Stud.IP-Tagung 2013

2013

Das war Sie also, die elfte Stud.IP-Tagung. Ingesamt waren mehr Teilnehmer/-innen da als in den Vorjahren – und das, obwohl zeitgleich die GMW-Tagung in Frankfurt war und etliche „Stammgäste“ nicht kommen konnten. In der Summe war das aber trotzdem die bislang eine der launigsten und interessantesten Tagungen, die wir bislang hatten.

Das fing schon beim Tagungsspiel an. Im vergangenen Jahr war uns aufgefallen, dass am Ende der Tagung einige Gäste die Poster ab- und mitnahmen – kein Wunder, bei dem schönen Design. In diesem Jahr gab es das Tagungsdesign 2013 auf einer von fünf Sammelkarten. Die anderen vier Karten zeigten Motive vergangener Stud.IP-Tagungen, wie der Tagung im Jahr 2000, der Stud.IP-Vollversammlung im Jahr 1968 oder der ersten Stud.IP-Zusammenkunft im Jahr 1833.

Motiv der ersten Stud.IP-Tagung aus dem Jahr 1833: Mit Stud.IP trifft das humboldtsche Ideal der Freiheit von Forschung und Lehre trifft auf die Elektrifizierung der Universität.

Motiv der ersten Stud.IP-Tagung aus dem Jahr 1833: Mit Stud.IP trifft das humboldtsche Ideal der Freiheit von Forschung und Lehre trifft auf die Elektrifizierung der Universität.

Die Karten, die von Ralf Stockmann und Cornelis Kater liebevoll im Geist der jeweiligen Zeit designt wurden, konnten sich die Tagungsgäste in den Pausen durch das Lösen von Aufgaben erspielen. Eine nette Abwechselung zum Tagungsprogramm, bei dem es durchaus auch um ernste und trockene Dinge ging. So hören sich „Veranstaltungskategorien“ nicht besonders spannend an, sind aber ein sehr mächtiges Tool in der neuen Stud.IP-Version 2.5, mit denen sich Root per Drag&Drop presets für Veranstaltungen zusammenstellen können. Das interessante: Man kann damit auch ungewöhnliche Dinge anstellen, z.B. Veranstaltungen bauen, die standardmäßig statt einer Infoseite ein Wiki haben. Das ist nur eine von vielen Neuerungen, die in Stud.IP 2.5 enthalten sind. Darüberhinaus gibt es für die Anwender/-innen große Neuerungen wie das neue Forum oder Blubber. Das Forum sieht aus wie man es allgmein von Internetforen kennt, hat aber einige clevere Eigenheiten, die man im Lehrbetrieb gut brauchen kann. Dazu Optionen für mehr Gliederungebenen als normal, eine Gute Suchfunktion, die Möglichkeit das Forum oder Teilbereiche zu abonnieren oder als PDF zu exportieren oder zu drucken.

Neuigkeiten in abonnierten Teilbereichen werden im Benachrichtungscenter angezeigt ähnlich wie bei Apps auf dem Smartphone gibt es jetzt eine rote Zahl in der Kopfzeile, die Neues repräsentiert. Dazu gehören abonnierte Foren, relevante Neuigkeiten in Nachrichtenströmen in Blubber oder auch Nachrichten.
Dazu kommen noch unzählige kleine, praktische Neuerungen, die man sich schon lange gewünscht hat – wie zum Beispiel den „Alles gelesen“ Knopf auf der Übersichtsseite meiner Veranstaltungen.

1968

Nun drehte sich die Tagung aber nicht nur um Neuigkeiten in der Software, auch wenn gerade Forum und Blubber in einem gelungenen „Vortrag zum Mitmachen“ von den didaktischen Expert/-innen des eCult-Verbundprojekts vorgestellt wurden.

Stud.IP ist mittlerweile auch eine Plattform, unter deren Oberfläche viele Anwendungen aus dem (Hochschul-)Alltag zusammenlaufen. Ein Betriebssystem für Bildungseinrichtungen, wenn man so will. Damit ist Stud.IP auch eine strategisch wichtige Säule der Infrastruktur. Als solche muss die Plattform Eigenschaften haben, die die Prozesse einer Hochschule unterstützen. Das ist Campusmanagement, und wie Prozessunterstützung mit Stud.IP künftig aussehen soll, zeigte Jochen Meiners von der Universität Oldenburg am Beispiel von Lehrveranstaltungsplanung, Lehrauftrags- und Lehrbeauftragtenverwaltung.

2000

Wie Stud.IP andere Systeme vernetzt, auch über die Grenzen der eigenen Infrastruktur hinweg, präsentierte Dr. David Böhringer vom Rechenzentrum der Universität Stuttgart. Mit Campsconnect lassen sich ILIAS, Moodle und LSF mit Stud.IP verbinden.

Um Neues aus den Bereich Stud.IP-Mobile und Stud.IP im Zusammenspiel mit Produkten der HIS ging es dann in den sogenannten „Runden Tischen“. Der Running Gag dabei ist, dass es nicht nur ein Tisch ist, und rund sind sie auch nicht. Vielmehr soll der Name andeuten, dass man hier in einem langen Workshop untereinander Neuigkeiten und Best-Practice austauscht. Ähnlich wie bei einem Barcamp kann jeder Teilnehmende Kurzvorträge mit- und sich selbst einbringen.

1883

Unter dem Titel „Was Betreiber wissen müssen“ gab es zwei Beiträge in einem neuen Format. Die Workshops wollen Betreiber von Stud.IP darüber informieren, was sich bei strategisch wichtigen Bereichen tut. Behandelt wurden diesmal die Abbildung von Modularisierung und die neuen Anmeldeverfahren. Das Vortragsteam bestand jeweils aus einem oder mehreren Betreibern von Stud.IPs und Mitarbeitern von data-quest, die die Lösungen vorstellten und die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen für die Einführung darlegten. Bei den nächsten Stud.IP-Versionen ist es nämlich mit einem Softwareupdate nicht getan, es muss ein sorgfältiger Roll-Out geplant werden.

Während diese organisatorischen Dinge besprochen wurden, ging es in einem parallelen Panel um praktische Dinge. Lukasz Kopinke von Blubbsoft stellte die Modulevaluation mit Zensus vor, Friederike Holle und André Klaßen vom ELAN e.V. zeigten das Audience-Response-System Cliqr für Stud.IP und sammelten Didaktikbits, und Christiana Schuhen und Oliver Oster von der Universität Bremen ließen die Workshopteilnehmer/-innen das Stud.IPad ausprobieren.

In weiteren Vorträgen zeigte Dr. Daniel Staemmler das stark modifizierte Stud.IP der Quadriga Hochschule Berlin und Johannes Stichler das optisch ordentlich durchgeschüttelte n.e.o., wie Stud.IP an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen heisst. Das steht für networking-eLearning-Organisation und trifft damit alle Kernkompetenzen von Stud.IP auf den Punkt.

Abschliessend wurden noch zwei Tools vorgestellt, die, so stellte sich in der Diskussion heraus, starke Anknüpfungspunkte haben: Nico Müller berichtete über ePortfolios nach GHR300, während Dr. Sabine Rey von der Informatik der Universitätsmedizin Göttingen und Arne Schröder von data-quest das Lerntagebuch mit Prokrastinationsvisualisierung präsentierten und den wissenschaftlichen Hintergrund erläuterten.

Zusammengefasst lässt sich die Stud.IP-Tagung 2013 nur als voller Erfolg bezeichnen. Die Ziele „über Neuheiten Informieren“ und „gegenseitigen Austausch fördern“ wurden nicht nur während des offiziellen Teils der Tagung, sondern auch im Rahmenprogramm (Tagungsgamification, Sprichwortstadtführung, Irischer Abend im eigens angemieteten Irish Pub, etc.) erreicht. Die hohen Noten und zufriedenen Kommentare auf den Feedbackbögen sind Motivation, um im nächsten Jahr wieder eine genauso gute Tagung hinzubekommen.

Apropos: Im nächsten Jahr findet die Tagung am 17. und 18. September 2014 in Göttingen statt.
Die Verantwortlichen der GMW-Tagung wissen Bescheid und wurden gebeten, ihre Tagung NICHT auf diesen Termin zu verschieben 😉

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