungen zu schaffen. Bereits exisitierende Lösungen werden soweit möglich integriert und die Ideen konfligieren nicht mit anderen Bestrebungen, das Campusmanagement zu vereinfachen. Die konkrete Umsetzung kann bald beginnen: Ressourcen für die Entwicklung stehen zum Teil bereits zur Verfügung, zum Teil könnten sie über ein Konsortialmodell aufgebracht werden, das bei der Entwicklung der ILIAS-Lernmodul-Schnittstelle von data-quest bereits erfolgreich war.

Beteiligung erwünscht

Die Planungsphase ist angelaufen. Erste Anforderungen sind formuliert, gleichzeitig arbeiten wir an einem XML-Datenmodell, dass die Stud.IP-Datenbankinhalte umfassend, flexibel und sicher nach außen darstellen kann. Wie immer bei Stud.IP passiert das öffentlich, und zwar auf dem Developer-Server, aus historischen Gründen in der Veranstaltung »(Studien)Modularisierung im Rahmen von Stud.IP und HIS« . Alle Interessierten sind aufgerufen, sich so früh wie möglich einzubringen: Mit Anforderungen, Vorschlägen, Verbesserungsideen und Kritik. Denn Stud.IP ist ein Open-Source-Projekt und das bedeutet bei uns: Wer sich engagiert und dabei bereit ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, der bestimmt mit, wie es weitergeht.

Wenn die Schnittstelle fertig konzipiert oder gar programmiert ist, ist die Welt allerdings noch nicht gerettet. Denn die Anbindung kann nur an Systeme gelingen, die Daten in verwertbarer Form exportieren oder importieren mögen. Und daran, finden wir, hapert es bei einigen.

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