Lift me up!

Es gibt Dinge, die sind irgendwie peinlich und hat man sie endlich abgestellt, weiß man so recht gar nicht, ob man freudestrahlend jubeln darf. Mit sechs noch am Daumen zu lutschen gehört dazu. Oder mit knapp dreißig noch die Wäsche von Mama gewaschen zu bekommen.

Stud.IP ist jetzt 8. Daumenlutschen war noch nie ein Problem und Wäschewaschen wird Stud.IP trotz aller Funktionsvielfalt wohl niemals können. Trotzdem gibt es aber ein paar Eigenarten, die abgestellt gehören, so praktisch oder aus der Historie heraus verständlich und erklärbar sie auch gewesen sein mögen.

Ein Beispiel, das fast jeder Stud.IP-Nutzer schonmal leidvoll erleben musste: In vielen Fällen ist es nicht möglich, mit mehreren Browserfenstern oder Browser-Tabs parallel im System unterwegs zu sein. Entweder kommt dann eine Fehlermeldung »Sie haben kein Objekt gewählt« oder der Forenbeitrag landet gar in der falschen Veranstaltung.

Die Entwickler sind sich schon länger einig: Stud.IP muss auch mit mehreren Tabs einwandfrei funktionieren. Das Problem allerdings: Die dazu nötigen Änderungen ziehen sich quer durchs System und sind nicht mal eben in einem Rutsch zu erledigen. Das liegt an einem recht alten Konzept, der »gewählten Veranstaltung«. Die wird in den so genannten Session-Daten gespeichert und die gibt es pro angemeldetem Benutzer nur einmal. Die Lösung also: Fast alle Stellen, an denen Stud.IP-interne Links generiert werden, so umbauen, dass alle notwendigen Informationen direkt mitgegeben werden. Technisch nicht sonderlich aufwendig. Aber nicht mal eben nebenher zu erledigen.

Das bisherige Entwicklungsmodell verpackt alle Änderungsvorschläge in »StEPs«, das sind die »Stud.IP Enhancement Proposals«, über die diskutiert und abgestimmt wird und die bis zum nächsten Release in spätestens sechs Monaten entweder ganz oder gar nicht umgesetzt werden müssen. Aufwendige Umbauten quer durch das System sind damit kaum umzusetzen, weil die Entwicklerkapazitäten, um mehrere Versionen parallel zu pflegen, schlicht und einfach fehlen.

Jetzt tritt neben die »StEPs« ein neues Modell, die »Lifters«, das steht für »Laufende, inkrementelle Technikrenovierung für Stud.IP«. (Zugegeben, die Abkürzung ist deutlich eingängiger als die Langform.) Lifters müssen nicht bis zum nächsten Release fertig sein, sondern ermöglichen sozusagen den Umbau im laufenden Betrieb. Deshalb gilt für Lifters: Alter Code muss lauffähig bleiben, zumindest bis alle anzupassenden Stellen im System erledigt sind.

Erste Lifters sind schon formuliert und angenommen. Ganz oben auf der Liste steht, kaum verwunderlich: »Unterstützung von Tabbed Browsing«. Die Entwickler waren schon fleißig und auf dem Developer-Server kann bereits mit mehreren Tabs gearbeitet werden. In der Arbeitsansicht von Veranstaltungen funktioniert schon fast alles, der Administrationsbereich steht aber noch zur Umsetzung an.

Irgendwann ist dann alles fertig, die Entwickler vergewissern sich noch einmal, dass nicht vergessen wurde und mit dem folgenden Release kann dann verkündet werden: »Stud.IP geliftet! Daumenlutschen Tab-Verbot endgültig abgestellt.«

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